Stadtrat von Bad Oeynhausen bestätigt einstimmig ordnungsbehördliche Verordnung Rückhalt für Wasser-Sparkurs

Bad Oeynhausen  (WB). Breiten Rückhalt für die vor einer Woche in Kraft getretenen Maßnahmen gegen Trinkwasservergeudung hat es am Mittwoch im Stadtrat gegeben: Das Gremium bestätigte einstimmig die von Bürgermeister Achim Wilmsmeier und vier Ratsmitgliedern per Dringlichkeitsentscheidung erlassene ordnungsbehördliche Verordnung.

Von Malte Samtenschnieder
Auf der neuen Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica ruhen große Hoffnungen. Sie soll die Trinkwassersituation merklich entspannen.
Auf der neuen Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica ruhen große Hoffnungen. Sie soll die Trinkwassersituation merklich entspannen. Foto: Malte Samtenschnieder

Zuvor hatte Achim Wilmsmeier noch einmal die wichtigsten Ereignisse seit Beginn der Trinkwasserkrise innerhalb des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen, zu dem die Kommunen Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille gehören, zusammengefasst.

Auslöser für die vielfältigen Appelle, Trinkwasser zu sparen, sei der sprunghafte Anstieg des Verbrauchs am Montag und Dienstag, 24. und 25. Juni, jeweils in den Abendstunden gewesen. Mit Hilfe von Lautsprecherdurchsagen und Warnhinweisen über die Handy-Apps Katwarn und Nina sei es in den WBV-Kommunen innerhalb kurzer Zeit gelungen, viele Menschen zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Trinkwasser zu animieren.

Verordnung bleibt weiter in Kraft

»Mittlerweile verzeichnen wir einen rückläufigen Verbrauch. Angebot und Nachfrage waren sogar während der Hitze am Wochenende relativ ausgeglichen«, erläuterte der Bürgermeister. Dennoch bleibe die ordnungsbehördliche Verordnung bis auf Weiteres in Kraft und somit beispielsweise das Sprengen im Garten oder das Befüllen von Pools verboten. Sonst könnte eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro fällig werden. Wilmsmeier: »Wir müssen unsere Wasserreserve schonen, um selbst bei Großbränden oder Rohrbrüchen handlungsfähig zu bleiben.«

Seit den ersten Trinkwasserengpässen im Sommer 2017 sei der WBV nicht untätig gewesen. »Es wurden beispielsweise neue Lieferverträge geschlossen – ab Januar 2018 mit dem WBV Herford-West und ab April 2018 mit dem WBV Wiehengebirge«, erläuterte der Bürgermeister.

Leider dauere es noch, bis der zweite Hochbehälter in Bergkirchen in Betrieb gehe, durch dessen Fertigstellung sich die zur Verfügung stehende Wassermenge von derzeit 7000 Kubikmeter auf 17.000 Kubikmeter mehr als verdoppele. Achim Wilmsmeier: »Ich hoffe, dass wir das Bauverfahren so weit wie möglich beschleunigen können.«

WBV tagt in der nächsten Woche

Schnelle Abhilfe verspricht sich der Bürgermeister von der neuen Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica . Sie soll im Normalbetrieb 960 Kubikmeter Wasser pro Tag liefern und Ende Juli in Betrieb gehen. Sollte sich die Trinkwassersituation anschließend dauerhaft entspannen, sei es denkbar die ordnungsbehördliche Verordnung vorzeitig aufzuheben. Die normale Laufzeit beträgt drei Monate.

»Die Diskussion über weitere langfristige Maßnahmen geht ebenfalls weiter«, sagte der Bürgermeister. Bereits in der nächsten Woche werde es eine Sitzung des WBV Am Wiehen geben, die weitere Weichenstellungen zum Thema habe.

Die Stadt Löhne hat unterdessen eine Übersicht über die Zahlen zum Wassermangel und die geplante weitere Entwicklung erstellt.

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