Vor der „Kästner“-Premiere in Bad Oeynhausen: Walter Sittler beschreibt seine Sicht auf Weihnachten „Das wertvollste Geschenk ist Zeit“

Bad Oeynhausen (WB). Besinnliche Momente sind für Walter Sittler im Advent rar. Nahezu täglich steht der Schauspieler bis Heiligabend mit dem Stück „Weihnachten mit Erich Kästner“ auf der Bühne. Eine letzte Durchlaufprobe für den Feinschliff und auch die Premiere gab es am Freitagabend im Theater im Park. „Ein wenig aufgeregt bin ich schon, das geht wohl nie ganz weg“, sagte der 66-Jährige wenige Stunden, bevor sich der Vorhang hob, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Von Malte Samtenschnieder
Vor der Premiere von „Weihnachten mit Erich Kästner“ am Freitag im Theater im Park hat sich Walter Sittler Zeit für ein Gespräch mit dieser Zeitung genommen.
Vor der Premiere von „Weihnachten mit Erich Kästner“ am Freitag im Theater im Park hat sich Walter Sittler Zeit für ein Gespräch mit dieser Zeitung genommen. Foto: Malte Samtenschnieder

Mit Wohlwollen nahm Walter Sittler zur Kenntnis, dass die Aufführung in Bad Oeynhausen ausverkauft ist. „Das Publikum hier ist gut, es geht immer toll mit“, sagte der Wahl-Stuttgarter im Rückblick auf vorherige Besuche in der Kurstadt. Zumindest ein Gastspiel in Bad Oeynhausen wird er wegen der besonderen Begleitumstände nie vergessen: „Ich bin mit dem Flugzeug direkt von der Beerdigung meines Schwiegervaters angereist und war auf die Minute genau zum Aufführungsbeginn im Theater im Park.“

Leckere Bratwurst, freundliche Menschen

Einen der raren besinnlichen Moment hat Walter Sittler am Donnerstagabend nach der Ankunft im Hotel in Bad Oeynhausen erlebt. „Natürlich habe ich mir den Weihnachtsmarkt angeschaut“, sagte der Schauspieler. Nicht nur die Atmosphäre habe ihm gut gefallen. Walter Sittler: „Auch die Bratwürste waren sehr lecker. Und alle Menschen, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr freundlich zu mir.“

Während der Vorweihnachtszeit quer durch Deutschland zu touren, ist für ihn seit mittlerweile zwölf Jahren Routine. Das aktuelle Kästner-Programm sei aber etwas ganz Besonderes – nicht nur wegen der schönen, reichen Sprache, sondern auch wegen der von den „Sextanten“ zwischen den Texten dargebotenen vielfältigen weihnachtlichen Melodien. „Diese besonderen Arrangements sorgen für einen leichten, vergnüglichen Rahmen“, betonte Walter Sittler. Zudem gebe es während der Zwischenspiele die Möglichkeit, die von besonderem Kästner-Humor geprägten Texte nachhallen zu lassen. Der Schauspieler: „Darin ist die Welt nicht nur rosarot.“

Besinnliche Festtage im Kreise der Familie

Nach dem vorweihnachtlichen Tourneestress hofft Walter Sittler auf besinnliche Feiertage. „Außer meiner Frau und unseren drei erwachsenen Kindern wird auch eine langjährige Freundin der Familie dabei sein“, sagte der Schauspieler. Ein großer, echter Weihnachtsbaum mit 50 bis 60 Kerzen – „je nachdem, wie viele drauf passen“ – werde gemeinsam geschmückt.

„Das wertvollste Weihnachtsgeschenk ist aber für mich, Zeit mit meiner Familie zu verbringen“, sagte Walter Sittler. Viele machten den Fehler, die gemeinsamen Stunden zu überfrachten. „Zusammen spielen, essen, spazieren gehen, einander zu hören und über den Zustand der Welt nachdenken“, sieht Walter Sittler als wertvolle Alternative zum wahllosen Zuschütten mit Events.

Krimi im Dezember, Komödie im Januar

Nicht nur auf der Bühne ist der bekannte Mime derzeit zu erleben. „Die nächste Folge von ‚Der Kommissar und das Meer‘ ist am 28. Dezember im ZDF zu sehen“, sagte Walter Sittler. 2020 würden zwei weitere Folgen ausgestrahlt. Beide seien bereits abgedreht. Zudem gebe es am 6. Januar in der ARD die Komödie „Der Liebhaber meiner Frau“. Dort spiele er an der Seite von Christian Kohlund und Suzanne von Borsody.

Dass er auch geraume Zeit nach der Ausstrahlung der Serien „Girl Friends“ und „Nikola“ immer noch auf die Erfolgsformate angesprochen wird, nimmt Walter Sittler mit Humor. Schließlich sei er durch sie bekannt geworden. „Damals stimmte einfach alles: gute Drehbücher, gute Autoren, gute Regisseure“, sagte der 66-Jährige. Außerdem habe die Chemie mit Serienpartnerin Mariele Millowitsch einfach gepasst.

Walter Sittler: „Wir sind inzwischen seit 25 Jahren befreundet. Seit einem Jahr sind wir zudem mit unserer Lesung ‚Alter Liebe‘ unterwegs.“ Es gebe viele Gelegenheiten, sich gegenseitig über wichtige Dinge im eigenen Leben auf dem Laufenden zu halten. Dafür, dass „Nikola“ nicht in Vergessenheit gerät, sorgen auch Walter Sittlers Kinder: „Wir schauen jedes Jahr an Weihnachten einige alte Folgen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7099009?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F