Am Sonntag dreht sich Steigers-Riesenrad letztmalig unter Bad Oeynhausener Führung
Finale auf dem Bremer Freimarkt

Bad Oeynhausen (WB). Es wird ein Abschied mit einem lachenden und weinenden Auge. Das räumt Theo Rosenzweig gerne ein, wenn er an diesen Sonntag denkt. Auf dem Bremer Freimarkt wird sich dann das größte der ehemals vier Steiger-Riesenräder letztmalig unter der Führung des Bad Oeynhausener Schaustellers drehen.

Freitag, 01.11.2019, 06:30 Uhr
Auf dem Betriebsgelände von Theo Rosenzweig steht ein Modell des ersten Steiger-Riesenrades. Foto: Louis Ruthe

»Für viele Jahre ist das Steiger-Riesenrad das größte mobile Riesenrad der Welt gewesen«, sagt Theo Rosenzweig. Etwa vier Millionen D-Mark haben sein Großvater Adolf Steiger und Onkel Hans Steiger 1980 in den Bau des Prototypen investiert. »Die Einzelteile des Rades sind jeweils so konzipiert gewesen, dass jedes Teil in einen Container passte«, erzählt Rosenzweig. Ein Handbuch zu dem Riesenrad gebe es nicht. Das sei immer in den Köpfen der Familie gewesen. »Deshalb begleitet mich der neue Betreiber des Rades, Patrick Greier, die ganze Saison«, berichtet Theo Rosenzweig. Besonders der Auf- und Abbau des Rades habe es in sich.

Enorme Transportkosten

250.000 LED-Leuchten setzten das Steiger-Riesenrad abends in Szene. Etwa 60 Meter hoch ist das Riesenrad.

250.000 LED-Leuchten setzten das Steiger-Riesenrad abends in Szene. Etwa 60 Meter hoch ist das Riesenrad.

Bis zur Gründung der Deutsche Bahn (DB) AG hat die Schaustellerfamilie den Transport der 450 Tonnen Stahl hauptsächlich über die Schiene abgewickelt. »Damals sind Schausteller und Zirkus-Treibende auf der Schiene noch subventioniert worden«, sagt Theo Rosenzweig. Wichtige Gleisverbindungen seien von der DB AG aber geschlossen worden. »Die Transportkosten haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht«, berichtet Theo Rosenzweig. 30 Lkw-Ladungen für die Riesenrad-Teile sind es nach dem Umstieg des Transports auf die Straße. Über die Grenzen Deutschlands hinaus hat es das Steiger-Riesenrad übrigens nicht geschafft. »Es gibt in Europa oder auf der Welt kaum eine Kirmes, die lange genug geht, damit sich ein Transport rentiert«, sagt Theo Rosenzweig. Zudem habe Deutschland immer eine Vielzahl von guten Veranstaltungen über das Jahr hinweg zu bieten gehabt.

Lager in Eidinghausen

Bis zum vergangenen Winter ist das Riesenrad jeden Winter in Eidinghausen auf dem Betriebsgelände des Familienbetriebes eingelagert worden. »Große Teile der Hallen sind schon wieder weiter vermietet«, berichtet Theo Rosenzweig. »Meistens hat der Freimarkt das Ende unserer Saison markiert«, sagt Theo Rosenzweig. Lediglich zu Zeiten des großen Berliner Weihnachtsmarktes entlang des heutigen Alexanderplatzes drehte sich das Rad auch bei frostigen Temperaturen. »Da sind einige bei Minusgraden sogar mit T-Shirt Riesenrad gefahren«, erinnert sich Peter Rosenzweig, Vater des Schaustellers.

Neben dem Freimarkt in Bremen ist auch immer der Dom in Hamburg eine feste Adresse im Jahresplan der Bad Oeynhausener Schaustellerfamilie gewesen. »Sonst sind wir auch oft auf dem Kramer-Markt in Oldenburg vertreten gewesen oder haben eine Kirmes in Stuttgart beschickt«, sagt Theo Rosenzweig. Auch in Bad Oeynhausen ist das Riesenrad dreimal aufgebaut worden. »2011 haben wir zum Saisonbeginn das Riesenrad auf der Aqua-Magica aufgebaut«, erzählt Mutter Marlies Rosenzweig, geborene Steiger.

Bald Riesenrad in Hamburg?

Das Beschicken der Märkte soll von Sonntag an Geschichte sein. »Ich bin jetzt 48 Jahre alt und möchte mich nochmals verändern«, sagt Theo Rosenzweig. 27 Jahre lang hat er die Verantwortung für die das Riesenrad gehabt. »Ein großer Traum von mir ist es, ein stationäres Riesenrad zu betreiben«, sagt Theo Rosenzweig. Bevorzugt in seiner zweiten Heimatstadt Hamburg. »Diesen Traum werde ich auch weiterhin verfolgen«, sagt er.

Doch einen konkreten Plan, was nach dieser Saison passieren werde, habe er jetzt noch nicht. Viel Zeit darüber nachzudenken, was im kommenden Jahr ist, hat der 48-Jährige sowieso nicht. Schon am 15. November geht es für den Bad Oeynhausener mit der Vorbereitung für den Aufbau der Eisbahn sowie für die Beleuchtung in der Innenstadt für den Weihnachtsmarkt weiter. »Ich habe also immer was zu tun«, sagt er.

Das Steiger-Riesenrad

1947 hatte Adolf Steiger das erste Riesenrad in Betrieb genommen. 1980 dann das damals größte mobile Riesenrad der Welt. Bis 2012 hatte der Stahlkoloss diesen Titel inne. 59,76 Meter ist das Riesenrad hoch. Adolf Steiger hatte es gemeinsam mit Sohn Hans Steiger konzipiert und bauen lassen.

In 42 Gondeln können die Gäste etwa fünf Minuten lang die Fahrt hoch über dem Boden genießen. 250.000 LED-Leuchten setzen zudem das Riesenrad in der Dunkelheit in Szene.

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