Informationsabend im Rathaus zur überarbeiteten Planung für das Hallenbad im Siel
Jetzt auch mit Drei-Meter-Sprungturm

Bad Oeynhausen (WB). Die Eröffnung des Hallenbades im Siel soll zur Jahreswende 2021/2022 erfolgen. Diesen Zeitpunkt – Infokasten oben rechts – hat Stadtwerke-Vorstand An­dreas Schwarze am Dienstag bei der Bürgerinformation zum Projekt genannt.

Donnerstag, 04.07.2019, 07:20 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 07:30 Uhr

Nach einer Nachfrage aus dem Kreis der Zuhörer bezifferte er die Kosten für das Projekt Hallenbad auf 12,5 Millionen Euro, und verband dies mit der Aussage: »Dazu kann man jetzt nicht mehr sagen. Das ist eine Kostenschätzung.« Die Summe verstehe sich ohne Mehrwertsteuer. Schwarze: »Hinzu kommen das Kleinkindbecken im Außenbereich, die Zuwegung, Außenanlagen und auch die notwendigen Maßnahmen zur Anbindung an den ÖPNV.« Er sagte, dass man mit der Projektplanung weiter sei, als man es nach planungsrechtlichem Stand sein müsse.

In der Spitze werde nun eine Raumhöhe von etwa 6,25 Metern erreicht

Heinrich Brinkhus vom Architekturbüro »Geising + Böker« (Vechta) übernahm bei der Bürgerinformation im Rathaus die Aufgabe, mit einer Präsentation den Planungsstand vorzustellen, vor allem auch mit vom Verwaltungsrat der Stadtwerke zuletzt beschlossenen Änderungen. Zur Präsentation gehörte auch die Vorstellung der unveränderten Planungsbestandteile (diese Zeitung berichtete mehrfach).

Wesentliche Neuerung ist neben einem Ein-Meter-Brett ein Drei-Meter-Turm am Sport­becken. Bei letzterem setze man beispielsweise »nicht auf steile Edelstahlstiegen«, sondern eine ansprechende Treppenanlage mit Handlauf, die dieses Angebot für breite Nutzergruppen attraktiv mache. Mit dieser Veränderung einher gehe eine notwendige Becken­vertiefung und eine Gebäudeerhöhung. In der Spitze werde nun eine Raumhöhe von etwa 6,25 Metern erreicht. Die Beckentiefe liegt im Sportbecken zwischen zwei Metern und 3,80 Metern. Mit vielen Ansichten und zum Abschluss auch einer Filmpräsentation in Form eines visualisierten Rundganges durch das neue Bad vermittelte Brinkhus, wie das Kombibad im Siel mit einem Hallenbad und dem angrenzenden Freibadgelände eines Tages aussehen könnte. Noch 2019 sollen die Stadtwerke zudem dem Verwaltungsrat eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung des bestehenden Freibades vorlegen.

Großzügig ausgelegte Umlaufflächen um die Becken

Der Architekt beschrieb mit seinem Vortrag aus seiner Sicht eine Reihe von Vorzügen, die die vorgesehene Gestaltung des Komplexes mit sich bringt: Dazu gehören neben den lichtdurchfluteten Räumen mit Fenstern bis zum Boden auch Lichtkuppeln in der Umkleide, im Bereich des Multifunktionsbeckenraumes sowie in der Sportbadehalle und zugleich pflegeleichte Oberflächen bei den zu wählenden Materialien. Weiterer Punkt seien großzügig ausgelegte Umlaufflächen um die Becken, die auch die Option bieten, über Ruhe- und Wärmebänke hinaus weiteres Mobiliar in dem Bereich aufzustellen. Ebenso verwies er auf die im Interesse der Besucher und Mitarbeiter ausgelegte Anordnung von Räumen. So ist beispielsweise der für die Schwimmaufsicht so positioniert, dass eine Frischluftzufuhr jederzeit ohne weiteres möglich ist, oder der Erste-Hilfe-Raum für einen Rettungswagen über den Anlieferungshof so ansteuerbar ist, dass Schaulustige keinen Einblick haben. Das komplette Bad soll mit LED-Beleuchtung ausgestattet werden, aus Energiespargründen, aber auch um eine angenehme Aufenthaltsqualität entstehen und keinen Spielraum für Flächen zu lassen, die schlecht ausgeleuchtet sind.

