Amtsgericht Bad Oeynhausen urteilt: 58-Jähriger muss Geldstrafe zahlen
Unterschlagung lohnt sich nicht

Bad Oeynhausen (WB/wa). Weil er Waren im Wert von etwa 10.400 Euro unterschlagen haben sollte, musste sich ein 58-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten. Die beiden Fälle, über die das Gericht verhandelte, hatten sich in der Zeit von August 2017 bis April 2019 zugetragen.

Freitag, 05.06.2020, 11:03 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:40 Uhr
Weil er Waren im Wert von etwa 10.400 Euro unterschlagen haben sollte, musste sich ein 58-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten. Foto: dpa

Unter falschen Firmennamen oder Namen amerikanischer Künstler, die er während eines USA-Aufenthaltes musikalisch begleitet hatte, bestellte der Bad Oeynhausener nach Erhebung des Gerichts neben einem hochwertigen Messer-Set aus handgeschmiedetem Damaszener-Stahl auch Teile einer Musikanlage. Den Gesamtschaden bezifferte die Anklageschrift auf 10.375 Euro.

Im ersten Fall hatte der 58-Jährige – nach eigenen Angaben freischaffender Journalist und Musiker – unter einem Pseudonym Kontakt aufgenommen und dabei angegeben, eine Werbeagentur mit guten Kontakten nach Amerika zu betreiben. Das habe seinem Unternehmen „fototechnisch ganz gut und auch von der Story gepasst“, wie der 40-jährige Geschäftsführer vor Gericht eingestand.

Der Mann habe ein Messer-Set im Wert von 5000 Euro zur Ausleihe bestellt, um dieses in Bildern in der Serie „Game of Thrones“ in Szene zu setzen und zu bewerben. Die Unterlagen der Agentur seien überzeugend gewesen.

Als Gegenleistung hätte sein Unternehmen die Bilder zu Werbezwecken auf eigenen Webseiten ebenfalls nutzen können. Daher habe man die Messer über Irland an eine Adresse in den USA geschickt, doch dann sei der Kontakt abgebrochen. Erst über Zeitungsartikel, die von ähnlichen Betrugsmaschen unter demselben Pseudonym berichteten, sei es ihm klar geworden: „Da sind wir wohl einer Sache aufgesessen.“

Zwei der drei Messer habe er vom Angeklagten zurückerhalten. Dieser habe angegeben, dass der Mann mit dem gesuchten Pseudonym sein Untermieter gewesen sei, „der bei ihm die Messer als Mietkaution hinterlegt hat“, wie der Geschäftsführer berichtete.

Von „Untermietern schamlos ausgenutzt“?

Im zweiten Fall hatte der 58-Jährige mit einem Unternehmen einen Leihvertrag über eine Beschallungsanlage und die Lieferung in die Klosterstraße vereinbart. Dabei hatte er den Namen einer US-amerikanischen Künstlerin angegeben, „die ich als Bassist einmal begleitet habe“. Allerdings hätten Bekannte von ihm die Sendungen in Hamburg angenommen, weil er zu jenem Zeitpunkt nicht vor Ort gewesen sei. „Ich weiß aber ungefähr, wo die sein könnten.“

Der Angeklagte gab an, in den Fällen von „Untermietern schamlos ausgenutzt“ worden zu sein, denen er aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse sein Wohnzimmer als Büroraum vermietet habe. Doch diese Version kaufte Amtsrichter Dr. David Cornelius dem Mann nicht ab. Die Pseudonyme der Untermieter gebe es nicht, stellte er fest.

An den Beschuldigten wurden „hochwertige Sachen raus geschickt und das ohne Gegenleistung“, betonte der Richter zudem. „Man hat es Ihnen leicht gemacht.“ Zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilte Dr. Cornelius den 58-Jährigen Angeklagten und ordnete zugleich an, für die Messer den fehlenden Betrag von 1775 sowie weitere 2240 Euro für die Beschallungsanlage einzuziehen. Sein Urteil wurde noch im Saal rechtskräftig.

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