Straßen NRW veranlasst Bohrungen in Bad Oeynhausen – Spezialunternehmen ermittelt Materialqualität
Was steckt in der Flutmuldenbrücke?

Bad Oeynhausen (WB). Wer zu Beginn dieser Woche über die Flutmuldenbrücke fährt, muss mit Verzögerungen rechnen. Grund sind sieben Bohrungen, die Aufschluss über die Materialqualität der Brücke geben sollen. Trotz bisher noch fehlendem Baurecht rechnet Straßen NRW weiterhin mit einem Sanierungsbeginn im Frühjahr 2020.

Dienstag, 05.11.2019, 04:44 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 05:00 Uhr
Der Ersatzbau für die Flutmuldenbrücke bewegt die Menschen in Bad Oeynhausen. Im Frühjahr 2020 soll mit den Arbeiten am Werreumlauf begonnen werden. Jetzt sind verschiedene Bohrungen vorgenommen worden, um im Vorfeld der Arbeiten die Qualität der verbauten Materialien zu ermitteln. Foto: Louis Ruthe

»Zu den Bohrungen sind wir verpflichtet«, sagt Arnd Graeper, Projektleiter Brückenbau des Landesbetriebes Straßen NRW. Vor jedem Abriss eines Bauwerkes müsse die Qualität der verbauten Materialien ermittelt werden.

Arnd Graeper (links) und Sven Johanning von Straßen NRW überprüfen die vorgenommenen Bohrungen.

Arnd Graeper (links) und Sven Johanning von Straßen NRW überprüfen die vorgenommenen Bohrungen. Foto: Louis Ruthe

»Da wir aus dem Baujahr 1955 keine Quittungen haben, ermittelt nun ein Spezialunternehmen, ob beispielsweise Bitumen oder wie früher üblich Teer in der Asphaltdecke verarbeitet worden sind«, sagt Sven Johanning. Er ist Sprecher der Regionalniederlassung Bielefeld von Straßen NRW.

Derzeit werde aber nicht davon ausgegangen, das Schadstoffe im Asphalt oder Beton der Flutmuldenbrücke verbaut worden seien. »Vor etwa zehn Jahren ist die Abdichtung sowie die Asphaltdecke erneuert worden«, sagt Arnd Graeper. Da könne man sicher sein, dass die Materialien gewisse Standards erfüllen.

Der Baubeginn soll im Frühjahr 2020 erfolgen

»Dennoch sind die Bohrungen wichtig«, sagt Sven Johanning. Erst wenn die Ergebnisse vorlägen, könne die Ausschreibung für den Abriss erfolgen. »Und wenn natürlich das Baurecht vorliegt«, sagt Sven Johanning.

Derzeit befände sich der Landesbetrieb in Gesprächen mit der Landschafts- sowie der Wasserschutzbehörde. Der Sprecher zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass Straßen NRW weiterhin am Plan, mit einem Start der Arbeiten im Frühjahr 2020 , festhalten könne. »Das sind übliche Genehmigungsverfahren«, sagt Johanning.

Sieben Bohrungen sind am Montag im Brückenasphalt, auf dem Geh- und Radweg sowie an den jeweiligen Übergängen von Brücken- und Straßenasphalt gemacht worden. »Etwa 25 Zentimeter sind die Bohrungen tief«, sagt Arnd Graeper. An diesem Dienstag sollen noch zusätzliche Grundbohrungen entlang der Böschungen erfolgen.

Die Bohrungen haben zudem noch einen ganz ressourcenorientierten Grund: »Durch die Bohrungen können wir beispielsweise den Beton klassifizieren«, sagt Arnd Graeper. Durch die Ergebnisse der Bohrungen wisse dann der Abrissunternehmer, inwieweit er den Beton recyceln kann.

3,7 Millionen Euro Baukosten

»Dass der abgerissene Beton wieder im Ersatzbau verarbeitet wird, ist aber unwahrscheinlich«, sagt Arndt Graeper. Denn beim Brückenbau werde immer neuer Beton verwendet. »Die Brücke wird stark beansprucht. Das erfordert eine sehr gute Qualität im Bezug auf den Beton.« Bis die Analyse Straßen NRW vorliegt, kann es »einige Wochen« dauern. Das Spezialunternehmen Erdbaulabor Schlemm aus Borgholzhausen ist mit den Arbeiten beauftragt worden.

Für die Bohrungen an der Brücke ist die Eidinghausener Straße im Bereich der Flutmuldenbrücke derzeit nur einspurig befahrbar. Eine Ampelanlage regelt den Verkehr. Während der geplanten etwa 18-monatigen Bauzeit soll die Brücke nur von Norden nach Süden passierbar sein.

Nach den Plänen des Landesbetriebes Straßen NRW ist es eine Folge der halbseitigen Bauvariante , dass die Brücke eine geringfügige Verbreiterung auf insgesamt 17 Meter erfährt. Acht Meter entfallen insgesamt auf die beiden Fahrbahnen. Neun Meter der Breite verteilen sich auf die beidseitigen Geh- und Radwege. Aufgrund des jeweils halbseitigen Abrisses und Neuaufbaus seien bei dieser Variante zudem vier statt bisher drei Mittelpfeiler nötig.

Um die Bauzeit zu beschleunigen, kämen Fertigbetonteile zum Einsatz. Zunächst soll der östliche Brückenteil abgerissen und neugebaut werden. Nach dem Verschwenk des Verkehrs folge der westliche Brückenteil, sagt Sven Johanning. Etwa 3,7 Millionen Euro Baukosten sind für die Brücke eingeplant.

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