Infoabend bei den Stadtwerken Bad Oeynhausen zeigt, dass viele Bürger noch Fragen haben
Bäder-Bau: „Wo ist denn der Fünfer geblieben?“

Bad Oeynhausen (WB). Architekt Heinrich Brinkhus nimmt die Zuschauer mit auf seine virtuelle Reise durch das neue Bad im Siel. 50 Interessierte sind am Montag zum Infoabend bei den Stadtwerken gekommen und lassen sich die Sanierung des Frei- und den Neubau des Hallenbades zeigen und erklären.

Mittwoch, 11.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 06:02 Uhr
Blick ins Sielbad: Die Umbauplanungen bringen manchen Bürger auf den Zaun. Läuft die Auftragsvergabe reibungslos, sollen die Arbeiten unterhalb der Kanalstraße im Frühjahr kommenden Jahres beginnen. Die Wiedereröffnung des Gesamtkomplexes soll zwei Jahre später erfolgen – vor der Sommersaison. Foto: Dominik Rose

Dabei wird eines deutlich: Viele Bad Oeynhausener haben noch Fragen. Einige davon werden an diesem Abend beantwortet. Bei dem ein oder anderen Fragesteller bleibt jedoch Unmut. Vor allem die Kosten und das Fällen von 20 alten Linden treiben die Bürger um.

Gebäudedurchgang in Echtzeit bringt neue Erkenntnisse

Landschaftsarchitekt Klaus Wiebold, zuständig für die Umgestaltung des Außenbereiches, der in der vergangenen Woche bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung referiert hatte und Gesamtprojektsplaner Brinkhus stellen die Pläne detailliert vor. Insbesondere der Gebäudedurchgang in Echtzeit bringt manchem Zuschauer neue Erkenntnisse: „Ach, so soll das also werden!“

Planer Heinrich Brinkhus (l.) und Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze stehen vor der Animation des neuen Nichtschwimmerbeckens.

Planer Heinrich Brinkhus (l.) und Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze stehen vor der Animation des neuen Nichtschwimmerbeckens. Foto: Dominik Rose

Doch es gibt auch kritische Anmerkungen. Beim Blick auf das künftig separierte Becken mit den Sprungtürmen etwa sagt eine Besucherin: „Wo ist denn der Fünfer geblieben?” Den hohen Turm gibt es nicht mehr, wenn das Bad nach Abschluss der Bauarbeiten voraussichtlich im Frühjahr 2022 wieder öffnet. „Schade“, murmelt die Frau.

Abstriche müssen gemacht werden, aber aus Sicht der Planer überwiegen die Vorteile. Andreas Schwarze, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO), nennt ein Beispiel: „Im Vergleich zu vielen anderen Kommunen behalten wir das 50-Meter-Becken.“ Es gibt allerdings nur noch fünf statt derzeit sieben Bahnen. „Der Charakter unseres lieb gewonnen Bades wird weggerissen“, ärgert sich ein Bürger. Diese Ansicht teilt SBO-Vorstand Andreas Schwarze natürlich nicht: „Es macht keinen Sinn, ein marodes Bad weiter zu betreiben.“

„Jahrzehntelang ist nichts passiert“

Fast 50 Interessierte gehen am Montagabend im Vortragsraum der Stadtwerke mit dem Architekten auf eine virtuelle Bäderreise.

Fast 50 Interessierte gehen am Montagabend im Vortragsraum der Stadtwerke mit dem Architekten auf eine virtuelle Bäderreise. Foto: Dominik Rose

Als die Stimmung beim Thema Geld etwas lauter und aggressiver wird, kommt auch Bürgermeister Achim Wilmsmeier (SPD) nach vorn. Ob sich eine 50.000-Einwohner-Stadt wie Bad Oeynhausen ein solches Bad leisten könne, wird der Rathauschef gefragt. „Wir nehmen beim Haushalt ein gewisses Maß an Schulden in Kauf“, teilt er angesichts der derzeit angenommen Gesamtkosten von 21,1 Millionen Euro (4,8 Millionen Euro für das Freibad, 16,3 Millionen Euro für das Hallenbad) mit. „Jahrzehntelang ist nichts passiert. Es wurde höchste Zeit.“ Die Veränderungen seien notwendig, die Planung sei funktional. Nun wolle man rasch mit dem Bau beginnen. Angedacht ist, je nach Angebot, im Frühjahr loszulegen.

„Wo sollen wir eigentlich in den nächsten beiden Jahren schwimmen?“, will eine Frau wissen. Schwarze verweist auf das vom Förderverein betreute Freibad auf der Lohe. Einige Zuhörer schütteln den Kopf. Lebhaft wird auch über das Fällen alter Bäume geredet. Das sei leider erforderlich, sagt Landschaftsarchitekt Wiebold. Es werde für Ausgleich gesorgt. Ein Teilnehmer meint, dass die Bürger bei der Planung übergangen worden seien. Achim Wilmsmeier gefällt das nicht. Er hätte sich solche Fragen zu früheren Zeitpunkten in den öffentlichen Sitzungen gewünscht. Bad Oeynhausen und das neue Sielbad – es bleibt emotional.

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