Streichensemble beeindruckt Zuhörer in Bad Oeynhausen mit Streifzug durch Romantik
Sechs Mal „Stradivari“ – ein Hörgenuss

Bad Oeynhausen  (WB). Als die Mitglieder des „Sestetto Stradivari“ am Freitagabend zum Beginn ihres Konzerts in der Auferstehungskirche am Kurpark ihre Plätze vor dem Altar einnehmen, sind die Erwartungen der Zuhörer hoch.

Montag, 03.02.2020, 06:30 Uhr
Haben als „Sestetto Stradivari“ begeistert (von links): David Romano, Marlène Prodigo, Raffaele Mallozzi, David Bursack, Sara Gentile und Diego Romano. Foto: Malte Samtenschnieder

Das hat diesmal aber nicht – wie sonst meist üblich – in erster Linie mit den renommierten Musikern selbst, sondern vor allem mit ihren einzigartigen Instrumenten zu tun: Zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Celli aus der Werkstatt des legendären italienischen Geigenbauers Antonio Giacomo Stradivari kommen während des Konzerts zum Einsatz.

„Sestetto Stradivari“ in Bad Oeynhausen

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  • „Sestetto Stradivari“ in Bad Oeynhausen
Foto: Malte Samtenschnieder
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Und das hat Tradition. Bereits mit dem ersten Auftritt im Jahr 2001, bei dem das Ensemble ausschließlich auf Stradivari-Instrumenten spielte, legte das „Sestetto Stradivari“ den Grundstein für eine internationale Karriere.

Die Mitglieder – David Romano und Marlène Prodigo (Violine), Raffaele Mallozzi und David Bursack (Bratsche) sowie Sara Gentile und Diego Romano (Cello) – gehören alle dem namhaften Orchestra dell'Academia Nazionale di Santa Cecilia in Rom an.

Die Künstler sind nicht nur in großen Konzerthäusern auf allen Kontinenten gefragt. Eine Schönberg-Tschaikowsky-CD-Einspielung brachte dem Ensemble 2015 eine Nominierung für den Grammy Award ein.

Auf Brahms folgt Tschaikowsky

Während des Musikabends in Bad Oeynhausen setzt das „Sestetto Stradivari“ auf Werke der Romantik. Auf das Streichsextett Nr. 1 in B-Dur, opus 18, von Johannes Brahms folgt nach der Pause „Souvenir de Florence“ – Sextett in d-moll, opus 70, von Pjotr Iljitch Tschaikowsky. Darüber hinaus erklatschen sich die Zuhörer nach den Ende des regulären Programms ein Charakterstück von Luigi Boccherini als Zugabe.

Doch zurück zum Anfang des Konzerts. Schnell wird klar, dass sich die hohen Erwartungen des Publikum an den besonderen Klang der etwa 300 Jahre alten Streichinstrumente erfüllen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie von den Künstlern meisterlich gespielt werden.

Immer wieder hat man das Gefühl, dass die sechs eigentlich eigenständigen Instrumente mit je vier Saiten zu einem homogenen Organismus mit nunmehr 24 Saiten verschmelzen. Die aus dieser Klangfülle resultierende, geradezu magische Präsenz prägt den gesamten Hörgenuss.

Perfekte Harmonie wird deutlich

Dass sie perfekt miteinander harmonieren, machen die Künstler an diversen Stellen deutlich. Etwa, wenn sie prägnante Motive durch die unterschiedlichen Stimmen hin und her wandern lassen, ohne dass der Spannungsbogen abreißt.

Beeindruckend ist die Koordination nicht nur bei inbrünstig mit dichtem Bogenstrich vorgetragenen Melodielinien, sondern auch bei rasanten Pizzicato-Läufen. Ein Blick hier, ein Nicken dort – mehr ist nicht nötig, um die Musiker auf Kurs zu halten.

Sowohl während des viersätzigen Brahms-Sextetts, als auch während des fünfteiligen Tschaikowsky-Sextetts herrscht in der Auferstehungskirche eine konzentrierte Stille. Viele Zuhörer nutzen die Gelegenheit, um ganz in die wohlig-warmen, betörend-einnehmenden Klänge der Romantik einzutauchen.

Eigentlich ist es aber zu schade, der Musik mit geschlossenen Augen zu lauschen. Denn dann entgeht einem der optische Reiz der Stradivari-Instrumente – insbesondere ihr charakteristischer tiefroter Lack.

Das Publikum genießt den Klassikabend in vollen Zügen. Für den Schlussapplaus erheben sich die etwa 300 Zuhörer von ihren Plätzen. Zu Recht. Und als Dank gibt es – natürlich – die erhoffte Zugabe.

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