Fünf Tage vor der Kulturnacht wird Ausstellung im Märchenmuseum eröffnet
Menschen, Mythen, alte Meister

Bad Oeynhausen (WB). Drei Visionen treffen aufeinander: Im Rahmen der dritten Bad Oeynhausener Kulturnacht am Freitag, 13. September, stellen Astrid Mulch, Rosemarie Sprute und Bernhard Sprute ihre Werke im Märchen- und Wesersagenmuseum aus. Die Eröffnung ist bereits fünf Tage zuvor, am Sonntag, 8. September.

Freitag, 06.09.2019, 18:43 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 18:46 Uhr
Bildhauerin Astrid Mulch (von links), Dr. Hanna Dose, Leiterin der Städtischen Museen, sowie die Künstler Rosemarie und Bernhard Sprute stehen bei der dritten Bad Oeynhausener Kulturnacht im Märchen- und Wesersagenmuseum, Am Kurpark 3, Rede und Antwort. Die Ausstellung »Vision und Verwandlung« wird bereits am Sonntag, 8. September, 11.30 Uhr, eröffnet Foto: Jenny Karpe

Bernhard Sprute begegnet Schnecke auf Augenhöhe

Eigentlich sind es nicht nur drei Visionen, sondern Dutzende: Unter dem Motto »Vision und Verwandlung« stellen die Künstler Bilder und Figuren aus. Jeder der drei hat unterschiedliche Ansätze. Der in Detmold geborene Bernhard Sprute hat seit 1982 sein Atelier in Bad Oeynhausen. Seine Werke zeigen oft Tier und Mensch in einer Einheit, zum Beispiel sein Bild »Selbst mit Schnecke«, auf dem er einer Schnecke auf Augenhöhe begegnet. »Schon in der Antike haben die Menschen darauf geachtet, ob Tiere in den Tempel kamen«, sagt er. »Wenn man zum Beispiel vor der Tsunami-Katas­trophe 2004 beachtet hätte, dass die Tiere deutlich vorher ins Inland flüchteten, hätten Menschenleben gerettet werden können.« Seine Verwandlungen zeigen sich oft über Farbe. In seinen Werken macht ein roter Geier auf sich aufmerksam, ein weißes Kaninchen lädt zum Nachdenken ein.

Astrid Mulch stellt den Menschen in den Mittelpunkt

Bei Astrid Mulch steht hingegen der Mensch im Mittelpunkt: Die Entwicklung des eigenen Ichs sowohl im Körper als auch im Geist sind der Bad Oeynhausenerin wichtig. Ihre Figuren zeigen häufig Geschichten aus Mythen, Märchen und Sagen unterschiedlicher Zeitalter. Neben der Figur »Die roten Schuhe«, die sich auf das Märchen von Hans-Christian Andersen bezieht, finden sich auch zahlreiche antike Geschichten. Darunter sind die dreigesichtige »Hekate« und die Zeus-Tochter »Daphne«, die sich in einen Baum verwandelt.

Vor zwei Jahren haben Astrid Mulch und Bernhard Sprute zur ersten Bad Oeynhausener Kulturnacht gemeinsam eine Ausstellung auf die Beine gestellt. Jetzt ist auch Rosemarie Sprute dabei. Die in Dortmund geborene Künstlerin hat neben einigen Zeichnungen nur großformatige Bilder mitgebracht, die sich vor allem auf die frühe Neuzeit beziehen. Ein Blickfang sind die drei weiblichen Heiligen aus Spanien, die mit Hilfe einer Grundierung aus Ölfarbe und Ölkreide, einem Spachtel und einer Strukturwalze entstanden sind. »In unserem Haus lebte früher ein Malermeister, von dem solche Walzen übrig geblieben sind«, sagte Rosemarie Sprute. »Damit haben arme Leute früher ihre Tapeten hergestellt.«

Viel zu entdecken bei der Kulturnacht

Während der Kulturnacht am 13. September sind die Künstler von 18.45 bis 19.15 Uhr für ein Gespräch anwesend, um die Werke näher vorzustellen und einen Einblick in die Arbeit zu gewähren. Viele der Exponate stehen auch zum Verkauf bereit. Die Ausstellung wird am 8. September, um 11.30 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie bis Sonntag, 6. Oktober. Das Museum hat mittwochs bis sonntags, 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6905705?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Redet auch noch wer über Inhalte?
Bayerns MInisterpräsident Markus Söder (CSU). Foto: dpa
Nachrichten-Ticker