Karl von Oeynhausen ist Namensgeber der Stadt
Alles Gute zum 225. Geburtstag

Bad Oeynhausen  (WB). Sollte die Stadt Bad Oeynhausen je nach dem geeigneten Datum für einen eigenen Feiertag suchen, könnte die Wahl auf den 4. Februar fallen. Dann wurde nämlich ihr Namensgeber Karl Freiherr von Oeynhausen geboren. 225 Jahre ist das her.

Dienstag, 04.02.2020, 06:30 Uhr
Vor dem Badehaus I erinnert eine Büste an Karl Freiherr von Oeynhausen. Der Namensgeber der Stadt feiert an diesem Dienstag seinen 225. Geburtstag. Foto: Malte Samtenschnieder

Karl August Ludwig von Oeynhausen wurde mit seinem Zwillingsbruder Friedrich Adolf Ludwig am 4. Februar 1795 in Nieheim geboren. Er besuchte Gymnasien in Mannheim und Stuttgart. Später studierte er Mathematik und Naturwissenschaften in Eisleben und Göttingen. Sein Bergassessor-Examen bestand er im Jahr 1820 und bekam dann eine Anstellung als Bergreferendar in Bochum.

Es folgten berufliche Stationen als Oberbergrat in Dortmund (1828), Halle an der Saale (1830) und Bonn (1831). 1841 wurde Karl von Oeynhausen Geheimer Bergrat in der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung beim Finanzministerium in Berlin. Von 1847 an war er als Berghauptmann Direktor des Schlesischen Oberbergamtes in Brieg. 1855 übernahm der die Leitung des Oberbergamts Dortmund. 1864 erkrankte er und schied aus dem Staatsdienst aus. Am 1. Februar 1865 starb Karl von Oeynhausen mit 69 Jahren an seinem Geburtsort Nieheim.

Auftrag zum Erbohren von Steinsalzvorkommen

Bereits relativ zu Beginn seiner Karriere, im Jahr 1830, erhielt Karl von Oeynhausen von Preußen den Auftrag, Steinsalzvorkommen in der „Königlichen Saline Neusalzwerk“ im Amt Rehme (Kreis Minden) zu erbohren. Das Unternehmen erwies sich als Irrtum. Denn als man auf dem Gelände des heutigen Kurparks mit Bohrungen begann, stießen die Arbeiter 1839 anstatt auf Steinsalz auf eine kohlensäurehaltige Thermalsolequelle (den „Oeynhausen Sprudel“).

Der Ort der Bohrung lag auf dem Grundstück des Colon Meyer, Im Knick. Er war nicht weit von Neusalzwerk entfernt, gehörte jedoch zu Melbergen im Amt Gohfeld (Kreis Herford). Als Karl von Oeynhausen Pläne zur Errichtung eines der Allgemeinheit dienenden Heilbades entwickelte, musste er folglich die Konzession zum Badebetrieb beim Landrat des Kreises Herford, Georg von Borries, beantragen. Diese Konzession wurde 1845 erteilt.

Seine Pläne zur Anlage eines Bades trug Karl von Oeynhausen auch dem preußischen König, Friedrich Wilhelm IV., vor, der sich fortan persönlich für die Förderung des Bades engagierte. Der Oberbergrat selbst erwarb Ländereien, auf denen er später Badehäuser und Parkanlagen bauen ließ. Zum 24. Mai 1847 erfolgte die Errichtung einer gemeinnützigen Badeanstalt unter unmittelbarer Leitung des Staates.

Umbenennung in Bad Oeynhausen im Jahr 1848

Gleich zwei wichtige Ereignisse verzeichnet die Chronik für das Jahr 1848. Zum einen erhält die Badeanstalt in Neusalzwerk in Anerkennung der großen Verdienste des Freiherrn von Oeynhausen den Namen Bad Oeynhausen. Zum anderen erfolgt die Anbindung an die „Cöln-Minden-Eisenbahn“.

Fünf Jahre später erfolgt die erste Anlage des Kurparks nach Plänen des königlichen Gartendirektors Peter Joseph Lenné. In der Zeit von 1854 bis 1857 wird das Badehaus I gebaut. Bei der Eröffnung des Thermalsolebades Nr. 1 von Carl Ferdinand Busse ist sogar der preußische König, Friedrich Wilhelm IV., dabei.

In den Jahren 1859/1860 wird schließlich aus Teilen der Gemeinden Rehme-Niederbecksen, Gohfeld und Werste die Gemeinde Oeynhausen gebildet. Zum 1. Januar 1860 – also vor nunmehr 160 Jahren – tritt sie in den Stand der Städte ein. Auch dieses wichtige Ereignis verfolgt Karl von Oeynhausen noch zu seinen Lebzeiten, bevor er wenige Jahre später erkrankt und bald darauf verstirbt.

Die Erbohrung des Jordansprudels mit einer Tiefe von 725 Metern und einer Schüttung von 3000 Litern pro Minute erfolgte erst 60 Jahre nach Karl von Oeynhausens Tod durch Oberbergrat Albert Jordan. Dieser gilt bis heute als größte kohlensäurehaltige Thermalsolequelle der Welt und ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt Bad Oeynhausen.

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