WESTFALEN-BLATT unternimmt mit Wirtschaftsförderer Rundgang über Baustelle im und am Nordbahnhof in Bad Oeynhausen
»Das wird richtig schick«

Bad Oeynhausen (WB). Von der eher grauen Maus mit wenigen Serviceangeboten zum Vorzeigeobjekt mit einer Reihe von Dienstleistungsangeboten: Diesen Weg soll das Empfangsgebäude des Nordbahnhofes nehmen, das die Stadt Ende 2015 von der Bahn erworben hat. Mit Patrick Zahn, Wirtschaftsförderer der Stadt, hat das WESTFALEN-BLATT über den Baufortschritt gesprochen.

Mittwoch, 06.11.2019, 06:30 Uhr
Wirtschaftsförderer Patrick Zahn steht an der Treppe, die zum Emfangsgebäude führt. Foto: Claus Brand

Nichts verändert hat sich daran, dass es für das erste Obergeschoss keine Planungen für eine Nutzung gibt. Die Einschränkungen bei der Tragfähigkeit habe alle Beteiligten seinerzeit überrascht. Man sei anfangs davon ausgegangen, es in Gänze nutzen zu können. Zahn ergänzt: »Es ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit so, dass wir dort aus energetischen Gründen neue Fenster bekommen, um das Gebäude unter diesem Aspekt optimal aufzustellen.« Der Zeitpunkt dafür sei aber noch offen. Zahn: »Die Kosten für die Ertüchtigung dieser Räume ständen in keinem Verhältnis zu den Nutzungsmöglichkeiten.«

Weißer Anstrich als letzter Arbeitsschritt

Erhalten bleiben sollen jüngst im alten Wartesaal entdeckte Fliesen.

Erhalten bleiben sollen jüngst im alten Wartesaal entdeckte Fliesen. Foto: Claus Brand

Beim Blick auf die Fassade, die im letzten Schritt einen neuen Anstrich in Weiß erhalten soll, lässt sich eine der wichtigsten Veränderungen erahnen. Mit der Eröffnung der Crêperie an der Nordwest-Ecke des Gebäudes rechnet Zahn nach wie vor für das erste Quartal 2020. Sie befindet sich im ehemaligen und etwa 60 Quadratmeter großen kleinen Wartesaal für die erste Klasse. Betreiber der Crêperie wird, wie berichtet, die Schausteller-Familie Meyer. Ute Meyer wird so als eine der ersten Investorinnen ins umgebaute Gebäude einziehen. Damit wird der Start für eine Außengastronomie zum Bahnhofsvorplatz einhergehen. Die Glasfassade eines Wintergartens schafft an dieser Stelle Verbindungen von der Crêperie zu Tischen und Stühlen unter freiem Himmel. Zahn: »Mit der Crêperie und der neuen Toiletten-Anlage wollen wir als erstes an den Start gehen. Im Februar wollen wir die Räume übergeben. Einbauten können dann folgen.« Von der Elektrik, über Belüftung bis zum Fußboden soll zu diesem Zeitpunkt alles fertig sein, damit dieser Schritt möglich sei. Zahn: »Plan ist, dass auch die Crêperie eine eigene Toilette hat. Aber es soll so sein, dass auch der neu gemauerte Toiletten-Trakt dann fertig ist, damit Bahnkunden ihn nutzen können.« Die Sanitäranlagen entstehen derzeit an der rückwärtigen Gebäudeseite. Die anderen Nutzungen durch Radstation und Bahnhofs-Mission sollen im Anschluss baulich vorbereitet werden. Er sagt: »Ich gehe davon aus, dass wir im zweiten Quartal 2020 mit den Arbeiten in den Räumen im Westflügel fertig sind.« Die jüngste Baubegehung vor gut einer Woche habe dies bestätigt.

Überraschungen im Bestandsgebäude

Vor Überraschungen sei man gerade auch bei einer Baustelle in einem älteren Bestandsgebäude aber nicht sicher: »Wir entdecken fast jeden Tag etwas Neues. Da kommt hier mal eine Leitung aus dem Boden, da taucht ein Träger auf, und dann ist der Fußboden nicht so aufgebaut, wie erwartet. Es ist eine typisch Altbau-Baustelle. Vor einigen Wochen haben wir im großen Wartesaal an einer Wand alte Fliesen entdeckt. Sie sollen erhalten bleiben.« Das alles sei für die ausführenden Firmen sehr anspruchsvoll. Zahn: »Man muss neuen Situationen immer wieder schnell Rechnung tragen.« Im großen Wartesaal sei die Radstation geplant. Im Außenbereich des Gebäudes sollen ergänzend, wie berichtet, Abstellplätze in Form von Fahrrad-Parkhäusern (siehe Infoleiste) entstehen.

Von der zukünftigen Crêperie geht der Blick in Richtung Wintergarten.

Von der zukünftigen Crêperie geht der Blick in Richtung Wintergarten. Foto: Claus Brand

Wenn im Sommer 2020 der erste Bauabschnitt im Westflügel abgeschlossen ist, könne man sich dem Ostflügel widmen. Zahn: »Nicht vergessen darf man die Bahnhofshalle. Sie bekommt eine neue Beleuchtung, eine neue Wandverkleidung und einen neuen Fußboden. Auch sie wird komplett saniert.« Dies soll im fließenden Übergang zwischen dem Abschluss des ersten und dem Beginn des zweiten Bauabschnittes im Ostflügel erfolgen. Zahn: »Die beiden tiefen Ausbuchtungen, wenn man in die Bahnhofshalle kommt, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Es wird jeweils eine Art Windfang davor gepackt, so dass ich zusätzliche Fläche für die Crêperie und einen Eingangsbereich für die Radstation haben werde, und zusätzlich einen kleinen Raum für die Bahnhofsmission schaffe. Dann muss man schon an den Fußboden ran, um vernünftige Aufbauten zu schaffen.« So könne es gut sein, dass man schon im zweiten Quartal 2020 mit den Arbeiten in der Halle beginne.

Fahrgastzentrum und Kiosk

Mit dem zweiten Bauabschnitt im Ostflügel wolle man dann ebenso noch im zweiten Quartal starten. Zahn: »Dort wird sich in erster Linie die Staatsbad GmbH finden.« Das Fahrgastzentrum und auch der Kiosk in der Halle würden so erhalten bleiben. Das Staatsbad komme mit seinen Büros in die Räume, »die momentan die Radstation nutzt.« Sie würden »aufgepeppt. Das wird richtig schick.« Auch dort werde es einen Empfangsbereich geben, der in die Bahnhofshalle »eingezogen« werde, analog zur gebenüberliegenden Seite. Die Nische werde jeweils durch einen Glasvorbau ausgeglichen. Zahn: »Dies alles bis Ende nächsten Jahres fertig zu haben, ist unser großer Wunsch.«

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