Masterplan soll Auswirkungen des A30-Lückenschlusses für Bad Oeynhausen in den Blick nehmen
Möglichst klimafreundlich mobil

Bad Oeynhausen  (WB). Wie eine Fortschreibung des 2015 fertig gestellten „Masterplans klimafreundliche Mobilität“ aussehen könnte, hat Jan Diesfeld von der Planersocietät Dortmund am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung skizziert. „Nach der Fertigstellung der Nordumgehung ergibt sich ein hoher Handlungsdruck“, sagte der Projektleiter.

Donnerstag, 05.12.2019, 05:00 Uhr
Der „Masterplan klimafreundliche Mobilität“ soll fortgeschrieben werden. Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Rückbau der Mindener Straße/Kanalstraße. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Durch den A30-Lückenschluss komme es zu Verschiebungen von Verkehrsmengen. Nun müsse unerwünschten Mehrbelastungen – etwa einer Attraktivitätssteigerung der B61 – entgegengewirkt werden. „Unser Ziel ist es, bereits im ersten Quartal 2020 Wege aufzuzeigen, um die B61 zu entlasten“, sagte Jan Diesfeld.

Während der auf 18 Monate ausgelegten Projektdauer gehe es zudem darum, die Bad Oeynhausener dazu zu bewegen, das Auto für kürzere Wege stehen zu lassen. Ein weiteres Ziel sei es, die Aufenthaltsqualität der Kurstadt zu verbessern.

Verkehrszählung an sechs wichtigen Knotenpunkten

„Ich hoffe, dass wir Mitte 2020 soweit sind, dass wir Schlüsselprojekte definieren und die einzelnen Maßnahmen priorisieren können“, sagte der Projektleiter. Zur Stärken-Schwächen-Analyse würden vorhandene Untersuchungen herangezogen. Jan Diesfeld: „An sechs wichtigen Knotenpunkten werden wir im Frühjahr 2020 auch eine eigene Verkehrszählung durchführen.“

Darüber hinaus sei eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten geplant. „Wir wollen etwa 10.000 Haushalte in Bad Oeynhausen anschreiben. Wir hoffen auf eine Rücklaufquote von etwa 20 bis 30 Prozent. Dann können wir sogar zuverlässige Aussagen für einzelne Stadtteile treffen“, erläuterte Jan Diesfeld. Ein Ziel sei es, die Autoabhängigkeit zu verringern und den Rad- und Fußverkehr auszubauen. Auch eine Attraktivierung des öffentlichen Personennahverkehrs über Stadtgrenzen hinweg werde angestrebt.

Neue Angebote schaffen, vorhandene reduzieren

„Wir wollen einerseits neue Angebote schaffen, andererseits aber auch gezielt Dinge reduzieren“, kündigte der Projektleiter an. Dabei sollten die Bürger auch mitreden. Es seien zwei Workshops geplant. Zudem werde eine Beteiligung verschiedener wichtiger Akteure aus der Stadt angestrebt.

Thomas Heilig (UW) legte Jan Diesfeld ans Herz, bei der Erstellung des Masterplans zu berücksichtigen, dass in den nächsten Jahren diverse Brückensanierungen anstehen. Der Projektleiter bejahte dies: „Wir werden darauf achten, welche Straßen zu welchen Zeiten aufgrund von Sperrungen nicht verfügbar sind.“

Auf Nachfrage erklärte Thomas Lüer, Technischer Beigeordneter, zwei seiner Mitarbeiter seien derzeit unabhängig vom „Masterplan klimafreundliche Mobilität“ damit beschäftigt, Sofortmaßnahmen für die Ortsdurchfahrt zu erarbeiten, die greifen sollen, wenn Teile der Mindener Straße/Kanalstraße zum Jahreswechsel in das Eigentum der Stadt übergehen.

„Verkehrsflächen bereits im Frühjahr reduzieren“

„Es geht darum, wie wir die Verkehrsflächen bereits im nächsten Frühjahr – deutlich vor dem endgültigen Rückbau – reduzieren können“, sagte Thomas Lüer. Sobald sich die genannten Straßenabschnitte in städtischem Eigentum befänden, sei es möglich anders „in die Spuren einzugreifen“ als zuvor. Details sollten in einer der nächsten Sitzungen des Fachausschusses vorgestellt werden.

Kritik am aus seiner Sicht zu späten Handeln der Verwaltung äußerte Andreas Edler (Grüne). In der Vergangenheit seien bereits zig Konzepte erarbeitet worden – „und nichts wurde umgesetzt“.

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