Neue GOP-Show verwandelt Kaiserpalais in Bad Oeynhausen in eine artistische Konzertbühne
Elektrisierend

Bad Oeynhausen (WB). Extravagant, modern und gewagt ist die neue GOP-Show »Elektro«. Das kongeniale Arrangement aus der Feder von Regisseur Knut Gminder sprengt die Grenzen des klassischen Varietés und bietet stattdessen eine Art artistisches Konzert, das visuell und akustisch einiges zu bieten hat.

Dienstag, 03.09.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 11:48 Uhr
Samira Reddmann zeigt, wie biegsam sie ist. Begleitet wird die Kontorsion der 27-Jährigen von dem selbst geschriebenen Song »Jetzt« von Julie Wolff und einer eindrucksvollen Computeranimation auf der riesigen Videowand im Hintergrund. Foto: Lydia Böhne

Wer Varieté im Sinne von verschiedenen Darbietungen, die durch einen Moderator, eine verbindende Rahmenhandlung oder einen überleitenden Comedian miteinander verknüpft werden, erwartet, den wird »Elektro« überraschen. Statt bekannter Stilmittel wählt Regisseur Knut Gminder für die Show einen ganz anderen Ansatz. Das Bühnenbild gleicht vielmehr dem Setting einer Festivalbühne. Fünf Leinwände dominieren. Ergänzt wird das Bild von Instrumenten und einem DJ-Pult. Einen Moderator gibt es nicht. Als verknüpfendes Element dient der Gesang, für den vorrangig Julie Wolff zuständig ist.

Neue GOP-Show »Elektro« im Bad Oeynhausener Kaiserpalais beeindruckt das Publikum

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Foto: Lydia Böhne
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Die 35-Jährige instruiert zu Beginn der Show zunächst das Publikum. Sieben Kameras fangen ihre Bewegungen ein und projizieren sie in Kombination mit Sensoren in Form von Bild und Ton auf eine der Leinwände. Was kompliziert klingt, realisiert sich kurze Zeit später im ersten Song »Wechselt die Beleuchtung«. Zum Gesang von Julie Wolff spielt die »Elektro-Band«. Für alles Weitere sorgt die Künstlerin selbst, indem sie die auf dem Boden abgebildeten Tasten mit den Füßen berührt und so Klänge auslöst, die akustisch zu hören sind und gleichzeitig als Grafik auf der Leinwand erscheinen. »Stachy.DJ«, der die Show als Live-DJ begleitet, kommt hinter dem Mischpult hervor, zückt eine Art Spazierstock und verändert durch antippen der Tasten die Frequenz, wodurch die mit einer Loop-Station aufgezeichnete Stimme von Julie Wolff verzerrt wird.

Aufbau dauert zweieinhalb Tage

Der Aufbau, der bei sonstigen Shows etwa einen Tag dauert, hat bei »Elektro« satte zweieinhalb Tage verschlungen. Wieso er so aufwendig ist, zeigt sich auch bei dem folgenden Auftritt. Phil Os wirbelt seine grünen Diabolos durch die Luft. Passend dazu färbt sich auch die Bühne in grünes Licht. Immer, wenn er mit den Stäben die Drums des Schlagzeugs auf der Bühne berührt, gibt dies einen Ton wieder. Für den Künstler ist dies ziemlich anstrengend, weil er zum Entstehen der Live-Musik nicht nur das Diabolo kontrollieren muss, sondern auch zwischen zwei Schlagzeugen hin und her laufen muss. Eine coole Nummer, die durch leuchtende Diabolos noch intensiviert wird.

Zu den nur sieben Künstlern, die diese Show gestalten, zählt auch Nadia Lumley. Breakdance und das Cyr Wheel sind ihre Spezialität. In der Pause, die von einem Countdown auf der Leinwand hinabgezählt wird, offenbart sie auch ihr Komödiantisches Talent. Nur mit einem Handtuch bekleidet läuft sie über die Bühne und schäkert mit dem Publikum. Kraft und Sinnlichkeit verkörpert Annika Hakala in ihren zwei Auftritten. Zunächst zeigt die 30-Jährige eine ruhigere Hula-Hoop-Nummer, die von blau-pinkem Licht in Szene gesetzt wird. Während Julie Wolff eine Coverversion von Kraftwerks »Das Model« singt, lässt Annika Hakala anschließend, wie Indiana Jones, taktgebend zur Musik zwei Peitschen klingen.

Minutenlanges Techno-Solo

Annika Hakala ist außerdem Teil einer anspruchsvollen Partnerakrobatik mit Robin Witt. Ihr Auftritt wird von einem minutenlangen Techno-Solo angekündigt, das »Stachy.DJ« inszeniert. Über die Videoleinwand flitzen dazu futuristische Videoanimationen. Die Letzte und gleichzeitig Jüngste im Bunde ist Samira Reddmann. Kontiorsion, Trapez, Keyboard – die Artistin steht gleich mehrfach auf der Bühne. Vor allem ihr Auftritt in der Luft ist stimmungsvoll von roten Scheinwerfern inszeniert.

Die spannende Kombination aus traditionsreichem Kaiserpalais und hochmodernem Showkonzept kommt beim Publikum an. Begeistert spenden die Premierengäste der komplexen Darbietung Applaus und zeigen, dass Bad Oeynhausen bereit ist für modernes »Variete 2.0«.

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