Beschaffungsverbände Am Wiehen und Kreis Herford-West arbeiten künftig enger zusammen
Ausreichend Wasser für alle ist das Ziel

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Die Wasserbeschaffungsverbände (WBV) Am Wiehen und Kreis Herford-West haben das Kooperationsnetzwerk Trinkwasser in OWL gegründet. Ziele der Zusammenarbeit sind eine gemeinsame Informationskampagne rund um das Thema Trinkwassernutzung und ein engerer Austausch zwischen den Partnern.

Dienstag, 14.04.2020, 06:30 Uhr
Im Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen, dem Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille angehören, soll ein zusätzlicher Trinkwasserspeicher für Entspannung sorgen. Der erste Spatenstich erfolgte unlängst am Standort in Bergkirchen. Foto: WBV Am Wiehen/Archiv

Dazu wurden ein Infoflyer und eine themenbezogene Internetplattform vorgestellt. Weitere Aktionen sollen im Laufe dieses Jahres folgen. Die Wasserbeschaffungsverbände und die Wasserversorger vor Ort unternehmen derzeit erhebliche Anstrengungen, um die heimische Trinkwasserversorgung für die Zukunft zu sichern.

„Trinkwasser ist das Lebensmittel Nr. 1. Unsere Aufgabe ist es, die Bevölkerung ausreichend damit zu versorgen. Die punktuelle Wasserverknappung in den vergangenen Sommern und das rege Interesse der Öffentlichkeit an diesem Thema haben uns veranlasst, insgesamt mehr Aufklärung zu betreiben“, sagt Bernd Poggemöller. Der Löhner Bürgermeister ist zugleich Verbandsvorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen.

Öffentlichkeit soll regelmäßig informiert werden

„In den kommenden Monaten wollen wir immer wieder in die Öffentlichkeit gehen, um das Thema in seinen spannenden Facetten immer wieder neu zu beleuchten“, betont Ulrich Rolfsmeyer. Der Bürgermeister von Hiddenhausen ist Verbandsvorsteher des WBV Kreis Herford-West.

Künftig solle keiner mehr in OWL Wasserknappheit befürchten müssen. Dennoch komme man nicht an der Erkenntnis vorbei, dass die Sommer wohl immer heißer und trockener würden und dass es darum an einzelnen Tagen zu ungewöhnlich hohen Belastungsspitzen beim Wasserverbrauch komme.

Die beiden Wasserbeschaffungsverbände und deren Mitglieder befassen sich daher intensiv mit der Frage, wie die Trinkwasserversorgung auch unter den geänderten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktionieren kann.

„Wir sind in den vergangenen drei Jahren immer enger zusammengerückt. Diese Entwicklung möchten wir mit der Gründung des Netzwerkes fortführen und uns noch besser und effektiver austauschen“, erklärt Bernd Poggemöller.

Planung neuer Anlagen wird vorangetrieben

Darüber hinaus werden von den Verbänden und den Versorgern vor Ort die Planungen für neue technische Anlagen vorangetrieben. In Bergkirchen zum Beispiel wurde mit dem Bau eines neuen Wasserspeichers begonnen.

Weitere neue Trinkwasserspeicher und Versorgungsleitungen sind in Planung. Trinkwasserspeicher können mehrere Millionen Liter Wasser aufnehmen und somit helfen, Verbrauchsschwankungen im Tagesverlauf abzufangen; befüllt werden sie überwiegend nachts.

„Technische Anlagen sind leider nicht von heute auf morgen zu bauen“, sagt Karsten Klußmann vom WBV Herford-West. „Wir würden gerne noch schneller bauen, müssen aber Planungs- und Genehmigungsverfahren durchlaufen.“ Zum Teil werde es bis etwa 2025 dauern, ehe die aktuellen Planungen umgesetzt seien.

Auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen

In der Zwischenzeit sind die Wasserversorger auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. „ Wenn nach mehreren heißen und trockenen Tagen der Wasserbedarf wie in den Vorjahren durch Poolbefüllungen und Gartenbewässerungen extrem steigt, drohen die Systeme leer zu laufen. Das muss unbedingt vermieden werden“, betont Holger Freymuth, Wasserexperte der Stadtwerke Löhne.

Sollte ein Trinkwasser-Rohrnetz leerlaufen, droht ein längerer Ausfall der Wasserversorgung unter anderem durch mögliche Verkeimungen und Schäden an Anlagen und Leitungen. Der Schaden würde in die Millionen gehen.

Zudem kann es im Brandfall zu Schwierigkeiten kommen, die Feuerwehr mit ausreichend Löschwasser zu versorgen. Die Akteure waren sich einig, dass die behördliche Verhängung von Bußgeldern bei Zuwiderhandlungen gegen ein kurzzeitiges Wasserspargebot nur die Ultima Ratio sein kann.

Detaillierte Informationen zur Trinkwasserversorgung in OWL gibt es auf der neuen Internetplattform . Dort sollen alle Projektfortschritte kontinuierlich und aktuell dargestellt werden.

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