Fachausschuss lässt parallel zwei Standorte in Bad Oeynhausen prüfen Zieht der ZOB bald um?

Bad Oeynhausen  (WB). Wer sich mit der künftigen Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Bad Oeynhausen befasst, muss unweigerlich auch darüber nachdenken, ob in diesem Zusammenhang die Verlegung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) erfolgen soll.

Von Malte Samtenschnieder
Bekommt der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) einen neuen Standort an der Kanalstraße oder bleibt er, wo er ist? Das soll eine standortneutrale Untersuchung zeigen. Diese hat der Ausschuss für Stadtentwicklung auf den Weg gebracht.
Bekommt der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) einen neuen Standort an der Kanalstraße oder bleibt er, wo er ist? Das soll eine standortneutrale Untersuchung zeigen. Diese hat der Ausschuss für Stadtentwicklung auf den Weg gebracht. Foto: Louis Ruthe/Archiv

So geschehen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Die Mitglieder verständigten sich mehrheitlich darauf, bei der Untersuchung der technischen Machbarkeit sowohl den bisherigen Standort des ZOB, als auch einen möglichen Alternativstandort an der Kanalstraße in den Blick zu nehmen.

Erweiterung des ursprünglichen Beschlussvorschlags

Nachdem sich der Fachausschuss bereits Ende Oktober mit dem Thema befasst aber keinen Beschluss gefasst hatte, folgten nach Angaben der Verwaltung Beratungen in den Fraktionen, bei denen auch Thomas Lüer, Technischer Beigeordneter, Rede und Antwort stand.

Die resultierende Erweiterung des ursprünglichen Beschlussvorschlags gebe die Ergebnisse der inhaltlichen Diskussion und die offenen Fragestellungen weitgehend wieder. Fazit: Es bestehe der Wunsch nach einer umfänglichen Grundlagenermittlung, die die Weichen für den nachhaltigen, zukunftsfähigen Betrieb sowohl des ÖPNV als auch des ZOB im Stadtgebiet stelle.

Fachausschuss erteilt verschiedene Prüfaufträge

Die Ausschussmitglieder beschlossen einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, zusammen mit der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (mhv) die Machbarkeit einer möglichen Verlegung des ZOB zu untersuchen, Abstimmungen mit der Deutschen Bahn AG und dem Landesbetrieb Straßen NRW zu führen und entsprechende Planungs- und Arbeitsergebnisse im Laufe des Jahres 2020 im Ausschuss für Stadtentwicklung vorzulegen.

Parallel dazu wurde die Verwaltung beauftragt, eine Grundlagenermittlung durchzuführen und die technische Machbarkeit zum nachhaltigen, zukunftsfähigen ÖPNV-Betrieb am heutigen ZOB zusammen mit der mhv aufzuzeigen und entsprechende Arbeitsergebnisse im Laufe des Jahres 2020 vorzulegen.

Stadtwerke sollen auch Tiefgarage untersuchen

Darüber hinaus wurde die Verwaltung beauftragt, die Stadtwerke Bad Oeynhausen zu bitten, einen Sachstand zu baulichem und funktionalem Zustand der Tiefgarage unterhalb des heutigen ZOB zu geben und entsprechende Arbeitsergebnisse auch im Verlauf des nächsten Jahres vorzustellen.

Keine Zustimmung der CDU fand der vierte und letzte Teil der Beschlusserweiterung. Darin wird die Verwaltung beauftragt, die Priorität für die im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept vorgesehene Maßnahme „ZOB Altstandort – Konzept zur Folgenutzung des Areals zwischen Königstraße/Kaiserstraße und Bahnhofstraße“ so zu ändern, dass eine Maßnahmenumsetzung schon ab 2021 und nicht erst 2024/ 2025 vorgenommen werden kann.

CDU und SPD befürworten Vorgehensweise

Olaf Winkelmann (SPD) lobte, dass mit dem gefassten Beschluss nun eine standortneutrale Diskussion darüber möglich sei, wo eine Erweiterung und Weiterentwicklung des ZOB am besten möglich sei. Durch die für das gesamte Stadtgebiet geplante, aber erst zur Hälfte umgesetzte Verdopplung der Takte im innerstädtischen Busverkehr, sei bereits aktuell eine Verdopplung des ÖPNV auf dem Weg. Darüber hinaus gelte es, den erfolgreich angelaufenen Fernbusverkehr in Bad Oeynhausen zu halten und auszubauen.

„Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein neuer ZOB-Standort an der Kanalstraße zu weit von der Innenstadt entfernt wäre“, sagte Dirk Büssing (CDU). Deshalb habe sich seine Fraktion für eine Parallelbetrachtung des bisherigen ZOB-Standorts stark gemacht. „Wir werden alles prüfen, um Anfang 2021 in die Diskussion einsteigen zu können“, sagte Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze.

Unabhängig vom künftigen ZOB-Standort setzte sich Rainer Müller-Held dafür ein, einen Durchstich vom Nordbahnhof unter die Kanalstraße unbedingt zu machen, wenn sich dafür im Zusammenhang mit Sperrpausen der Deutschen Bahn, die für die Sanierung der Brücke über die Steinstraße erforderlich sind, entsprechende Zeitfenster ergeben. Über die Nutzung – beispielsweise auch für den Fußgänger- oder Fahrradverkehr – könne man später immer noch entscheiden.

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