Verordnungen in Bad Oeynhausen und Löhne mit Wirkung von Mittwoch aufgehoben
Trinkwasserkrise vorerst entschärft

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Bad Oeynhausen und Löhne heben ihre ordnungsbehördlichen Verordnungen gegen Trinkwasservergeudung auf. Rein formal können Bürger in beiden Städten damit von Mittwoch an wieder Gärten bewässern oder Pools füllen.

Dienstag, 06.08.2019, 06:30 Uhr
Auf dem Feld vor der bisherigen Anlage soll der neue Hochbehälter in Bergkirchen entstehen. Damit würde sich die Kapazität von derzeit 7000 Kubikmetern auf mehr als 17.000 Kubikmeter mehr als verdoppeln. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Er sei froh, dass es möglich sei, die Verordnungen wieder aufheben zu können, sagte Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller am Montag auch in seiner Funktion als Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen. Dieser versorgt außer Bad Oeynhausen und Löhne auch Hüllhorst und Hille mit Wasser.

Maßgeblich dafür seien zwei Faktoren. Einmal werde seit Sommerferienbeginn an Werktagen deutlich weniger Wasser verbraucht. »Außerdem stehen dank zwei neuer Transportleitungen – eine zwischen Porta Westfalica und Bad Oeynhausen und eine weitere auf dem Gebiet der Gemeinde Hille – täglich bis zu 1500 Kubikmeter Wasser zusätzlich zur Verfügung«, betonte Bernd Poggemöller.

Neue Wasserleitung funktioniert stabil

Dass die vor knapp zwei Wochen eingeweihte Trinkwasserleitung unterhalb der Weser ordnungsgemäß funktioniert, bestätigte Susanne Brants, Geschäftsbereichsleiterin Wasser bei den Stadtwerken Bad Oeynhausen, am Montag auf Anfrage.

»Seit Freitag ist die Leitung mit der geforderten Menge von 40 Kubikmetern pro Stunde stabil in Betrieb«, sagte Susanne Brants. Während der Testphase in den vergangenen Tagen habe es keine Probleme gegeben. Bei dem »Vorzeigeprojekt« sei alles reibungslos gelaufen.

Aufhebung tritt am Mittwoch in Kraft

»Ich freue mich, dass die neue Leitung noch in dieser hochsommerlichen Trockenperiode in Betrieb gehen konnte«, meinte Bad Oeynhausens Bürgermeister Achim Wilmsmeier.

Wie sein Löhner Amtskollege hob er die ordnungsbehördliche Verordnung gegen Trinkwasservergeudung am Montag in einer Dringlichkeitsentscheidung gemeinsam mit mehreren Ratsmitgliedern auf. Am Dienstag solle die Aufhebung im Amtlichen Kreisblatt bekannt gemacht werden. Am Tag darauf sei die ordnungsbehördliche Verordnung offiziell außer Kraft.

Dank für Verständnis der Bürger

»Ich möchte mich bedanken, dass die Menschen in Bad Oeynhausen durch umsichtiges Verhalten mitgeholfen haben, die Lage beim Trinkwasser im Griff zu behalten«, sagte Achim Wilmsmeier. Generell sei dieser zweite trockene Sommer in Folge für ihn Anlass genug, über Trinkwasser und seine Nutzung nachzudenken.

Um große Spitzenverbräuche in sommerlichen Hitzephasen besser abfedern zu können, setzen beide Bürgermeister auf einen Ausbau der Wasserspeicher. »Der WBV Am Wiehen muss nun zügig einen neuen Hochbehälter in Bergkirchen bauen«, sagte Bernd Poggemöller. Voraussichtlich vom Frühjahr 2021 an soll sich dadurch die Kapazität des Hochbehälters in Bergkirchen von derzeit 7000 Kubikmetern auf 17.000 Kubikmeter mehr als verdoppeln.

Sorgsamer Verbrauch weiter nötig

»Ich erwarte, dass die Pläne nun schnell auf den Tisch kommen, damit die Bauordnung der Stadt Bad Oeynhausen mit der gebotenen Eile und Sorgfalt eine Baugenehmigung erteilen kann«, fügte Achim Wilmsmeier hinzu. Beide Bürgermeister mahnten, dass ein sorgsamer, angemessener Umgang mit Trinkwasser auch weiterhin notwendig sei – speziell an heißen Tagen mit mehr als 30 Grad.

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