Wittekindshofer Mitarbeiter fertigen Mund- und Nasenschutz für internen Gebrauch
Ehrenamtliche Masken-Näher gesucht

Bad Oeynhausen (WB). In Zeiten der Corona-Krise werden auch im Wittekindshof Schutzmasken knapp. Mitarbeiterinnen, die sonst Menschen mit Behinderung in den Wittekindshofer Werkstätten unterstützen, nähen deshalb in ihrer Arbeitszeit Mund- und Nasenschutze. Nun sucht die Freiwilligenzentrale auch ehrenamtliche Helfer, die von zuhause aus Behelfsmasken nähen.

Donnerstag, 02.04.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 08:50 Uhr
Sandra Pollex (links) und Nicole Schnepel von der Freiwilligenzentrale haben kochbare Baumwollstoffe gekauft, aus denen Behelfsmasken genäht werden können. Foto: Jaqueline Patzer

„Da die Werkstätten derzeit größtenteils geschlossen sind und nur wenige Menschen mit Behinderung zur Arbeit kommen, deren Pflege und Unterstützung im privaten Umfeld sonst nicht gesichert ist, haben Kolleginnen die Kapazitäten, Mund- und Nasenschutze in ihrer Arbeitszeit zu nähen, die hier im Wittekindshof zum Einsatz kommen. Schon mehrere hundert Stück sind fertig, aber wir benötigen mehr“, berichtet Diakon Andreas Nettingsmeier, Geschäftsbereichsleitung in den Wittekindshofer Werkstätten.

„Wir wollen den Tröpfchenflug und somit mögliche Ansteckungsrisiken so gut es geht minimieren. Da ist es förderlich, wenn beispielsweise schwerstmehrfachbehinderte Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, in ihren Ellenbogen zu niesen, das Tragen der einfachen Schutzmasken tolerieren. Aber auch Mitarbeitende in den Wohnhäusern und dem Pflegedienst sollen sie tragen, so empfiehlt es auch das Robert-Koch-Institut“, erklärt Andreas Nettingsmeier.

Heike Schürmann, Claudia Wittemeyer und Sabine Gärtner-Schulze – gelernte Näherinnen, Schneiderinnen und Bekleidungsfertigerin – nähen in der Werkstatt Sonnenbrede auf dem Gründungsgelände in Volmerdingsen die Behelfsmasken. Etwa sechs bis sieben Minuten benötigen sie für die Fertigung einer Maske. „Kochbaren Baumwollstoff haben wir aus unseren Beständen genommen, ebenso das Schlüpferband zur Befestigung am Kopf. Doch das wird langsam rar“, berichtet Schürmann. Karsten Förster bügelt die Stoffzuschnitte, damit seine Kolleginnen vorankommen. „Spätestens am Ende der Schicht oder nach Durchfeuchtung müssen die Masken gewechselt werden.

Fertige Päckchen mit Stoff, Nähgarn sowie einer Nähanleitung

Im Wittekindshof werden also viele Mundschutze benötigt“, sagt Nettingsmeier. Daher sucht die Wittekindshofer Freiwilligenzentrale nun Ehrenamtliche, die von zuhause aus die Behelfsmasken für die Stiftung nähen. „Viele Ehrenamtliche, die derzeit nicht Wohnhäuser und Klienten besuchen dürfen, haben bereits angefragt, ob sie uns anderweitig helfen können“, berichten Sandra Pollex und Nicole Schnepel, die die Ehrenamtsarbeit im Wittekindshof koordinieren. Sie haben daher am Dienstag knapp 220 Meter Baumwollstoff bei Tedox in Löhne besorgt.

„Nun wollen wir fertige Päckchen mit Stoff, Nähgarn und Draht sowie einer Nähanleitung packen. Diese liefern wir dann zu den Helfern nach Hause, stellen sie vor der Tür ab und holen die fertigen Mund- und Nasenschutze später wieder ab. In der Wittekindshofer Wäscherei werden die Masken dann gekocht und in die Wohnbereiche verteilt“, erklärt Nicole Schnepel in diesem Zusammenhang, die selbst in ihrer Freizeit bereits knapp 50 Behelfsmasken angefertigt hat.

Wer Zeit und Lust hat, Masken für den Wittekindshof zu nähen, kann sich bei Nicole Schnepel, Telefon 05734/612463 oder per E-Mail an freiwilligenzentrale@wittekindshof.de melden.

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