Teilweise Schichtbetrieb in der Corona-Krise – Schulungsangebot für Schüler und Lehrer
Für Format „Zoom“: ZDF-Dreh bei Gneuß

Bad Oeynhausen (WB). Mit den zunehmenden Lockerungen verstärkt die Stadt wieder ihre persönlichen Kontakte zu heimischen Unternehmen. So hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier jüngst die Firma Gneuß besucht. Zeitgleich war ein Fernsehteam zu Gast, dass einen Beitrag, voraussichtlich für das ZDF-Format „Zoom“, drehte. Die Frage, wie ein Unternehmen mit der Corona-Krise umgeht, stand im Mittelpunkt. Voraussichtlicher Ausstrahlungstermin: im Juli

Mittwoch, 10.06.2020, 12:01 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 12:10 Uhr
Firmenchef Dr. Stephan Gneuß (Mitte) hat das ZDF-Team um Frank Diederichs auf dem Firmengelände in Eidinghausen begrüßt. Mit dabei waren auch der Wirtschaftsförderer Patrick Zahn (Dritter von links) und Bürgermeister Achim Wilmsmeier (Dritter von rechts).

„Gerade jetzt möchte ich im Dialog mit den Firmen bleiben, um mich vor Ort über die Auswirkungen der Corona-Krise zu informieren“, sagte der Bürgermeister nach dem Gespräch mit Firmenchef Dr. Stephan Gneuß. „Unsere Wirtschaftsförderung hatte in den vergangenen Wochen intensiven Kontakt mit vielen Firmen. Vieles lief per Telefon und E-Mail. Aber das persönliche vertraute Gespräch ist dadurch nicht wirklich zu ersetzen“, sagte Achim Wilmsmeier.

Stadt-Haushalt mit etwa 5,5 Millionen Euro belastet

Im Gespräch erläuterte Stephan Gneuß die coronabedingte Lage seines Unternehmens. Es arbeite derzeit teilweise im Schichtbetrieb, um die Produktivität im Falle einer Erkrankung eines Mitarbeiters aufrecht erhalten zu können, und nutze auch das Ins­trument der Kurzarbeit. Aktuell würden noch alte Aufträge abgearbeitet, aber die zweite Jahreshälfte schätzt er als signifikant kritisch ein. Denn das Unternehmen sei überwiegend vom weltweiten Export abhängig, und die Investitionsbereitschaft sei aktuell weltweit sehr zurückhaltend.

Der Bürgermeister berichtete von den Auswirkungen der Pandemie auf die Stadt. Demnach belaste Corona den Haushalt zurzeit mit einer Summe von etwa 5,5 Millionen Euro bei einem Haushaltsvolumen von 130 Millionen Euro.

Auf die Frage des Bürgermeisters, ob und wie die Stadt in der gegenwärtigen Situation Unternehmen wie Gneuß helfen könne, betonte Prokurist Kai Gottwald besonders die Notwendigkeit einer ausreichenden Kinderbetreuung in den Kindergärten und Schulen. Die gegenwärtig ohnehin durch Kurzarbeit und Schichtarbeit stark belasteten Arbeitsprozesse würden durch die fehlende Kinderbetreuung zusätzlich stark belastet.

ZDF zu Gast

Die fehlende Infrastruktur der Schulen sei hierbei nur ein Teilaspekt und nach Ansicht von Gneuß nicht der eigentliche Flaschenhals. Ein primärer Fokus auf diesen Teilaspekt werde den Schülern und damit auch den Eltern und Unternehmen nicht rechtzeitig zum Schulstart nach den Ferien helfen.

Wichtiger ist aus Sicht von Gneuß, mit vorhandenen Mitteln – sowohl auf Seiten der Schule, als auch auf Seiten der Schüler – schnell und pragmatisch für die Lehrkräfte verbindliche Konzepte für das Distanzlernen zu erarbeiten und umzusetzen. Soweit sinnvoll ist Gneuß gerne bereit, hier durch EDV-Schulungen der Schüler und/oder Lehrkräfte oder auch anderweitige Unterstützung zu helfen.

Zeitgleich mit Bürgermeister Achim Wilmsmeier war ein Filmteam des ZDF zu Gast. Der Sender erstellt eine Reportage über den Umgang von Gneuß mit der Corona-Krise und den veränderten Rahmenbedingungen und hatte dazu bereits mehrere Termine vor Ort. Im aktuellen Dreh Mitte dieser Woche ging es auch um den Besuch des Bürgermeisters.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7442924?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Gerichtsposse um Tüv-Schwindel
Mit einem Stift war die Jahreszahl auf der Tüv-Plakette des alten Opels der Engeranerin geändert worden. Foto: Daniel Salmon
Nachrichten-Ticker