Bürgermeister will an Realisierung des im Kurpark Bad Oeynhausen geplanten Solegartens festhalten
Keine Fördergelder für die Liegehalle

Bad Oeynhausen (WB). Die Bezirksregierung Detmold will keine Fördergelder für die Umgestaltung der Liegehalle im Kurpark freigeben. Welche Auswirkungen das für die Realisierung des geplanten Solegartens – eine zentrale Maßnahme des neuen Tourismuskonzeptes für Bad Oeynhausen – hat, erläutert Bürgermeister Achim Wilmsmeier im Interview. Die Fragen stellte Redakteur Malte Samtenschnieder.

Samstag, 06.06.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 06:40 Uhr
Für die Umgestaltung der Liegehalle im Kurpark will die Bezirksregierung keine Fördergelder freigeben. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Realisierung des Solegartens. Dieser soll auf der benachbarten Freifläche entstehen. Foto: Rajkumar Mukherjee/Archiv

 

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung (ASE) wurde bekannt gegeben, dass die Stadt Bad Oeynhausen nicht auf erhoffte Fördergelder für den Umbau der Liegehalle im Kurpark hoffen kann. Wie begründet die Bezirksregierung die Ablehnung?

Achim Wilmsmeier: Im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) seien mit dem Kulturzentrum an der Druckerei, dem Rathausanbau, der ja durchaus auch für die Öffentlichkeit gedacht ist, und der Liegehalle drei Veranstaltungsflächen auf zu engem Stadtraum geplant, so dass Nutzungsüberschneidungen nicht auszuschließen sind. Darauf hat die Bezirksregierung am 24. März nach Durchsicht der ISEK-Steckbriefe hingewiesen und gleichzeitig eine mögliche Förderung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ins Gespräch gebracht.

Die Umgestaltung der Liegehalle sollte Hand in Hand mit dem Anlegen eines Solegartens erfolgen. Gerät durch die wegfallenden Fördergelder jetzt das Gesamtprojekt in Gefahr?

Wilmsmeier: Nein. Das Projekt Solegarten, für das es ja durchaus Fördergelder aus der Städtebauförderung geben soll, verfolgen wir selbstverständlich weiter und planen die Umsetzung für 2022. Wir werden versuchen, auch eine Förderung für die Liegehalle möglichst schnell auf den Weg zu bringen, um beide Projekte, wenn auch aus unterschiedlichen Fördertöpfen, 2022 umzusetzen.

Der Solegarten ist ein Teilprojekt des von Ihnen initiierten neuen Tourismuskonzeptes für Bad Oeynhausen. Welcher Stellenwert kommt dieser Maßnahme darin zu?

Wilmsmeier: Die Sole spielt in unserer Stadtgeschichte eine besondere Rolle. Die Sole erlebbar zu machen, ist daher ein durchaus zentraler Bestandteil des Tourismuskonzeptes. Trotzdem gibt es viele Bausteine, die erst als Ganzes ein Bild ergeben. Deshalb sollten wir uns bei diesen zwischenzeitlichen Informationen zur Förderung nicht entmutigen lassen.

In der Vergangenheit haben Sie wiederholt betont, dass das Tourismuskonzept nicht nur den Solegarten, sondern noch viele weitere Teilmaßnahmen umfasst. Was konnte bereits umgesetzt werden? Was steht kurz vor dem Abschluss?

Wilmsmeier: Ein Punkt ist das Beleuchtungskonzept für den Kurpark, das als Infrastrukturprojekt ein Teil des Gesamtkonzeptes ist. Der Auftrag zur Umsetzung soll im nächsten ASE vergeben werden, so dass durch die dann folgenden Arbeiten die Umsetzung im Kurpark auch greifbar wird. Bei der Staatsbad GmbH wird zurzeit eine Datenbank zu touristischen Themen aufbereitet, und es läuft ein Projekt zur Stärkung der Marke Bad Oeynhausen.

Welche Auswirkung hat die Corona-Krise auf die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Tourismuskonzept?

Wilmsmeier: Sicherlich hat uns Corona in vielen Bereichen eingeschränkt. Aber die Verwaltung war jederzeit arbeitsbereit und konnte an den beschlossenen Plänen weiterarbeiten. Das zeigt ja zum Beispiel auch die Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung für die neue Beleuchtung im Kurpark. Es gibt vielversprechende Angebote auch aus der Region, und ich würde mich freuen, wenn der Auftrag an eine heimische Firma geht und wir somit unsere Rolle als verlässlicher Partner in dieser schwierigen Zeit unterstreichen können. Wenn ich die einzelnen Projekte der Staatsbad GmbH dazu nehme, zeigt sich, dass trotz Corona durchaus einiges in Arbeit ist.

Werden aus Ihrer Sicht neue, zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, um den Tourismus in Bad Oeynhausen nach der Corona-Krise wieder anzukurbeln? Welche Ideen gibt es bereits?

Wilmsmeier: Sicherlich wird mit den weiteren Lockerungen der Corona-Regeln in diesem Jahr Urlaub in Deutschland eine besondere Rolle spielen. Diesen Schwung wollen wir natürlich mitnehmen. Dazu laufen bereits die Vorbereitungen der Staatsbad GmbH, um gezielt Menschen zu uns in die Kurstadt zu holen.

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