Stadtwerke-Geschäftsbereichsleite führen auf Einladung der Grünen ins Thema ein
Die Krux mit der Wasserversorgung

Bad Oeynhausen (WB). Über die Wasserversorgung in Bad Oeynhausen sind die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion der Grünen am Donnerstagabend in der Druckerei miteinander ins Gespräch gekommen. Als Referenten konnte Moderator Norbert Heinrich die beiden Geschäftsbereichsleiter Susanne Brants (Wasser) und An­dreas Kollmeyer (Abwasser) von den Stadtwerken Bad Oeynhausen begrüßen.

Montag, 03.08.2020, 05:40 Uhr
Weil die bisherigen Speicherkapazitäten für Trinkwasser nicht ausreichen, lässt der WBV Am Wiehen in Bergkirchen einen zusätzlichen Hochbehälter bauen. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

„Um das Thema ‚Wasser‘ kursieren in Bad Oeynhausen viele Probleme. Ich hoffe, dass wir mit Gewinn aus der heutigen Veranstaltung herausgehen“, sagte Volker Brand, Bürgermeisterkandidat der Grünen, zu Beginn.

„Zwei Drittel kaufen wir zu“

„Ich bin verantwortlich für 420 Kilometer Wasserversorgungsnetz“, erläuterte Susanne Brants. Der jährliche Trinkwasserverbrauch der Bad Oeynhausener belaufe sich auf etwa drei Millionen Kubikmeter.

Die Geschäftsbereichsleiterin Wasser: „Ein Drittel erhalten wir aus unseren eigenen drei Wassergewinnungsanlagen. Das sind die Tiefbrunnen auf der Lohe und in Bergkirchen sowie das Uferfiltrat aus Rehme. Zwei Drittel kaufen wir zu.“ Das passiere insbesondere im Rahmen einer Mitgliedschaft im Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen.

Für 500 Kilometer Kanalnetz trägt Andreas Kollmeyer die Verantwortung. Zu je einem Drittel sind die Rohre für den Transport von Niederschlag-, Schmutz- beziehungsweise Mischwasser vorgesehen. „Außerdem kümmere ich mich um die Kläranlage“, sagte der Geschäftsbereichsleiter Abwasser.

Interessante Zahlen

Nach der Kurzvorstellung der Referenten ging Susanne Brants ins Detail. Sie führte ihren Zuhörern vor Augen, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 121 Liter Trinkwasser am Tag verbraucht.

Bei einer Bevölkerung von etwa 50.000 Einwohnern summiere sich das in Bad Oeynhausen auf etwa 6000 Kubikmeter am Tag. Weitere 2000 Kubikmeter am Tag würden dem Netz von Großabnehmern – insbesondere den Kliniken – entnommen.

Der Wasserverbrauch sei nicht an allen Tagen konstant. „Im Sommer ist er freitags, samstags und montags am höchsten“, sagte Susanne Brants. Freitags würden Gärten gewässert, Samstags würden Pools gefüllt. „Und der Montag ist der klassische Waschtag“, sagte die Geschäftsbereichsleiterin.

Deshalb schaue sie immer sehr genau hin, wenn das Quecksilber an Wochenenden auf Temperaturen über 30 Grad steige. In den Sommern 2017, 2018 und 2019 habe zu hoher Verbrauch in längeren Hitze- und Trockenphasen bereits mehrfach zu Problemen geführt.

Speicherkapazitäten erhöhen

Um die Speicherkapazitäten für Trinkwasser zu erhöhen, entsteht derzeit ein zusätzlicher Hochbehälter in Bergkirchen. Zudem knüpfen die Stadtwerke Bad Oeynhausen zusätzliche Verbindungen zu den Trinkwassernetzen in der Umgebung, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

„Die neue Leitung nach Porta Westfalica war vor einiger Zeit einem Belastungstest ausgesetzt, als wir im WBV-Netz einen Rohrbruch hatten“, sagte Susanne Brants. Eine weitere Steigerung der Wassermenge wäre nicht möglich gewesen. Sie hätte sich negativ aus das Netz in Porta Westfalica ausgewirkt. Um davon unabhängiger zu werden, werde nach neuen Wasservorkommen auch in Bad Oeynhausen gesucht.

Vierte Reinigungsstufe

Laut Andreas Kollmeyer könnte zumindest auf lange Sicht auch ein Teil der aufbereiteten Abwässer aus der Kläranlage erneut ins Trinkwassernetz eingespeist werden. Davon sei man aber noch einige Schritte entfernt. Bis Ende 2021 werde in der Kläranlage eine vierte Reinigungsstufe mit granulierter Aktivkohle eingebaut.

„Wir prüfen derzeit, ob wir das so aufbereitete Wasser dann etwa zur Beregnung der Sportplätze einsetzen könnten“, sagte der Geschäftsbereichsleiter. Auch eine Verwendung zum Bewässern der grünen Infrastruktur der Stadt oder eine Abgabe von Teilmengen an die Landwirtschaft sei denkbar. Pro Jahr gibt es in Bad Oeynhausen 5,5 Millionen Kubikmeter Abwasser.

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