Umsetzung parallel zum Hallenbad-Neubau – Maßnahme kostet Stadtwerke Bad Oeynhausen knapp fünf Millionen Euro
Freibad im Siel wird komplett saniert

Bad Oeynhausen  (WB). Nach der Vorstellung im Stadtrat hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke Bad Oeynhausen am Mittwochabend grünes Licht für die Sanierung des Freibades im Siel gegeben. Diese soll parallel zum geplanten Hallenbadneubau vom Frühjahr 2020 an erfolgen. Dadurch steigen die Baukosten für das Kombibad um weitere fünf Millionen Euro auf insgesamt 20 Millionen Euro an.

Samstag, 05.10.2019, 06:30 Uhr
So könnte das neue Kombibad im Siel aussehen: Links ist der neu zugeschnittene Freibadbereich zu sehen, rechts das künftige Hallenbad. Foto: Ingenieurbüro Geising und Böker

Um Synergien beim Bau des neuen Hallenbades und der Sanierung des vorhandenen Freibades nutzen zu können, war das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung im Stadtrat gerutscht. Für die Beschlussfassung im Verwaltungsrat der Stadtwerke war zudem eine Sondersitzung angesetzt worden.

Denn trotz deutlicher Ausweitung der Bautätigkeit soll am bestehenden Zeitplan festgehalten werden. Dieser sieht einen Baubeginn im Frühjahr 2020 vor. Auch die veranschlagte Bauzeit von 20 Monaten soll nicht überschritten werden. Am Ende dieser Zeitspanne soll sowohl das neue Hallenbad als auch das sanierte Freibad im Siel vollumfänglich nutzbar sein.

Architekt stellt zwei Varianten vor

Im Stadtrat stellte Architekt Heinrich Brinkhus vom Ingenieurbüro Geising und Böker zwei Varianten für die Freibad-Sanierung vor. Die erste Variante sah als zentrales Element ein Sportbecken mit sieben Bahnen à 25 Metern vor. Hinzu kamen ein Sprungbecken mit Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Turm sowie ein Nichtschwimmer-Becken mit breiter Rutsche, Strömungskreisel und weiteren Elementen wie Sprudelliegen und Nackenschwallen. Kostenpunkt: 4.530.900 Euro.

Anschließend stellte Heinrich Brinkhus eine zweite Variante vor. Dieser Entwurf sah als zentrales Element ein Sportbecken mit vier Bahnen à 50 Metern vor. Wie die erste Variante enthielt das Konzept ein Sprungbecken mit Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Turm. Anders gestaltet war hingegen das Nichtschwimmer-Becken. Bei geringerer Wassertiefe als das Sportbecken lasse es sich in drei Bahnen à 25 Meter aufteilen, erläuterte der Experte. Der Strömungskreisel entfalle, eine Rutsche sowie Sprudelliegen und Nackenschwalle blieben erhalten. Kostenpunkt: 4.832.300 Euro.

Verschiedene Einsparmöglichkeiten

Nach der Vorstellung der beiden Varianten zeigte Heinrich Brinkhus verschiedene Einsparmöglichkeiten auf. Verzicht auf ein Sprungbecken: 400.000 Euro, Entfall einer 50-Meter-Bahn in der zweiten Variante: 115.000 Euro, Entfall eines Liegedecks in der zweiten Variante: 75.000 Euro.

Die Überlegungen der Ratsmitglieder gingen aber in die entgegengesetzte Richtung. Während der folgenden Diskussion zeichnete sich eine Mehrheit für die zweite Variante ab – jedoch möglichst mit einer zusätzlichen, fünften 50-Meter-Bahn, um bei Bedarf in der Lage zu sein, die Anforderungen für die Ausrichtung bestimmter Schwimmwettkämpfe zu erfüllen.

Gleichzeitig wurde die Forderung laut, zu überprüfen, ob der Drei-Meter-Turm durch einen Fünf-Meter-Turm ersetzt werden kann. Heinrich Brinkhus: »Ich sehe das als unproblematisch an. Sie haben ja im Indoor-Bereich einen weiteren Drei-Meter-Turm.«

Weitgehend positive Reaktionen

Gegen die Fünf-Millionen-Euro-Investition in die Sanierung des Sielbades sprach sich einzig Andreas Korff (Linke) aus. Er fragte: »Wie wollen wir das stemmen?« und nannte die Pläne »untragbar«.

Kurt Nagel (CDU) sagte, es sei richtig, jetzt zu überlegen, wie es mit dem maroden Freibad weitergehen solle, und nicht erst, wenn das neue Hallenbad fertig ist. Kurt Nagel: »Wir sind mit diesen Plänen auf dem richtigen Weg. Das ist die richtige Entscheidung.«

Als »gut angelegtes Geld« bezeichnete Reiner Barg (BBO) die etwa fünf Millionen Euro für die Sielbad-Sanierung. Dadurch ergäben sich in Zukunft geringere Bewirtschaftungskosten. Natürlich sei die Bauzeit von Einschränkungen geprägt. Reiner Barg: »Ich freue mich aber darauf, wenn das neue Kombibad im Siel fertig ist.«

Verwaltungsrat macht Weg frei

Als »Alleinstellungsmerkmal« hob Olaf Winkelmann (SPD) den Wunsch nach dem Beibehalten einer Bahnlänge von 50 Metern hervor. Lob für die Präsentation gab es auch von Volker Brand (Grüne). Für Thomas Heilig (UW) ist die Sanierung des Sielbades sogar alternativlos: »Wenn wir jetzt nichts machen, droht in ein paar Jahren die Schließung.«

Entsprechend dem Stimmungsbild im Stadtrat brachte der Verwaltungsrat der Stadtwerke die weiteren Planungen zur Sanierung des Sielbades auf den Weg.

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