Taxiunternehmen fehlen die Fahrgäste – Ein Großteil des Geschäfts ist weggebrochen Überleben in der Corona-Krise

Bad Oeynhausen (WB). Aufgrund der Corona-Krise sind auf den Straßen viel weniger Fahrzeuge unterwegs als sonst. Die Menschen bleiben zu Hause. Der Shutdown trifft Taxiunternehmen besonders hart. Ein Großteil ihres Geschäfts ist weggebrochen.

Von Frank Dominik Lemke
Christian Ochs ist der Inhaber des Taxiunternehmens „Joachim Timmerberg“. Der 37-Jährige leitet eine Flotte von 17 Fahrzeugen. Zehn Taxiunternehmen teilen sich in Bad Oeynhausen den Markt. Alle berichten von ähnlichen Problemen.
Christian Ochs ist der Inhaber des Taxiunternehmens „Joachim Timmerberg“. Der 37-Jährige leitet eine Flotte von 17 Fahrzeugen. Zehn Taxiunternehmen teilen sich in Bad Oeynhausen den Markt. Alle berichten von ähnlichen Problemen.

„Wir haben noch Krankenfahrten. Das klassische Bargeschäft, vor allem am Wochenende, fehlt komplett“, sagt Christian Ochs, Inhaber von „Joachim Timmerberg – Funktaxen und Krankentransport“. Zehn Taxiunternehmen teilen sich in Bad Oeynhausen den Markt. Wegen des Corona-Shutdowns müssen sie mit wesentlich weniger Fahrgästen auskommen.

Vor der Krise brachten sie nachts Kneipengänger und Discobesucher nach Hause. Taxi Timmerberg allein hatte am Wochenende bis zu vier Taxis gleichzeitig im Einsatz. Jetzt ist keins mehr unterwegs. Vor der Krise warteten die Taxis am Nordbahnhof, um Reisende in die Kliniken Bad Oeynhausens und zu weiteren Zielen zu bringen. Auch hier ist nichts mehr zu verdienen.

Sechs Taxen bereits abgemeldet

Was bleibt, sind Krankenfahrten von Patienten, die nach Hause wollen. Wenn nach den Abreisen die Rehakliniken von Bad Oeynhausen leer sind, wird auch diese Einnahmequelle versiegen. Sechs seiner 17 Taxis hat Christian Ochs schon abgemeldet. Die Leasingraten laufen trotzdem weiter. Vor allem denkt er an seine elf Festangestellten, die er durch die Flaute bringen will. Die Aushilfen bleiben schon jetzt zu Hause.

Was bleibt, sind die wenig verbliebenen Fahrgäste, der Antrag auf die Soforthilfe des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Kurzarbeit. „Ich hoffe, der Spuk ist bald vorbei. Wenn das so weiter geht, können wir drei, vielleicht vier Monate durchhalten. Dann wird es richtig eng“, sagt Christian Ochs.

Aus seinem Umfeld hört er ähnliche Befürchtungen. Als Taxifahrer kennt er viele Geschäftsleute der Stadt, die eine Pleite fürchten. So oder so würden in Zukunft sicher mehr Geschäfte in der Kurstadt leer stehen.

Geforderte 1,5 Meter Abstand in einem Taxi unmöglich

Wegen des Corona-Virus’ haben die Taxiunternehmen zusätzlich investiert. Jedes Fahrzeug von Christian Ochs ist jetzt mit Desinfektionsmittel und Plexiglasscheiben als Infektionsschutz ausgestattet. Fahrgäste, ausgenommen eheähnliche Paare, dürfen in einer Limousine nur noch einzeln befördert werden.

Das sei zwar kostspielig, aber die einzige Möglichkeit. Die geforderten 1,5 Meter Abstand seien in einem Taxi unmöglich. Doch dafür seien die Plexiglasscheiben extra dick. Der Einstieg ist ab jetzt immer hinten rechts. Drei seiner Bullis haben genug Platz für zwei Personen, die gleichzeitig befördert werden können.

Trotz allem denkt Christian Ochs positiv. „Was bleibt einem auch anderes übrig?“ Eine kleine Erleichterung für ihn und einige Senioren ist der Einkaufsservice, den „Joachim Timmerberg“ jetzt anbietet. Für einen Obolus fahren die Mitarbeiter zum Supermarkt und liefern den Einkauf anschließend bis an die Haustür.

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