Bahn stellt vier Dämmwände fertig – Fokus liegt nun auf Innenstadt von Bad Oeynhausen
Neuer Schallschutz auf fünf Kilometern

Bad Oeynhausen (WB). Fast 5000 Meter lang und drei Meter hoch sind die neuen Schallschutzwände entlang der Nordbahn-Trasse. Ihre Fertigstellung hat Gerhard Warnke von der Deutschen Bahn am Montag mit Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Vertretern des Stadtrats und vielen Gästen an der Königstraße gefeiert.

Dienstag, 08.10.2019, 06:30 Uhr
Nur noch im Bereich der Eisenbahnbrücken müssen Lücken in den neu fertiggestellten Schallschutzwänden im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen geschlossen werden. Die Arbeiten sollen nach offiziellen Angaben voraussichtlich bis Jahresende vollständig abgeschlossen sein. Foto: Wilhelm Adam

Vom Autobahnkreuz Rehme bis zur Steinstraße sowie weiter von der Bahnhofstraße in Richtung Löhne reichen die Lärmschutzwände Süd 1 und Süd 2. Die Abschnitte Nord 1 und Nord 2 schirmen die Anlieger auf der anderen Seite der Bahngleise vor zu hoher Lärmbelastung ab. »Letzte Lücken werden bis voraussichtlich Ende des Jahres geschlossen sein«, kündigte Gerhard Warnke, Leiter der Lärmsanierung bei der Deutschen Bahn Netz AG für Niedersachsen und Bremen, am Montag an.

Im November vergangenen Jahres hätten die Bauarbeiten begonnen, die nun nahezu abgeschlossen seien. Lediglich im Bereich der Brücken müssten noch Lücken »durch Sonderbauwerke« geschlossen werden.

»Hier in Bad Oeynhausen entlang der Strecken Hannover nach Minden und Hamm werden nun mehrere hundert Anwohner durch die hochabsorbierenden Schallschutzwände entlastet«, betonte Warnke. Bei der Lärmsanierung handele es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes ohne Rechtsanspruch, erklärte er, »aber wir sind uns der Auswirkungen für die Anwohner bewusst.« Zudem sollen alle Güterzüge »bis 2020 auf leisen Sohlen fahren«.

Lärmsanierung ist Teil eines Bundesprogramms

Der Bau der drei Meter hohen Wände ist Teil des Programms »Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes«, das seit 1999 von der Bundesregierung gefördert wird. Seit dem Start haben Bund und Bahn nach Angaben der Deutsche Bahn AG mehr als 1,4 Milliarden Euro in die Lärmsanierung von 1800 Kilometern Schienenstrecke und etwa 61.000 Wohneinheiten investiert. Allein im vergangenen Jahr wurden auf etwa 45 Kilometern Schallschutzwände errichtet und dafür 100 Millionen Euro investiert.

»In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 228 Teilprojekte auf etwa 500 Kilometern Schienenlänge, die bearbeitet werden«, erklärte Warnke. »Bad Oeynhausen ist eines davon.« Insgesamt etwa acht Millionen Euro habe der Bund »in diese aktive Maßnahme investiert. Weitere rund 300.000 Euro werden für die Umsetzung von passiven Schallschutzmaßnahmen eingesetzt«, erklärte Warnke weiter. »Insgesamt wurden in 860 Wohneinheiten passive Schallschutzmaßnahmen, wie der Einbau von schalldämmenden Fenstern und Lüftern, gefördert.«

»Die Wände schützen nicht nur die Anlieger, sondern auch die Anwohner der dahinter liegenden Häuser«, würdigte auch Bürgermeister Achim Wilmsmeier die erzielten Fortschritte. Dies sei »ein erster Schritt zu mehr Lebensqualität«. In Bezug auf die verbleibende Lücke in der Innenstadt mahnte er die Verantwortlichen: »Bleiben Sie weiter am Ball und investieren Sie hier in weitere Maßnahmen!«

Kampf für noch mehr Lärmschutz geht weiter

Der Kampf für optimalen Lärmschutz gehe weiter, »was das schwierige Stück in der Innenstadt angeht«, bekräftigte SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze, auch wenn dafür kompliziertere Lösungen zu finden seien. Er versprach: »Wir werden nicht lockerlassen.«

Mit den Lärmschutzmaßnahmen zeigte sich Anwohner Wilhelm Flottmann zufrieden. Seit 36 Jahren setzt er sich nach eigenen Angaben für den Lärmschutz ein, und diese Baumaßnahme, betonte er, sei »bestens gelaufen«. Er ergänzte: »Mit Herrn Gerhard Warnke haben wir jemanden gefunden, der diese Herausforderung nicht nur technisch, sondern auch umfassend richtig gelöst hat.« Doch beim Lärmschutz müsse es noch weitergehen, zumal auch immer mehr Züge aus China die »neue Seidenstraße« über diese Gleise bis nach Duisburg führe.

Dem Abschluss der Arbeiten hat Flottmann entgegengefiebert. »Seit sechs Jahren habe ich eine Flasche Champagner im Kühlschrank, die wird heute geköpft.«

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