Mindener Straße: Chance für Lkw-Verbot – kurzfristige Maßnahmen
Bald nicht mehr A30-Umleitung?

Bad Oeynhausen(WB). Die ehemalige Stadtautobahn durch Bad Oeynhausen soll auf ganzer Länge in jede Fahrtrichtung einspurig werden. Über diese verkehrspolitische Zielsetzung mit Blick auf eine klimafreundliche Mobilität und eine Verkehrswende besteht Einigkeit zwischen Stadt und Politik. Jedenfalls haben dies die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung (ASE) der Stadt für weitere Gespräche mit dem NRW-Verkehrsministerium einstimmig mit auf den Weg gegeben.

Samstag, 08.02.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 14:52 Uhr
Ein Beispiel: Wie an der Eidinghausener Straße, nahe der Ampel zur ehemaligen Stadtautobahn, kann sich die Stadt auf der Mindener Straße ähnliche verkehrslenkende Maßnahmen vorstellen.

Sudbachtalbrücke und B611 als Alternative

Gegenstand der Beratungen zu diesem Komplex waren aber auch kurzfristig auf der Mindener Straße umsetzbare Maßnahmen, um das nach Freigabe der Nordumgehung inzwischen wieder größere Verkehrsaufkommen dort nicht weiter ausufern zu lassen. Dabei verfolgt die Stadt vor allem ein Ziel: Die Ortsdurchfahrt soll nicht mehr offizielle Umleitung für die Nordumgehung, zum Beispiel nach einen Unfall mit Stau, sein.

Jan-Martin Müller, Bereichsleiter Infrastrukturmanagement, verwies auf viel versprechende Gespräche mit der Bezirksregierung Detmold, dass diese Umleitungs-Rolle – zur und von der A2 – nach deren Freigabe der Sudbachtalbrücke und weiter der B611 zukommen soll. Damit könnte der Weg für Schritte wie ein Durchfahrtverbot für Lkw auf der Mindener Straße, seit Jahreswechsel im Eigentum der Stadt, geebnet sein. Was in diesem Bereich im Detail machbar ist, will und soll die Verwaltung dem ASE bis zur Sommerpause vorstellen.

Grüne und CDU kritisieren Dauer des Prozesses

Ob dies und auch die klare Positionierung zur Einspurigkeit nicht viel früher möglich gewesen wäre? Diese Frage warfen Andreas Edler (Grüne) und Dirk Büssing (CDU) auf. Sie verwiesen darauf, dass der Übergang des Eigentums an die Stadt und auch der Wunsch der Einspurigkeit lange bekannt seien. Andreas Korff (Linke) kommentierte diese Aussagen als „Wahlkampf“. Büssing verwies auf ein Gespräch von Vertretern seiner Partei mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zum Beginn des Vorjahres, in dem der bereits eine klare Haltung der Stadt eingefordert habe. Thomas Lüer, Technischer Beigeordneter, hielt entgegen, dass es politische Beschlüsse gebe, dann in diese Richtung zu handeln, wenn die Stadt Eigentümer eines Teils der Ortsdurchfahrt geworden sei. Dies sei seit Jahresbeginn so. Lüer sagte nach der Aufzählung einzelner Daten zum bisherigen zeitlichen Ablauf der Gespräche und Verhandlungen: „Die Verwaltung ist mindestens mal keine Schlafmütze“.

Jan-Martin Müller erläuterte, wie kurzfristige Maßnahmen aussehen könnten, um Verkehrsräume so zu gestalten, „dass wir nicht zusätzlichen Verkehr bekommen.“ Deshalb wolle man auch auf die Einstreifigkeit gehen. Im Maximalfall geht es auf der Mindener Straße kurzfristig um eine Strecke von 850 Metern zwischen Alter Rehmer Weg und Zum Rehmer Eck in einer kürzeren Variante um eine Strecke von 500 Metern zwischen Alter Rehmer Weg und Werre-Park. Ziel sei es, dass Auswärtige diese kürzere Strecke im Vergleich zur Nordumgehung nicht nutzen, der innerstädtische Bad Oeynhausener Verkehr aber schon. Dabei seien auch Auswirkungen auf umliegende Straßen zu berücksichtigen. Dafür werde man möglicherweise auch externen Sachverstand einholen müssen.

Stahlleitplanken „zu teuer und zu massiv“

Frank Helming (SPD) regte an, die Maßnahmen am östlichen Ende bis zur Dehmer Straße fortzusetzen. Von der A2 kommender Verkehr könne dann über die Dehmer Straße und die Dehmer Spange wieder auf die Nordumgehung auffahren. Sonst bestehe die Gefahr, dass dieser Verkehr durch Rehme ausweiche. Lüer sicherte zu, alle möglichen Varianten bei der Detailplanung zu prüfen.

In der praktischen Umsetzung temporärer Maßnahmen will die Stadt nicht auf Baken setzen, lieber auf eine Lösung wie jetzt an der Eidinghausener Straße nahe der Einmündung zur Mindener Straße/Kanalstraße. Auch Stahlleitplanken kämen nicht in Frage mit der Begründung: „Zu massiv, zu kostenintensiv.“ In den nächsten Tagen erwarte man Kostenangaben von Firmen, „die solche Absperrformate verleihen oder verkaufen.“ Rainer Müller-Held (BBO) bezeichnete alle drei Varianten als hässlich. Müller beantwortete dies mit dem Hinweis, dass dies nur Beispiele seien. Entscheidend für Maßnahmen werde sein, „dass sie schnell aufzubringen, dauerhaft und zugleich preiswert seien“.

Auswirkungen auf das gesamte Straßennetz einbeziehen

Zu den kurzfristigen Maßnahmen und zum vorausgegangenen Beschluss zur Einspurigkeit hatte Olaf Winkelmann für SPD, BBO, UW und Linke eine Ergänzung eingebracht. Über sie wurde ebenso abgestimmt, mit einstimmigem Ergebnis. Die Ergänzung lautet: Dabei sind die Auswirkungen auf das übrige Binnen-Straßennetz sowie die dort erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung einer zukunftsfähigen und klimagerechten Mobilität und zur Vermeidung von Verkehrsverlagerungen von der Mindener Straße zu berücksichtigen. Insbesondere geht es um Werster Straße, Alter Postweg, Eidinghausener Straße, Kirchbreite, Steinstraße, Königstraße und Weserstraße.

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