61-Jähriger Löhner am Amtsgericht Bad Oeynhausen zu 1800 Euro verurteilt
Geldstrafe für Besitz von Kinderpornografie

Löhne/Bad Oeynhausen (WB/wa). 1800 Euro Strafe muss nun ein 61-jähriger Handwerker aus Löhne bezahlen. Das Amtsgericht Bad Oeynhausen sah es als erwiesen an, dass der Mann kinderpornografisches Material auf seinen Smartphones besessen hatte.

Donnerstag, 08.08.2019, 09:14 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 09:50 Uhr
Am Amtsgericht Bad Oeynhausen ist der Löhner verurteilt worden. Foto: Sonja Gruhn

Dem Mann waren Ermittler im März 2018 auf die Spur gekommen, nachdem sie seine Kontaktdaten in einem Chatverlauf eines Freiburgers gefunden hatten, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten muss (diese Zeitung berichtete).

Bereits nach dem ersten Verhandlungstag hatte festgestanden, dass dem Mann kinderpornografische Dateien auf zwei seiner Handys bekannt waren. Dies hatte der Beschuldigte auch selbst gestanden. Das Material sei ihm gegen seinen Willen zugespielt worden. Zudem habe er der Polizei alle Telefone ausgehändigt. Das bestätigte nun auch ein an der Hausdurchsuchung beteiligter Kripobeamter.

Entscheidend für den Ausgang des Verfahrens war somit ein drittes Handy, auf dem sich nach Angaben der Ermittler ein großer Teil der Dateien befand. Nach eigener Aussage hatte der Angeklagte aus Löhne das Handy für 20 Euro in einem Gebrauchtwarenladen in Herford erworben. Der Laden sei polizeibekannt, betonte noch einmal der Verteidiger des 61-jährigen Löhners während seines Plädoyers: »Da können Sie alles kaufen außer Atomwaffen.«

»Hinter jeder Aufnahme steht ein persönliches Schicksal«

Es sei dem Beschuldigten nicht nachzuweisen, dass er auch auf diesem Telefon wissentlich kinderpornografisches Material besessen habe, führte der Jurist aus.

Doch dem schlossen sich Staatsanwaltschaft und Richter nicht an. Der Beschuldigte habe keinen Kaufbeleg für das Handy vorweisen können, erläuterte Dr. Cornelius. Damit hätte der Beschuldigte aber beweisen können, dass die Dateien bereits vor seinem Erwerb auf dem Telefon gewesen seien. Zudem habe er gestanden, auf den beiden anderen Smartphones kinderpornografisches Material besessen zu haben, ohne die Polizei zu verständigen.

»Ich glaube Ihnen das nicht«, sagte Dr. Cornelius zum Beschuldigten. Es seien zu viele Zufälle auf einmal, ausgerechnet dieses Handy zu einem Zeitpunkt in dem Geschäft erworben zu haben, zu dem sich bereits entsprechende Dateien darauf befanden.

1800 Euro Geldstrafe sprach der Richter als Urteil aus und begründete die Höhe so: »Hinter jeder Aufnahme steht ein persönliches Schicksal. Das ist beim Strafmaß zu berücksichtigen.«

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