Festlicher Gottesdienst zur Wiedereinweihung in der Loher Martin-Luther-Kirche
Jetzt klingt die Kirchenorgel zeitgemäß

Bad Oeynhausen-Lohe (WB). Mit dem Ergebnis der Sanierung der Kirchenorgel in der Loher Martin-Luther-Kirche ist Markus Freitag sehr zufrieden. »Sie klingt jetzt deutlich klarer und auch ein wenig lauter als vorher«, urteilte der Pfarrer. Davon konnten sich am Sonntag auch die Teilnehmer des Festgottesdienstes zum Erntedank überzeugen. Dabei war die generalüberholte Kirchenorgel erstmals öffentlich zu hören.

Montag, 07.10.2019, 06:30 Uhr
Freuen sich, dass die Orgel nach der Sanierung besser klingt denn je (von links): Pfarrer Markus Freitag, Organist Hans-Olaf Hopf und Orgelbauer Ma­thias Johannmeier. Foto: Malte Samtenschnieder

Im Jahr 1967 hat der Orgelbauer Gustav Steinmann aus Vlotho die aktuelle Kirchenorgel in der Martin-Luther-Kirche eingebaut. »Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahr 1880. Zunächst war eine andere Kirchenorgel eingebaut. Diese wurde allerdings in den 1960er Jahren entfernt«, sagte Markus Freitag.

Damals habe sich die Gemeinde in der gleichen Situation befunden wie vor einem Jahr: »Anders als die Verantwortlichen vor 50 Jahren haben wir uns aber im Jahr 2018 gegen den Einbau einer neuen Orgel und für die Sanierung der vorhandenen Orgel entschieden«, betonte der Pfarrer.

Sanierung dauert fünf Wochen

Die fachgerechte Ausführung der erforderlichen Reparaturen übernahm Orgelbauer Mathias Johannmeier aus Stemwede-Levern. Gemeinsam mit drei Mitarbeitern nahm er innerhalb von fünf Wochen die erste Reinigung und Instandsetzung der Steinmann-Orgel seit ihrem Einbau vor 52 Jahren vor.

»Die Orgel war stark verschmutzt durch Hausstaub«, sagte der Experte. Auch einen leichten Schimmelpilzbefall habe er festgestellt: »Dieses Phänomen, das wir immer öfter feststellen, ist auch ein Indiz für den Klimawandel. In vielen Kircheninnenräumen wird es immer feuchter.«

Nicht nur eine gründliche Reinigung der Kirchenorgel habe er mit seinem Team vorgenommen. Auch Verschleißteile seien ersetzt worden. »Verbaute Schaumgummiteile sind zum Beispiel im Verlauf der Jahrzehnte zerbröselt. Eingesetztes Leder ist hingegen porös und löchrig geworden«, sagte Mathias Johannmeier.

Ein Teil der erforderlichen Arbeiten konnte nach Angaben des Experten vor Ort durchgeführt werden. »Einiges mussten wir auch in die Werkstatt nach Stemwede transportieren, weil wir nur dort die benötigten Spezialwerkzeuge haben.«

Kirchenorgel wurde neu intoniert

Nach dem Wiedereinbau der Orgelpfeifen sei es wichtig gewesen, das Instrument neu zu intonieren. »Das bedeutet, dass wir die Pfeifen innerhalb der einzelnen Register aufeinander abgestimmt haben«, erläuterte der Orgelbauer.

Zu guter Letzt sei die Orgel noch neu gestimmt worden. Insgesamt verfügt die Steinmann-Orgel laut Mathias Johannmeier über 19 Register mit insgesamt 1270 Pfeifen. Der Großteil sei aus einer Legierung aus Zinn und Blei hergestellt. Der Experte: »Es sind aber auch einige Pfeifen aus Mahagoni- und Eichenholz dabei.«

Nach der Generalüberholung steht laut Mathias Johannmeier in etwa 20 Jahren die nächste Reinigung und Instandsetzung ähnlichen Ausmaßes an. »Gestimmt werden sollte die Orgel aber alle zwei Jahre«, betonte der Experte.

Spenden ermöglichen Überholung

Pfarrer Markus Freitag wies darauf hin, dass die Orgelsanierung durch großzügige Spenden ermöglicht wurde. 4500 Euro steuerte die Sparkasse bei. 2500 Euro stammen aus privaten Quellen.

Der Kirchenkreis Vlotho leistete einen Zuschuss in Höhe von 4500 Euro. Markus Freitag: »Den Rest der Gesamtkosten von etwa 18.000 Euro müssen wir aus unserer Rücklagen bezahlen.«

Vom neuen Klang der Steinmann-Orgel ist auch Hans-Olaf Hopf begeistert. Er ist seit etwa 30 Jahren in der Martin-Luther-Kirche als Organist im Einsatz.

»Ich habe beim ersten Spielen sofort gemerkt, dass die Orgel neu intoniert ist. Alles klingt heller, klarer, deutlicher.« Damit habe die Orgelbaufirma dem aktuellen Zeitgeist Rechnung getragen. Auch die Mechanik sei jetzt leichtgängiger.

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