Immanuel-Kant-Gymnasium-Schüler Silas Ekelhoff berichtet über seinen Lernalltag
Prüfungsvorbereitung in Zeiten einer Pandemie

Bad Oeynhausen (WB). Deutsch, Erdkunde und Sozialwissenschaften schriftlich, Mathe mündlich: Das sind die bevorstehenden Abiprüfungen von Silas Ekelhoff (18). Eigentlich ist die erste Prüfung bereits am 23. April. Doch das Schulministerium hat die Prüfungen aufgrund der Corona-Pandemie um drei Wochen verschoben. Im Gespräch gibt der Freie Mitarbeiter der WB-Lokalredaktion einen Einblick in seinen Lernalltag.

Sonntag, 05.04.2020, 07:35 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 08:00 Uhr
Mit Lernbüchern und Aufgaben einer Onlineplattform versucht sich IKG-Schüler Silas Ekelhoff (18) auf seine Abiturprüfungen Mitte Mai vorzubereiten – trotz Corona und Schulausfall.

„Klar ist das eine Situation, die sich keiner von uns gewünscht hat“, sagt Silas Ekelhoff. Die ersten Tage nach dem regulären Unterrichtsausfall (16. März) seien chaotisch gewesen, und niemand seiner Mitschüler habe so recht gewusst, was nun aus ihrem Abitur werde. „Für mich war es wichtig, irgendwie einen Alltag entstehen zu lassen“, sagt der Gymnasiast.

Morgens zur gleichen Zeit aufstehen, einen Lernplan entwickeln und sich auch Freizeit zu gönnen, hätten ihm bei der bisherigen Abiturvorbereitung geholfen. Nachdem die ersten Tage geschafft waren und etliche Mails mit Lehrern und Schulleitung ausgetauscht waren, kam etwas mehr Struktur in den virtuellen Schulalltag. „Über eine Schulplattform haben wir regelmäßigen Unterricht in unseren jeweiligen Abifächern“, berichtet Silas Ekelhoff – im Mathekurs sogar per Videochat, damit sich die Schüler besser auf die mündliche Prüfung vorbereiten können.

„Ewige Hin und Her der Politik setzt einem zu“

„Wir Schüler können uns überlegen, ob wir die Kamera anhaben möchten oder nicht“, sagt er. Viele Aufgaben oder Lerninhalte seien noch vor der Corona-Pandemie verteilt worden; so auch die Themen für die Simulation der mündlichen Prüfung in Mathe. „Alle paar Tage verabreden wir uns mit dem Lehrer, und dann stellen wir unser Thema vor“, berichtet Silas Ekelhoff. Eine Stunde würde dann über das Thema diskutiert werden.

Silas Ekelhoff hat den Eindruck, dass er durch die neuen Formate effektiver lernen kann. Die Schüler untereinander seien generell in einem engen Austausch. „Jeder Leistungskurs hat seine eigene Whats-App-Gruppe“, sagt Silas Ekelhoff. Richtig diskutiert werde jedoch in den Einzelchats mit Mitschülern. „Egal ob in der Gruppe oder in Einzelchats, wenn jemand Lehrbücher oder Ähnliches hat, welche andere nicht haben, wird geteilt“, berichtet er.

Zusätzliche Angst vor der Prüfung wegen der Corona-Pandemie habe er nicht. „Wir haben genügend Zeit, die Lehrer können wir jederzeit kontaktieren, nur das ewige Hin und Her der Politik setzt einem zu“, sagt Silas Ekelhoff. Die neue Ansetzung der Prüfungstermine stößt dem Schüler zudem auf. „Ich muss meine beiden LK-Prüfungen nun an zwei Tagen hintereinander schreiben, vorher hatte ich etwas Luft“, sagt er. Zudem ist bislang unklar, wie der Unterricht zwischen dem 20. April bis zum ersten Prüfungstag am 12. Mai aussehen soll.

So sieht es der Schulleiter

Schulleiter Tom van de Loo kann die Skepsis seiner Schüler verstehen. „Dennoch ist ein Schulunterricht die wesentlich bessere Variante“, sagt der Schulleiter. Man dürfe den persönlichen Kontakt zwischen Schüler und Lehrer nicht unterschätzen. In der Schule werde wesentlich intensiver über eine Thematik diskutiert als in Videochats oder Telefonaten. „In welcher Form und in welchen Umfang dieser mögliche Unterricht aussehen soll, das kann noch nicht abschließend beantwortet werden“, sagt Tom van de Loo.

Dafür seien die Vorgaben vom Ministerium noch viel zu unklar. In der Zeit sollen dann jedoch auch weiterhin die jeweils relevanten Abifächer der Schüler Vorrang haben. „Ich denke, dass unsere Schüler trotz aller Schwierigkeiten gut vorbereitet sind“, sagt er. Bisher habe es jedenfalls noch keine negativen Rückmeldungen gegeben.

Q2-Stufenkoordinator Marc Erdbrügger vom IKG ist froh, wenn die Zeit des Homeoffice vorbei ist.

Q2-Stufenkoordinator Marc Erdbrügger vom IKG ist froh, wenn die Zeit des Homeoffice vorbei ist. Foto: Erdbrügger

Großen Anteil an der guten Vorbereitung hat auch Stufenkoordinator Marc Erdbrügger. Egal ob per Mail, Messenger-Dienst oder Telefon, der Stufenkoordinator ist derzeit Ansprechpartner für alles rund um das Abitur. „Ich versuche alle paar Tage ein Frage-und-Antwort-Stück anzufertigen“, sagt Marc Erdbrügger. Täglich kämen diverse Einzelfragen, die er so gebündelter für alle Schüler zugänglich mache.

„Meinen Prüfungsschüler in Sozialwissenschaften habe ich mit reichlich früheren Klausuren versorgt“, sagt er. Die angehenden Abiturienten hätten wahrscheinlich mehr Material zur Verfügung als so mancher Jahrgang zuvor. „Ich selbst kann bestens auf das Homeoffice verzichten. Ich freue mich auf den geregelten Schulalltag“, sagt Marc Erdbrügger.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7356294?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Arabi erhöht den Druck
Sport-Geschäftsführer Samir Arabi
Nachrichten-Ticker