Auch für Trauungen gelten in der Pandemie besondere Regeln
Glücksmomente im Standesamt

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). So nah die Städte Löhne und Bad Oeynhausen auch beieinanderliegen, so unterschiedlich sind die Handhabungen, was aktuell die Durchführung von Trauungen während der Corona-Pandemie angeht. Die Standesbeamten beider Städte berichten, welche Regeln gelten und wie sie die aktuelle Situation wahrnehmen. Auch wenn Kleinigkeiten Auslegungssache sind, steht über allem das Gebot des Gesundheitsschutzes.

Montag, 11.05.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 07:30 Uhr
Bei Trauungen gelten für die Paare und Gäste während der aktuellen Pandemie-Situation in den Standesämtern in Löhne und in Bad Oeynhausen besondere Regeln. Jüngst sind einige angepasst worden. Foto: dpa/Friso Gentsch

Trauungen auch ohne Gäste

Seit zwei Jahren vermählt Claudia Schröder Paare in Löhne. Dass ein Brautpaar sich ohne Gäste trauen lässt, kommt laut der Standesbeamtin immer mal wieder vor. Dass aus der Ausnahme wegen der Corona-Pandemie Gewohnheit wird, ist auch für Claudia Schröder eine neue Situation. „Anfangs war ich unsicher, ob ich meine übliche Rede halten soll“, berichtet die Mitarbeiterin der Stadt Löhne. Sie habe sich dagegen entschieden: „Wir wollen die Paare während der Trauung für einen Moment aus der Corona-Zeit entführen.“

Weil das Trauzimmer in der Villa Meyer nur 43 Quadratmeter groß ist, hat die Stadt die Personenanzahl auf das Paar, den Standesbeamten sowie vier weitere Gäste begrenzt. Zugelassen waren allerdings nur die leiblichen Eltern von Braut und Bräutigam – bisher. „Wir überlegen, diese Regelung zu lockern. Dann dürfte das Paar vier selbst gewählte Personen auch ohne Verwandtschaftsverhältnis mitbringen“, erläutert Claudia Schröder. Die Stadt will eine endgültige Entscheidung öffentlich machen, sobald die Regel spruchreif ist.

Gratulation von der anderen Straßenseite aus

Um dem Brautpaar nahe zu sein, gehen Freunde und Verwandte kreative Wege: „Manche gratulieren von der anderen Straßenseite aus und sogar eine Videoübertragung für die Trauzeugen, die draußen standen, habe ich ausnahmsweise gestattet“, berichtet Claudia Schröder.

Neben der begrenzten Besucheranzahl, die im Trauzimmer mit Mindestabstand sitzt, müssen vor Betreten des Standesamtes die Hände desinfiziert, sowie die Personalien erfasst werden, um gegebenenfalls eine mögliche Infektionskette nachverfolgen zu können. Zusätzlich gilt in öffentlichen Gebäuden die Maskenpflicht. „Sie kann aber im Trauzimmer abgenommen werden“, ergänzt Claudia Schröder. Den Trautisch ziert außerdem eine Glaswand, die als Spuckschutz dient.

20 Termine im Mai

16 Trauungen sind in der Villa Meyer während der Corona-Zeit vollzogen worden. Für den Mai sind insgesamt 20 Termine vergeben – nicht viel weniger als vor Corona. „Viele wünschen sich gerade in diesen schwierigen Tagen die Sicherheit einer Ehe. Es geht da auch um die rechtliche Grundlage“, erläutert Claudia Schröder.

Die Trauungen in der Villa Mühlenbach hat die Stadt vorerst ausgesetzt. Sofern die Corona-Anforderungen erfüllt sind, könnten sie im Juni dort wieder möglich sein.

Praxis in Bad Oeynhausen

Auch in der Nachbarstadt wurden die Trauungen nur im Standesamt am Ostkorso durchgeführt. Sebastian Beyer, Standesbeamter dort, erläutert, wieso: „Das GOP und das Schloss Ovelgönne sind Veranstaltungsorte und daher geschlossen.“ Trauungen auf dem Museumshof seien von Juni an wieder möglich. 18 Termine sind bisher für den Mai vergeben worden. Zum Vergleich: 2019 waren es 29. 20 Absagen und Verschiebungen für die Monate April und Mai zählt er bisher.

Kein Gesang bei der Zeremonie

Händedesinfektion und Personalienerfassung sind auch in Bad Oeynhausen Pflicht. Bis zum 7. Mai waren keine Gäste zugelassen, doch das großzügige Trauzimmer ermöglicht es den Paaren von sofort an, sechs weitere Personen mitzubringen. Das kann zum Beispiel auch ein Fotograf sein, „der sich allerdings nicht frei im Raum bewegen darf“, ergänzt der Standesbeamte. Von einer gesanglichen Begleitung während der Feier rät Sebastian Beyer tunlichst ab. Auch das Filmen ist nicht gestattet. „Wir stehen in Kontakt mit den Paaren. Wer individuelle Fragen hat, kann uns gerne anrufen“, sagt Sebastian Beyer.

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