Amtsgericht verurteilt 29-Jährigen zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung Vorbestrafter soll nach Schlägerei in Haft

Bad Oeynhausen (WB). Ein Jahr und neun Monate Haft muss ein 29 Jahre alter Mann aus Bad Oeynhausen verbüßen, wenn dieses Urteil rechtskräftig wird. Doch das Amtsgericht hat an seiner Schuld keinen Zweifel. Zweimal hatte der Beschuldigte nach Überzeugung der Verfahrensbeteiligten gemeinsam mit einem weiteren Mann den neuen Partner von dessen Ex-Freundin angegriffen und dabei erheblich verletzt.

Von Wilhelm Adam
Zweimal hatte der Beschuldigte nach Überzeugung der Verfahrensbeteiligten gemeinsam mit einem weiteren Mann den neuen Partner von dessen Ex-Freundin angegriffen.
Zweimal hatte der Beschuldigte nach Überzeugung der Verfahrensbeteiligten gemeinsam mit einem weiteren Mann den neuen Partner von dessen Ex-Freundin angegriffen. Foto: dpa

Die Vorfälle hatten sich im Januar vergangenen Jahres im Restaurant „La Scala“ an der Eidinghausener Straße und vor dem Krankenhaus an der Wielandstraße zugetragen. Das Verfahren gegen den zweiten Schläger hatte Amtsrichter Dr. David Cornelius aufgrund seiner Abwesenheit bereits am ersten Verhandlungstag abgetrennt (diese Zeitung berichtete).

Handy-Video zeigt die Tat

Noch einmal zwei Zeugen hörte das Gericht am zweiten Verhandlungstag, um die Ereignisse vor dem Restaurant in der Januarnacht zu klären. Doch nach insgesamt zwölf Zeugen gaben die Verfahrensbeteiligten auf. „Ich krieg’ das nicht mehr zusammen“, entschuldigte sich ein 29-jähriger geladener Zeuge, der von der Verteidigung benannt worden war. „Ich bin etwas verwundert“, sagte enttäuscht der Verteidiger, da von dem Mann bekannt gewesen sei, dass er die Auseinandersetzung gesehen haben müsse. Doch auch der Anwalt verzichtete auf weitere Zeugen, wenn „die sich plötzlich alle an nichts mehr erinnern“.

Unstrittig war auch für den Verteidiger die Schuld seines Mandanten an der Auseinandersetzung vor dem Krankenhaus, bei der der Mittäter sogar mit einem langen Knüppel auf den 32-jährigen Partner seiner Ex-Freundin eingeschlagen hatte. Diese hatte noch versucht, ihren neuen Freund zu schützen, bevor sie selbst attackiert und dabei ohnmächtig zusammengebrochen war. Zudem existierte ein Handy-Video der Tat, das eine weitere 29-jährige Bekannte aufgezeichnet hatte, die auch als Zeugin am ersten Verhandlungstag geladen war.

Doch was genau war im Restaurant passiert? Man spreche von „zweimal vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung sowie einer Trunkenheitsfahrt“ ins Krankenhaus, um dort dem Geschädigten nach der Auseinandersetzung im „La Scala“ eine weitere Abreibung zu verpassen, wertete die Staatsanwältin das Verhalten des Mannes, bei dem nach polizeilicher Festnahme ein Alkoholwert von 1,4 Promille sowie Drogenkonsum festgestellt worden waren. „Das war an Rohheit nicht zu überbieten“, betonte die Juristin. „Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass keine Folgeschäden eingetreten sind.“

Urteil noch nicht rechtskräftig

Sein Mandant habe „deeskalierend“ im „La Scala“ auf die Beteiligten eingewirkt und wollte dann nach Hause gehen, erklärte der Verteidiger, der dabei auf fahrlässige Körperverletzung plädierte. Der Angeklagte sei nach einem ersten Schlag des 32-jährigen späteren Geschädigten in Rage geraten und habe sich gewehrt, nachdem auch sein Freund mit Pfefferspray attackiert worden sei. Doch dem widersprach neben der Staatsanwältin auch Richter Dr. David Cornelius.

„Sie haben begonnen“, stellte er gegenüber dem 29-jährigen Beschuldigten fest. Er betonte: „Alle Zeugen waren Ihnen relativ wohlgesonnen.“ So habe der 32jährige Geschädigte kein Interesse an der Verfolgung der Straftat bekundet und „die Tat heruntergespielt. Ein weiterer Zeuge hat sie gesehen.“

Ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung lautet am Ende das Urteil von Dr. Cornelius gegen den mehrfach vorbestraften Angeklagten. Für seine Trunkenheitsfahrt ins Krankenhaus erlegte der Richter dem 29-Jährigen neben der bereits bestehenden einjährigen Sperre eine weitere von sechs Monaten auf. „Sie stehen seit 2017 unter Bewährung, und das alles hat bei Ihnen nicht dazu geführt, von Straftaten abzulassen“, begründete er seinen Entschluss zu einer Haftstrafe. „Für normale Bürger ist das nicht mehr vermittelbar.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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