Gesundheitsamt ordnet Tests für alle 170 Patienten und 170 Mitarbeiter an
Corona-Fälle in Reha-Klinik: weitere Testergebnisse

Bad Oeynhausen (WB). Wie hoch die Zahl der von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffenen Patienten und Mitarbeiter tatsächlich ist, darauf hatte Uwe Hamann, Geschäftsführer der Gollwitzer-Meier Klinik (GMK), am Donnerstagabend noch keine finale Antwort.

Donnerstag, 30.04.2020, 19:43 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 18:16 Uhr
Nach den ersten positiven Testergebnissen für Patienten und Mitarbeiter der Gollwitzer-Meier-Klinik auf das Coronavirus am Mittwoch dieser Woche hat das Gesundheitsamt angeordnet, dass alle 170 Patienten und alle 170 Mitarbeiter einen Abstrich machen lassen. Foto: Claus Brand

Nachdem am Mittwoch für zwei Mitarbeiter des Medizinischen Rehabilitationszentrums für Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie drei Patienten ein positives Testergebnis vorgelegen hatte, verfügte das Kreis-Gesundheitsamt umgehend einen Aufnahmestopp für die GMK und ordnete die Testung aller 170 Patienten und aller 170 Mitarbeiter an . Ein erstes Zwischenergebnis lag Donnerstagabend vor. Hamann: „82 weitere Testergebnisse haben wir. Zwei sind positiv.“ Daraus könne man aber noch nicht das weitere Vorgehen ableiten. Das sei erst möglich, wenn die Gesamtzahl vorliege.

82 weitere Testergebnisse liegen vor, davon zwei positiv

Am Donnerstagmorgen hatte er vom Kreisgesundheitsamt zunächst die Nachricht über drei weitere positive Testergebnisse erhalten. Noch am Mittwoch war auf den Weg gebracht worden, dass alle Mitarbeiter und Patienten sich einem Abstrich zur Prüfung auf das Virus unterziehen.

Mirjana Lenz, Sprecherin der Kreisverwaltung, erklärte Donnerstagnachmittag: „Das Gesamtergebnis der Tests liegt noch nicht vor.“ Auf dessen Basis werde das Gesundheitsamt in enger Abstimmung mit der GMK die weiteren Schritte veranlassen und darüber informieren. Erst dann sei insgesamt abzuschätzen, wie umfangreich die Auswirkungen sein werden. Der Krisenstab des Kreises bereitet sich auf verschiedene Szenarien vor. „Ein solcher Ausbruch bindet immer in mehreren Bereichen erhebliche Kapazitäten“, sagte Cornelia Schöder, Leiterin des Krisenstabs. „Damit alle auch im ungünstigeren Fall möglichst arbeitsfähig bleiben, führen wir mit den Beteiligten konstruktive Gespräche, um die Lage gemeinsam vorausschauend und umsichtig weiter zu bearbeiten.“

Herz- und Diabeteszentrum unterstützt

Mit Unterstützung der Laborkapazitäten des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) werden die zahlreichen Abstriche analysiert, mit möglichst zeitnahen Ergebnissen. Vorgenommen werden sie am HDZ durch das Institut für Labor- und Transfusionsmedizin. Hamann: „Es macht einen gravierenden Unterschied, ob wir im Gesamtergebnis über wenige weitere positive Testergebnisse oder eine große Zahl sprechen müssen.“ Auch in letzterem Fall ging er Donnerstagabend davon aus, dass alle dann betroffenen Patienten in der GMK bleiben würden.

Das Spektrum der Patienten in der GMK sei breit gefächert, von denen, die einen neuen Stent erhalten hätten bis zu Patienten nach einer Herztransplantation oder solchen mit einem Herzunterstützungssystem. Hamann: „Alle kommen in der Regel rehafähig zu uns. Das ist Voraussetzung. Auch Risikopatienten sind darunter.“ Alle würden sich aktuell abgeschirmt auf ihren Zimmern aufhalten. Weitere notwendige Schutzmaßnahmen seien ergriffen. Bereits seit etwa einer Woche würden alle Patienten auch einen Mund- und Nasenschutz tragen. Die Mitarbeiter würden über medizinische Masken im Umgang mit den Patienten verfügen.

Abstimmung mit Gesundheitsamt

Schon am Mittwoch seien vom Gesundheitsamt die vorsorglichen Isolierungsmaßnahmen für die Patienten angeordnet worden, denen die GMK umgehend durch organisatorische Maßnahmen nachgekommen sei. Hamann: „Das weitere Prozedere wird durch das Gesundheitsamt festgelegt, mit dem wir in sehr engem Kontakt stehen.“ Die Mitarbeiter der Klinik durften laut Hamann nach Dienstschluss jeweils ihren Arbeitsplatz unter Einhaltung aller Regeln des Robert-Koch-Institutes zum Kontaktverbot verlassen. Die benachbarte Klinik am Rosengarten, für die er auch Geschäftsführer ist, betrifft die jüngste Entwicklung nicht.

Das sagte der Bürgermeister

„Wir stehen mit der Leitung der Klinik in Kontakt. Unser Eindruck ist, dass sie im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt alle erforderlichen Maßnahmen trifft und darauf vertrauen wir“, sagte Achim Wilmsmeier. „Sollte die Klinikleitung Unterstützung von der Stadt benötigen, sind wir dazu selbstverständlich bereit.“

Ambulante und stationäre kardiologische Rehabilitation

Die Gollwitzer-Meier-Klinik (GMK) ist als Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie arterielle Gefäßerkrankungen von den Rentenversicherungen und Krankenkassen anerkannt. Sie bietet den Patienten – etwa 3500 pro Jahr – nach einer akuten Erkrankung und Operationen des Herz- und Gefäßsystems im Rahmen einer Anschluss-Heilbehandlung eine stationäre und ambulante kardiologische Rehabilitation.

Die Klinik hat nach eigenen Angaben 185 Einzelzimmer. Die Philosophie des Hauses steht für ein umfassendes kardiologisches Konzept, das Patienten möglichst ganzheitlich nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem herzchirurgischen Eingriff wieder zurück ins Alltags- und Berufsleben führt.

Zwischen dem Herz- und Diabetes-Zentrum (HDZ) NRW und der GMK bestehen ein ständiger Erfahrungsaustausch und eine enge Kooperation. Träger der GMK GmbH Bad Oeynhausen sind das Land NRW (60 Prozent) und die Stadt Bad Oeynhausen (40 Prozent).

 

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