Apotheken in Bad Oeynhausen haben derzeit viel zu tun – Lage entspannt sich aber
So verändert Corona den Apotheken-Alltag

Bad Oeynhausen (WB). Die meisten Geschäfte in Bad Oeynhausen haben aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Die Apotheken bleiben geöffnet, um die Bürger mit Medikamenten zu versorgen. In den ersten zwei Wochen der Pandemie konnten sie die Nachfrage kaum bedienen.

Dienstag, 07.04.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 07:30 Uhr
Die Mönch-Apotheke von Jürgen Brentzke musste sich aufgrund der Corona-Pandemie umstellen. Inzwischen kehrt in den Alltag eine Normalität ein. Foto: Frank Dominik Lemke

„Langsam entspannt sich die Lage“, sagt stellvertretend Jürgen Brentzke, Inhaber der Mönch-Apotheke in Eidinghausen. In den ersten zwei Wochen sei die Nachfrage extrem hoch gewesen. Zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter hat er eine von fünf Kassen seiner Apotheke geschlossen, um die Mindestabstände einhalten zu können.

Solange das Robert-Koch-Institut keine Entwarnung gibt, wird er weiter mit vier Kassen arbeiten. Zur neuen Normalität gehören auch Plexiglasscheiben, die Kunden und Mitarbeiter vor einer Tröpfcheninfektion des Corona-virus schützen. Spender für Desinfektionsmittel geben zusätzlichen Schutz. Jeder Besucher wird gebeten sie zu nutzen.

Nachfrage nach Masken derart hoch

Jürgen Brentzke ist Inhaber der Mönch-Apotheke.

Jürgen Brentzke ist Inhaber der Mönch-Apotheke. Foto: Frank Dominik Lemke

„Dafür haben wir genügend Vorrat. Doch für den Verkauf wird es langsam eng“, sagt Jürgen Brentzke. Zum Glück habe das Bundesgesundheitsministerium die Richtlinien für die Herstellung von Desinfektionsmittel vereinfacht. Apotheker dürfen die Herstellung aus Alkohol, Glycerin und Wasserstoffperoxid jetzt selbst vornehmen. Diese Grundsubstanzen hat der Leiter der Apotheke da. Doch es fehlen ihm die Flaschen zum Abfüllen. Deswegen wird er erst in etwa ein bis zwei Wochen neues Desinfektionsmittel anbieten können.

Ähnlich sehe es beim Mundschutz aus. Der sei kaum zu beschaffen. Eine Zusage vom Lieferanten hat er bekommen, allerdings zu ungewöhnlich hohen Preisen. Der Artikel habe vor der Corona-Krise im Einkauf wenige Cent gekostet. Jetzt ist die Nachfrage derart hoch, dass eine einzelne Maske mehrere Euro kostet.

„Hoffentlich lernen wir aus der Situation“

„Wir werden noch lange mit dem Coronavirus zu tun haben. Den ‚Shutdown‘ halte ich für vollkommen richtig“, sagt Jürgen Brentzke. Ohne die Einschränkungen würde sich das Virus extrem ausbreiten und das Gesundheitssystem über seine Belastungsgrenzen hinaus beanspruchen. So könnten Krankenhäuser, Ärzte und Institute auf die Pandemie reagieren und einen Impfstoff herstellen.

Wer zu Hause bleiben will, dem bringen die 15 Mitarbeiter der Mönch-Apotheke die Medikamente an die Haustür.

Wer zu Hause bleiben will, dem bringen die 15 Mitarbeiter der Mönch-Apotheke die Medikamente an die Haustür. Foto: Frank Dominik Lemke

Positiv sei das Verhalten der Menschen, mit denen er täglich zu tun hat. Die Kunden seien sehr rücksichtsvoll. Niemand habe sich in den vergangenen zwei Wochen ungeduldig oder unfreundlich gezeigt. Viele würden den Lieferservice der Apotheke nutzen. „Die Leute haben offensichtlich erkannt, dass es jeden treffen kann. Hoffentlich lernen wir aus der Situation“, sagt Jürgen Brentzke.

Jedes Jahr würden Menschen an Grippeviren erkranken und sterben. Wer Vorsorge treffe und auf Hygiene achte, könnte sich auch davor schützen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7359473?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Comeback mit Auswärtspunkt
Arminias Cebio Soukou (links, hier gegen Frankfurts Martin Hinteregger) erzielte das 1:0 für den Aufsteiger. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker