Seit Montag dürfen Restaurants und Cafés öffnen – auch hier zählt der Abstand
Kurstadt-Gastronomen mit langer To-do-Liste

Bad Oeynhausen (WB). Eines steht für die meisten Gastronomen in der Kurstadt bereits am ersten Tag der möglichen Öffnung ihrer Lokale (11.Mai) fest. Einen Restaurantbesuch in Zeiten der Corona-Pandemie für Gäste zu ermöglichen, umfasst eine große Zahl von Auflagen . 17 Punkte umfassen die Hygiene- und Infektionsschutzstandards der neuen Corona-Schutzverordnung, die die Gastronomen beachten müssen, damit ihr Restaurant, Café oder Imbiss wieder öffnen darf.

Dienstag, 12.05.2020, 02:15 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 05:03 Uhr
GOP-Direktor Christoph Meyer sieht der Öffnung der Gastronomie positiv entgegen. Am 15. Mai wird das Leander wieder öffnen. Die ersten Tische sind bereits schon gerückt. Foto: Louis Ruthe

Seit der Corona-Konferenz zwischen Bund- und Ländern am vergangenen Mittwoch ist die Information über eine Öffnung der Gastronomie in NRW bekannt. Der aktuelle „Fahrplan zur Öffnung von Handel, Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Fachmessen“ der Landesregierung ist jedoch erst am vergangenen Samstag samt Hygiene- und Infektionsschutzstandard-Katalog veröffentlich worden.

Esszimmer im Weinhaus Möhle

Das ist auch ein Grund, warum sich Vitus Schulte, Inhaber des Landhotels Weinhaus Möhle samt angeschlossenem Restaurant „Esszimmer“ in Volmerdingsen, das Ziel gesetzt hat, erst für diesen Freitag, 15. Mai, eine Gastro-Öffnung anzupeilen. Gemeinsam mit Michael Grosskurth, Verwaltungsleiter und Hygieneexperte der Klinik Bad Oexen soll in aller Ruhe ein Konzept erarbeitet werden, so dass Gäste, wie auch das Personal, bestmöglich geschützt sind.

„Wir werden unser Personal nochmals in Schulungen sensibilisieren und mit der neuen Schutz-Verordnung vertraut machen“, sagt Vitus Schulte in diesem Zusammenhang. Einen Vorteil hat er: „Wir haben Innen große Räume und auch unser Außenbereich bietet viel Platz, eine sorgfältige und damit mit Augenmaß betriebene Umsetzung zu ermöglichen.“ Zudem betont der Inhaber, dass er mit Michael Grosskurth einen Hygienefachmann an seiner Seite hat, der die Thematik von der Pieke auf gelernt hat. „Wir freuen uns natürlich, wenn wir unter besten Bedingungen wieder Kundschaft im Restaurant begrüßen können“, sagt Vitus Schulte.

Café Cult

Auch Margot Plottke, Inhaberin des Café Cult an der Klosterstraße, hat am Montag auf eine Eröffnung verzichtet – wenn auch aus einem anderen Grund. „Solange wie direkt die Baustelle vor meiner Tür ist, ist die Öffnung des Gastronomiebetriebes hinfällig“, sagt sie. Spätestens am Samstag, 16. Mai, erhofft sie sich, das Café, dann mit neu gepflastertem Außenbereich, eröffnen zu können. „Bis dahin sollen die Arbeiten vor meiner Tür fertig sein“, sagt Margot Plottke.

Immerhin bleibe ihr so genügend Zeit, um ein gutes Hygienekonzept zu erarbeiten. „Während der Schließung haben wir einige Renovierungsarbeiten vorgenommen“, berichtet Margot Plottke. Ziel der Café-Inhaberin ist es auch, zeitnah wieder Live-Musik-Abende anzubieten. „So können ich und meine Kunden auf direktem Weg die lokale Kulturszene unterstützen“, erklärt sie.

Restaurant Bulgaria

Bereits von diesem Dienstag an möchte Nikola Dragojevik, Inhaber des Restaurant Bulgaria auf der Lohe, für seine Gäste wieder da sein. „Über die Hälfte der Tische mussten wir sperren“, sagt der Inhaber. Zudem seien sie mit leicht zu desinfizierenden Folien bezogen worden. „Wir versuchen, alle Auflagen bestmöglich umzusetzen“, sagt Nikola Dragojevik. Die vergangenen sechs Wochen seien dramatisch gewesen. „Doch die schwierige Zeit ist nun noch längst nicht vorbei“, sagt er.

Mit Speisen zum Abholen hat Nikola Dragojevik in den vergangenen Wochen probiert, wenigstens etwas Umsatz zu erwirtschaften. „Das Angebot ist gut angekommen, aber meine zehn Angestellten habe ich so nicht bezahlen können“, sagt er. Viel gehe in der Gastronomie über den Absatz der Getränke zu den Speisen. „Ich hoffe, dass sich im Juni alles wieder etwas mehr normalisiert“, sagt er. Freudig schaut er in sein Reservierungsbuch. „Einige Gäste haben schon für die Woche einen Tisch bei uns gebucht“, sagt er. Das gebe Kraft für die kommenden Wochen.

Leander im Kaiserpalais

Am 15. Mai, 15 Uhr, sollen auch die Türen des Restaurants Leander wieder öffnen. Das hat GOP-Direktor Christoph Meyer im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt. „Statt Buffett gibt es im Leander vorerst nur Speisen À-la-Karte“, sagt Meyer. Dort, wo sonst die Gäste die mediterranen Speisen frisch zubereitet bekommen haben, wird sich vorerst nur das Personal aufhalten. „Mit der Öffnung können wir wieder schrittweise 40 bis 50 Mitarbeiter und Aushilfen beschäftigen, oder aus der Kurzarbeit holen“, berichtet er. Der GOP-Direktor freut sich darauf, wenn im Kaiserpalais wieder die ersten Gäste ein- und ausgehen.

„Für die Sommermonate sind wir in der Planung, vielleicht, wenn es die Auflagen zulassen, eine kleine Show vom Balkon des Kaiserpalais aus zu zeigen“, sagt Christoph Meyer. Davon würden die Künstler sowie die Gäste profitieren. Zudem sollen in den kommenden Tagen alle Ticketinhaber angeschrieben werden, bei denen die Show im GOP-Varieté aufgrund des Coronavirus abgesagt werden musste. „Ihnen können wir nun Gutscheine anbieten, die auch für den Besuch im Leander gültig sind“, sagt Christoph Meyer. Am Mittwoch werde das gesamte Leander-Team zusammen kommen, damit die Auflagen umgesetzt werden können und das Personal geschult werden kann.

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