Mindener soll in einem Bad Oeynhausener Restaurant beleidigt worden sein
Mann (22) sticht mit Cutter-Messer zu

Bad Oeynhausen (WB/wa). Wegen eines Messerangriffs vor einem Lokal an der Portastraße hat sich nun ein 22-jähriger Mann vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Dort war 2019 ein Streit eskaliert, in den der Angeklagte zufällig hineingeraten war.

Dienstag, 02.06.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 17:02 Uhr
Wegen eines Messerangriffs vor einem Lokal an der Portastraße hat sich nun ein 22-jähriger Mann vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Foto: dpa

Sein Mandant sei in dem Eta­blissement frühmorgens im Oktober mit mehreren Gästen aneinandergeraten, weil diese der Meinung gewesen seien, dass dies „ihre Kneipe ist, die es zu verteidigen gilt“. Massiv sei sein Mandant wegen seiner Hautfarbe rassistisch beleidigt worden. Erst nach seiner Auseinandersetzung habe der 22-Jährige „später von anderen geflüchteten Menschen erfahren, dass man dort angegangen wird.“

Wie das Gericht feststellte, hatte sich der Mann an jenem Abend zunächst im Lokal „La Scala“ aufgehalten. Weil er keinen Zug mehr zu seinem Wohnort in Minden habe nehmen können, sei der Angeklagte dann in das Lokal an der Portastraße gegangen.

Was dort den Streit auslöste, konnte das Gericht nicht zweifelsfrei klären. Es stand lediglich fest, dass fünf Gäste den Mann grundlos aufgefordert hatten, das Lokal sofort zu verlassen, weil er dort nicht erwünscht sei. Er sei aus dem Lokal gestoßen worden und habe sich bei der darauffolgenden Auseinandersetzung bedroht gefühlt, erklärte der 22-Jährige.

Opfer einer rassistischen Tat?

Dabei hatte er ein Cutter-Messer gezogen und einen der Angreifer leicht am Hals verletzt. „Es war eine Notsituation, er hat überreagiert.“ Das Verhalten seines Mandanten räumte der Jurist als Handlung ein, „die nicht in Ordnung war“. Jedoch sei der 22-Jährige bereits „im Vorfeld Opfer einer rassistischen Tat“ gewesen, bei der er selbst verletzt worden sei. Das habe auf die Psyche eines Menschen erhebliche Auswirkungen, die ihn „in große Ängste reinbringt“. Zudem liege verminderte Schuldfähigkeit vor.

Dem folgte Amtsrichter Dr. David Cornelius, weil laut polizeilichem Protokoll bei dem Mann ein Alkoholgehalt von 2,2 Promille festgestellt worden war. Allerdings habe er von einem „Messer Gebrauch gemacht, das ist gefährlich“, betonte der Richter gegenüber dem nicht vorbestraften Mann.

„Rufen Sie einfach die Polizei und entfernen Sie sich.“ Sieben Monate Haft auf Bewährung verhängte Dr. David Cornelius gegen den 22-Jährigen. Zudem erlegte er ihm auf, 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen.

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