Auf Nachfrage aus der Zuhörerschaft wurde versichert, dass so wenig wie möglich Bäume auf dem Badgelände im Zuge des Neubaues gefällt werden sollen. Und wo dies im Einzelfall nötig sei, solle es zu einer Ersatzanpflanzung kommen. Erweitert werden soll das Badgelände über das bisherige Areal hinaus nicht.

Mehrzweckraum für 50 bis 60 Personen

Sowohl der Architekt als auch der Stadtwerke-Vorstand erläuterten den Zuhörern die einzelnen Bereiche und Gebäudeteile des Neubaus, zu dem unter anderem auch ein 92 Quadratmeter großer Multifunktionsraum gehört (mit angrenzendem Abstellraum), der auf 50 bis 60 Personen ausgelegt ist. Im Außenbereich soll es beispielsweise ein dreigeteiltes Kleinkindbecken mit Spritz- und Sprudelelementen geben. Dort kann an heißen Tagen ein Sonnensegel gespannt werden. An kühleren Tagen ist es einrollbar. Zudem werde es im Freibadbereich ein neues Umkleide-Gebäude geben. Auch eine Terrasse mit Sitzmöglichkeiten soll sich am neuen Freibad-Kiosk finden. Im Hallenbad wird es zum Beispiel sechs Sammelumkleiden geben, aber auch große Einheiten für Familien oder Menschen, die auf Grund einer Einschränkung mehr Raum benötigen. Das Sportbecken wird über fünf 25-Meter-Bahnen verfügen, das Multifunktions­becken hat eine Wasserfläche von knapp 100 Quadratmetern. Der Hubboden dort lässt eine jeweils durchgehende identische Wassertiefe zwischen 30 Zentimetern und 1,80 Meter zu. Dort wird es zum Beispiel Eltern-Kind-Angebote geben.

Aus dem Publikum kam unter anderem die Anregung, eine kombinierte Eintrittskarte für das Bad und das nahe Sültebusch-Parkhaus zu erwägen. Andreas Schwarze bestätigte, dass es eine dahingehende Überlegung durchaus gibt.

Zur Energieversorgung

»Wir denken das Projekt weiter«, sagte Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze am Mittwoch auf Nachfrage zu der Tatsache, dass in der jüngsten Planung auch eine Solarabsorber-Anlage auf dem Dach des Freibad-Umkleide-Gebäudes Bestandteil des Projektes ist. Zudem soll es auf dem Dach des Hallenbades eine Fotovoltaik-Anlage geben. Schwarze: »So können wir den Energieaufwand umfassend decken, und das zu allen Jahreszeiten.« Dazu gehöre als Beispiel dann auch die Warmwasser-Aufbereitung. Weiterer Baustein des Komplexes bleibt in diesem Zusammenhang das Blockheizkraftwerk.

Zum zeitlichen Ablauf

Von der Zeitschiene her betrachtet geht Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze davon aus, »das noch 2019, im September oder Oktober«, der Bauantrag gestellt und im Frühjahr 2020 die Baugenehmigung vorliegen könnte, um mit den Arbeiten zu beginnen, gefolgt von den Ausschreibungen. Erste Abbrucharbeiten sollen bereits in diesem Jahr erfolgen. Unverändert wird von einer Bauzeit für das Projekt von etwa 20 Monaten ausgegangen.

Kommentar

Die Idee kommt aus dem Kreis der Zuhörer bei der Informationsveranstaltung zum »Neubau Hallenbad im Siel«. Warum das Ticket für den Bäderbesuch demnächst nicht mit einem für das Parkhaus Sültebusch kombinieren? Die Angebote kommen sogar aus einer Hand, genauer von den Stadtwerken, die die Stellplätze und das neue Hallenbad betreiben. Es kann nur heißen: Die Stadtwerke ebnen den Weg für das Kombiticket für das Kombibad im Siel. Das Ganze könnte damit auch zu einem erfolgreichen Baustein des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes für die Innenstadt werden. Claus Brand

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6747424?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Gesundheitsämter melden 11.176 Corona-Neuinfektionen
Hinweisschild auf die Maskenpflicht in Frankfurt am Main.
Nachrichten-Ticker