Leitung der Schule am Weserbogen kritisiert NRW-Landesregierung
„Von Ministerium diskriminiert“

Bad Oeynhausen (WB). Nach etwa zwei Monaten Unterricht per Videokonferenz ist nun für die Kinder der LWL-Schule am Weserbogen wieder der Unterricht vor Ort gestartet. Damit das klappen konnte, ist von der Schulleitung ein starkes Augenmerk auf die Einhaltung der Hygieneregeln gelegt worden. Weiterhin verzichten müssen die Schüler auf Bewegungsunterricht und einige ihrer Mitschüler. 50 Kinder der Schule gehören der Risikogruppe an. Zudem ist die Klassengröße jeweils halbiert worden.

Freitag, 05.06.2020, 04:49 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 05:00 Uhr
Gregor Fendel und Marion Gauert leiten die LWL-Schule am Weserbogen. Sie zeigen die Plakate, die in der Schule auf das Hygieneverhalten aufmerksam machen. Auch vor ihrem Büro hängen die Informationen aus. Foto: Kristin Wennemacher

Dass die Schule am Weserbogen die Maßnahmen einhält, wird bei einem Besuch schnell klar: An jeder Tür hängen kleine Plakate, die auf das richtige hygienische Verhalten während der Corona-Pandemie hinweisen. Auch sprechen die Lehrkräfte täglich mit den Schülern über die Hygieneregeln.

„Wir hatten bereits vorher einen hohen Hygienestandard“, sagt der stellvertretende Schulleiter Gregor Fendel. So hat beispielsweise schon seit Jahren jedes Klassenzimmer ein eigenes Waschbecken. Außerdem verbringen die Schüler ihre Pausen in ihren jeweiligen Bereichen, so dass der Kontakt zu anderen Klassen und Schülern vermieden werden kann. Eine generelle Maskenpflicht gilt auf dem Schulgelände nicht. Ausnahmen gibt es für die Pausen und für die Einzelförderung, bei der sich der enge Kontakt zwischen Schüler und Lehrer nicht vermeiden lässt.

Weiterhin für viele „Homeschooling“

Die Schüler halten sich vorbildlich an die Hygieneregeln, sagt Fendel erfreut. „Die Kinder konzentrieren sich sehr darauf“, fügt Schulleiterin Marion Gauert hinzu. Bei einer Klasse des siebten Jahrgangs, die zur Einhaltung der Maßnahmen zurzeit nur sechs Schüler zählt, ist die Freude über die Wiederaufnahme des Unterrichts in der Schule groß. Bisher hat es diesen nur per Videokonferenz gegeben. Der Schulbesuch ist nach Einschätzung der Schüler aber um einiges besser als „Homeschooling“.

Aktuell ist der Unterricht in Blöcke aufgeteilt, so dass jeder Schüler wenigstens für wenige Tage pro Woche die Schule besuchen kann. Für Schüler der Risikogruppe gibt es weiter nur Unterricht in Form von Videokonferenzen. „Das Gute daran ist, dass sie ein bekanntes Gesicht sehen“, betont Marion Gauert.

Kinder wochenlang ohne Therapie

Zudem haben mit dem Schulstart die Therapien der Kinder wieder begonnen. Dass diese in den vergangenen Wochen nicht stattfinden konnten, bedauert die Schulleiterin: „Das ist für die Kinder sehr viel Zeit. Dies kann für sie einen Rückschritt bedeuten.“ Den Kontakt untereinander haben die Jungen und Mädchen in der Coronazeit über soziale Netzwerke gehalten. „Es ist trotzdem schön, dass man alle wieder richtig sieht“, sagt Lili (14).

Während andere Bildungseinrichtungen selbst Konzepte einbringen konnten, wie ein Schulalltag in Corona-Zeiten aussehen kann, haben die Förderschulen auf die Erlasse warten müssen. Grund dafür sei die Befürchtung gewesen, dass die Schüler die Hygienemaßnahmen nicht einhalten würden.

Dies stimme aber nicht, erklärt die Schulleiterin und fügt hinzu: „Als Schule fühlen wir uns vom Ministerium diskriminiert.“ Die Eltern hätten während der Schließung vor großen Schwierigkeiten gestanden. So habe die Schule nur eine notdürftige Notbetreuung angeboten, die von 30 Schülern genutzt werden konnte. Außerdem hätten Integrationshelfer die Eltern bei der Pflege von ihren schwerstbehinderten Kindern unterstützt.

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