23-Jähriger soll sich an drei Frauen vergangen haben – ein Fall in Bad Oeynhausen An Vatertag unter Drogen 18-Jährige sexuell genötigt?

Bad Oeynhausen (WB). Hat ein 23-Jähriger Mann aus Porta Westfalica an Vatertag eine 18-Jährige aus Bad Oeynhausen sexuell genötigt? Hat er in zwei weiteren Fällen in Minden und Porta Westfalica zwei junge Frauen vergewaltigt und sexuell misshandelt? Das versucht seit Montag, die 20. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld zu klären.

Von Louis Ruthe
Ein 23-jähriger aus Porta Westfalica muss sich vor dem Landgericht in Bielefeld verantworten.
Ein 23-jähriger aus Porta Westfalica muss sich vor dem Landgericht in Bielefeld verantworten. Foto: Rajkumar Mukherjee

Am 30. Mai soll der 23-Jährige, der derzeit i in Bielefeld in Untersuchungshaft sitzt, sein mutmaßliches Opfer (18) über die Internetplattform Facebook kontaktiert haben. Bereits am frühen Morgen soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld ein Treffen im Kurpark an der Wandelhalle zustande gekommen sein. Nach einem Spaziergang sei es dann in der Unterführung zum Sielpark zu der sexuellen Nötigung gekommen. Nach ersten Küssen des Angeklagten, die die 18-Jährige nicht erwidert habe, habe das mutmaßliche Opfer versucht, den Angeklagten von sich zu drücken.

Als die 18-Jährige weggehen wollte, sei sie laut Anklageschrift von dem 23-Jährigen mit dem Rücken gegen die Wand der Unterführung gedrückt worden. Anschließend soll der Angeklagte am Hals der 18-Jährigen »gesaugt« haben und den Gürtel ihrer Hose geöffnet haben. Das mutmaßliche Opfer aus Bad Oeynhausen soll darauf hin angefangen haben, sich zu wehren, sich jedoch nicht körperlich gegen den 23-Jährigen durchsetzen können. Es sei gezwungen worden, sexuelle Handlungen an dem Mann vorzunehmen.

Unter »Todesängsten des Opfers« zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gezwungen?

Bereits im November 2018 soll es zu einem weiteren Vorfall im Elternhaus des Angeklagten in Porta Westfalica gekommen sein. Dort soll er eine junge Frau gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen, sie vergewaltigt und misshandelt haben. Die junge Frau hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft ebenfalls über das Internet kennengelernt, dieses Mal über Instagram.

In dritten Fall im Juni soll der 23-Jährige eine ebenfalls 23-Jährige in Minden in den frühen Morgenstunden auf offener Straße erst angesprochen und verfolgt haben und sie schließlich unter Anwendung von körperlicher Gewalt zum Sex gezwungen haben.

Mit dem Rad soll er die 23-Jährige nach einem Diskobesuch ein Stück entlang der Portastraße in Minden begleitet haben, bevor er sie mit der Bitte nach »spontanem Sex« konfrontierte. Als sich die junge Frau jedoch nicht überreden ließ, soll der Angeklagte sie ins Gebüsch gezehrt haben, wo es dann unter »Todesängsten des Opfers« zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen sei.

Ein halbes Gramm Kokain habe er am Vorabend konsumiert

Nach der Verlesung der Anklageschrift wies der Vorsitzende Richter Carsten Glashörster den Angeklagten darauf hin, dass ein Geständnis sowie die dann nicht mehr notwendige Vernehmung der Geschädigten zur Strafmilderung führten. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe jedoch in allen drei Fällen. Laut Angeklagtem sei es zu »einvernehmlichen« sexuellen Handlungen gekommen. Zudem erklärte der Angeklagte, dass er am Vatertag in Bad Oeynhausen sowie in der Nacht im Juni in Minden unter dem Einfluss von Drogen gestanden habe.

Ein halbes Gramm Kokain habe er am Vorabend und am Morgen des 30. Mai konsumiert. Alle drei Treffen mit den Frauen räumte der 23-Jährige ein. Der Angeklagte sprach dabei von »normalem Geschlechtsverkehr«. Die 18-Jährige in Bad Oeynhausen habe er zudem erst am Mittag getroffen, da er morgens erst von Minden aus nach Porta Westfalica mit Freunden entlang der Weser gezogen sei. Nach dem der Angeklagte im Sielpark einen Platzverweis bekommen habe, habe er die 18-Jährige kontaktiert. Anschließend sei es zu dem Treffen gekommen.

Nach der Aussage des Angeklagten stellte Richter Carsten Glashörster Rückfragen, in denen es vor allem um den jeweiligen Zustand des 23-Jährigen ging. Anschließend gab er dem Antrag der Verteidigung statt, die Befragung des mutmaßlichen Opfers aus Minden unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorzunehmen.

Bereist vor Prozessbeginn kündigte die Staatsanwaltschaft an, für den Mann die Sicherungsverwahrung zu beantragen. Der Prozess wird am 4. Dezember fortgesetzt. Zehn Verhandlungstermine sind angesetzt.

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