Bernd Lafrenz begeistert sein Publikum in Bergkirchen
Ein-Mann-„Hamlet“ an der Wassermühle

Bad Oeynhausen (WB). Eine Tragödie in eine Komödie zu verwandeln, das gelingt Schauspieler Bernd Lafrenz spielerisch leicht. Der Freiburger hat den Klassiker „Hamlet“ von William Shakespeare als Ein-Personen-Stück an der Wassermühle in Bergkirchen gezeigt. Die Open-Air-Theateraufführung fand auf Initiative von Mühlenbesitzer Rüdiger Haupt bei bestem Sonnenschein statt.

Mittwoch, 08.07.2020, 01:06 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 05:01 Uhr
Federleicht schlüpft Schauspieler Bernd Laferenz in die verschiedensten Rollen. Er präsentiert eine komödiantische Interpretation des Theaterstücks „Hamlet”. Foto: Natalie Lydia Meyer

„Als kleiner Junge habe ich schon Auftritte von Bernd Lafrenz gesehen und ihn im vergangenen Jahr dann angesprochen, ob er nicht einmal hier spielen möchte. Ich freue mich sehr, dass er heute da ist und das Wetter mitspielt“, sagte Rüdiger Haupt. Auch Bernd Lafrenz freute sich über das Gastspiel in Bad Oeynhausen. Es war sein erster Auftritt mit „Hamlet” seit dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie.

Intrigen und Liebeswirrungen in einer tödlichen Tragödie

Der Shakespeare-Klassiker besitzt alles, was eine klassische Tragödie ausmacht: Einen Königsmord, der von den eigenen Brüdern verübt wird. Als Hauptfigur Prinz Hamlet, der danach strebt seinen Vater zu rächen und den Verrat aufzudecken, sowie weitere Intrigen und Liebeswirrungen, die in einer tödlichen Tragödie enden. Dabei ist „Hamlet“ kein Stück, bei dem sonst viel im Publikum gelacht wird. Es sei denn, Bernd La­frenz interpretiert die Handlung.

Mit wortgewandten eigenen Texten, vielfältiger Gestik und Mimik, verschiedenen Masken und komödiantisch ausgearbeiteten Figuren verleiht der Künstler dem Theaterstück einen ganz eigenen Charakter. So leidet der Geist des verstorbenen Vaters an Altersschwäche. Hamlet steht vor der Herausforderung der fehlenden Mobilität. Diese geht soweit, dass er versucht, sein Königreich gegen ein Pferd zu tauschen. Und der Hofnarr ist am Ende pfiffiger, als er aussieht. Alle Rollen verkörpert Bernd Lafrenz, der auch selbst Regie führt, mit gleicher Hingabe.

Das Publikum wird ebenfalls mit einbezogen. „Machen Sie jedes Geräusch, das Sie auf der Bühne erkennen, einfach mit“, sagte Bernd Lafrenz. Eulen- und Kuckucksrufe wurden daraufhin laut, Pferdehufe, die auf den Boden schlagen, nachgemacht, und das tratschende Volk des Königreiches gespielt.

Standing-Ovations für den Künstler

Mit schauspielerischer Wandlungsfähigkeit bringt Bernd La­frenz ein gelungenes Ein-Personen-Stück im Stile der Commedia dell’arte auf die Bühne. Der künstlerischen Freiheit sind dabei keine Grenzen gesetzt. Diese geht schließlich soweit, dass Hamlet am Ende nicht einen tragischen Tod stirbt. Mit Applaus und Standing-Ovations wird der Schauspieler nach seiner Darbietung vom Publikum verabschiedet.

Ein Wiedersehen ist bereits geplant, aber erst im nächsten Jahr. Am 3. Juli 2021 soll Bernd Lafrenz wieder an der Wassermühle Bergkirchen mit einer weiteren freien komödiantischen Interpretation – dann von Shakespeares Klassiker „Macbeth“ – zu sehen sein.

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