Landwirte-Start-Up „Feldwerk“ will die Region zum Blühen bringen
Pate einer Naturidylle werden

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). „Sei ein Held, bestell ein Feld“ – mit diesem Werbespruch wollen Marco Schlomann, Cousin und Landwirt Tobias Krutemeier sowie dessen Vater Ulrich Krutemeier Bürger animieren, eine Blühpatenschaft zu übernehmen und damit die Städte Löhne und Bad Oeynhausen nicht nur optisch zu verschönern, sondern auch dem Insektensterben entgegenzuwirken. Ende April wird ausgesät, damit die Flächen im Sommer blühen.

Donnerstag, 09.04.2020, 08:21 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 08:50 Uhr
Je nach Jahreszeit blühen die Wiesen in verschiedenen Farben. Für die Insektenwelt ist eine Blühwiese ein lebenswichtiger Raum. Foto: Ruthe /Archiv

Die Idee ist Ulrich und Tobias Krutemeier bereits im vergangenen Sommer gekommen. Die Familie betreibt selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb auf dem Wittel in Löhne. „Wir als Landwirtschaft haben die Flächen und die Möglichkeiten, um Blühwiesen anzulegen“, sagt Tobias Krutemeier.

Gemeinsam mit IT-Experte Marco Schlomann aus Bad Oeynhausen entwickelte das Trio das Internet-Portal „Feldwerk“, das Landwirte, sogenannte Feldwerker, und potenzielle Blühpaten zusammenbringen soll. „Wir haben bisher zwei Vertragslandwirte, Ulrich Krutemeier für die Stadt Löhne und Thomas Wehmeyer für die Stadt Bad Oeynhausen, die Flächen zur Verfügung stellen und die von uns bereitgestellte Pflanzenmischungen säen“, berichtet Marco Schlomann.

Ein Euro pro Quadratmeter

Über die unabhängige Plattform können Interessierte beliebig viel Fläche oder spezielle Angebotspakete auswählen. Die Fläche kostet pro Quadratmeter einen Euro, die Patenschaft gilt für zwei Jahre und kann anschließend verlängert werden. Von dem Geld werden die Saatmischungen gekauft, die Landwirte entschädigt und die Blühwiesen angelegt.

Je nach Menge spendiert Feldwerk den Käufern kleine Boni, beispielsweise eine weitere, kostenlose Fläche oder die Möglichkeit, bei der Einsaat auf dem Traktor mitzufahren. Damit sich die Aktion auch für die Landwirte lohnt, haben die Gründer einen finanziellen Anreiz geschaffen, der etwas über dem Verdienst bei landwirtschaftlicher Nutzung liegt.

Am 15. Februar ist die Plattform online gegangen. 40 private und 15 gewerbliche Patenschaften gibt es bisher. Von den drei zur Verfügung gestellten Hektar ist ein Hektar vergeben. Bis zum 25. April können weitere Patenschaften für dieses Jahr ausgestellt werden. „Die Aussaat planen wir für Ende April, damit die Wiesen im Sommer blühen“, ergänzt Tobias Krutemeier. Auch nach dem 25. April können Patenschaften erworben werden. Die Saatgutmischungen können dann aber erst im kommenden Jahr ausgesät werden.

Getestet werden sollen vorerst zwei verschiedene, regionale Mischungen, die zwei oder fünf Jahre halten. Zum Inhalt gehören unter anderem Klatschmohn, wilde Möhre oder Kornblumen. „Ziel ist es, einen vielfältigen Lebensraum zu gestalten und die Biodiversität zu fördern“, fügt Tobias Krutemeier hinzu. Auf der Homepage von Feldwerk sind die Standorte aller Blühwiesen gelistet. „Uns war der lokale Gedanke wichtig. Die Paten sollen beim Spaziergang vorbeigehen können und ihre Wiese sehen“, erläutert Marco Schlomann.

Mischung für zu Hause

„Wenn Firmen Brachflächen haben, die sie in eine Blühwiese verwandeln möchten, können sie sich an uns wenden“, sagt Tobias Krutemeier. Sogar eine Nachbarschaft habe sich schon zusammengetan, um eine triste Fläche in eine blühende Landschaft zu verwandeln.

Im Online-Shop bieten die Gründer neben den Patenschaften Saatgut für zu Hause, Vogelhäuser, die in Kooperation mit der Lebenshilfe Herford entstehen, Honig, Gin oder Geschenkgutscheine an. Weitere Projekte, wie ein Workshop zum Binden von Blumenkränzen, sind in Planung. Neu ist auch die Bienenpatenschaft mit Imker Thomas Büter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7362937?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker