Weitere Details im Streit um Leiter der Wache in Bad Oeynhausen werden bekannt
Kritik am Führungsstil

Bad Oeynhausen (WB). In der Personalie um den in seinen Kompetenzen beschnittenen Leiter der Feuer- und Rettungswache sind weitere Details bekannt geworden. Trotz fachlicher Kompetenz soll es schon länger unter anderem Probleme bei der Organisation und der Personalführung in der Wache gegeben haben.

Dienstag, 05.11.2019, 06:30 Uhr
Die Aufgaben des Leiters der Feuer- und Rettungswache haben nach Angaben der Stadt einen neuen Zuschnitt erhalten. Zuvor, gibt der Bürgermeister an, habe er regelmäßig das Gespräch mit der Leitung der Feuer- und Rettungswache gesucht. Foto: Claus Brand/Archiv

Wie berichtet, sitzt Falk D. Ueckermann nicht mehr in seinem Büro in der Feuer- und Rettungswache an der Königstraße, sondern in einem Verwaltungsgebäude nahe des Rathauses I. Dort ist er dem Beigeordneten für Bürgerdienste, Stefan Tödtmann, unterstellt. »Mit Beginn der letzten Woche sind die Maßnahmen umgesetzt worden«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTS.

Bereits seit zwei Jahren habe Achim Wilmsmeier regelmäßig das Gespräch mit der Leitung der Feuer- und Rettungswache gesucht. Vor der aktuellen Personalmaßnahme seitens der Stadtverwaltung habe er mehrere Male selbst mit Falk D. Ueckermann gesprochen. Dabei sei es auch darum gegangen, zu vermitteln und die gesamte Situation zu verbessern. Aufgrund ausbleibender Änderungen innerhalb der Führung der Wache habe die Stadt aber in letzter Konsequenz die Reißleine ziehen müssen und die Aufgaben des Wachleiters neu zugeschnitten.

Lkw-Führerscheine fehlten

Unterdessen sind weitere Details bekannt geworden, die zur Verkleinerung des Aufgabenbereichs des Wachleiters beigetragen haben sollen. Nach Informationen dieser Zeitung stehen die organisatorischen Fähigkeiten Falk D. Ueckermanns zur Leitung der Feuer- und Rettungswache seitens der Stadt in Frage. Es soll zudem der Vorwurf erhoben worden sein, er habe keinen Draht zum Personal. Knapp 100 Personen sollen im Feuer- und Rettungsdienst tätig sein.

Auch die Zusammenarbeit zwischen der Leitung der hauptamtlichen Wache und der Freiwilligen Feuerwehr sei diesen Informationen zufolge nicht ideal.

Ein Beispiel für organisatorische Probleme seien ausgebliebene Fahrten im Rettungsdienst gewesen. So hätten für das Steuern des Intensivtransporters in der Vergangenheit zeitweise schlicht Fahrer gefehlt. Der Grund: Weil dieser Transporter ein Lkw ist, müssen Rettungskräfte einen entsprechenden Führerschein haben. Offenbar hatte es aber die Wachleitung nach Informationen dieser Zeitung versäumt, entsprechende Kurse frühzeitig anzumelden, so dass diese erst verspätet beginnen konnten.

700.000 Euro Mindereinnahmen für die Stadt

Dies soll auch dazu beigetragen haben, dass die Wache Fahrten im Rettungsdienst aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Personalmangels abmelden musste. Die Konsequenz seien Mindereinnahmen für die Stadt in Höhe von 700.000 Euro gewesen, wie Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste, im Juni diesbezüglich dargelegt hatte. Nach Beschreibungen gegenüber dieser Zeitung hätte die Wachleitung hier gegensteuern können: Indem die Besatzung des Intensivtransporters, die offenbar zumindest zeitweise nicht im Einsatz und dann frei war, stattdessen auch für Fahrten im Rettungswagen (RTW) besetzt worden wäre.

Falk D. Ueckermann war am Montag nicht im Dienst. Auf Nachfrage an seinem Heimatort wollte er sich nicht zum Sachverhalt äußern. Der Leiter der Feuerwache soll sich nach Informationen dieser Zeitung bereits auf andere Stellen beworben haben.

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