Neue Wasserleitung von Bad Oeynhausen nach Porta Westfalica soll Ende Juli in Betrieb gehen
Alles bereit für den Lückenschluss

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Ein Großteil der Rohre für die neue Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica ist bereits verlegt. Damit die neue Verbindung wie geplant Ende Juli in Betrieb gehen kann, müssen die jeweils zuständigen Stadtwerke sie nun allerdings noch mit den bestehenden Netzen verbinden.

Mittwoch, 03.07.2019, 06:30 Uhr
Einen Steinwurf vom Pumpwerk Rehme entfernt treffen die beiden 300-Millimeter-Bohrungen ans Tageslicht. Jede von ihnen kann ein Wasserrohr aufnehmen. Hinter Friedrich Marks und Susanne Brants ist die unterquerte Weser zu sehen. Foto: Malte Samtenschnieder

Die neue Leitung ist etwa 900 Meter lang. »Sie führt vom Pumpwerk Rehme bis zur Leitung der Stadtwerke Porta Westfalica, die nur das Weserfreizeitzentrum mit Wasser versorgt«, erläuterte Wassermeister Friedrich Marks im Gespräch mit dieser Zeitung. Seit dem Baubeginn vor drei Wochen seien aber nicht nur eine, sondern gleich zwei 300-Millimeter-Bohrungen im Spülbohrverfahren unterhalb der Weser vorangetrieben worden.

Der tiefste Punkt der neuen Verbindung liege sechs Meter unterhalb der Wesersohle. Jede Bohrung könne ein 280-Millimeter-Schutzrohr aufnehmen. Darin werde – neben Leerrohren für Strom- und Steuerungskabel – die 150-Millimeter-Wasserleitung eingezogen.

Zweite Leitung für neuen Brunnen

»Die zweite Leitung soll genutzt werden, um das Stadtgebiet zukünftig über einen weiteren neuen Brunnen auf der anderen Weserseite – auf dem Gebiet der Stadt Porta Westfalica – versorgen zu können«, sagte Susanne Brants. Sie ist neue Geschäftsbereichsleiterin Wasser bei den Stadtwerken Bad Oeynhausen und in dieser Funktion auch für das Pumpwerk Rehme zuständig. Weitere Angaben zur Planung für eine etwaige Brunnenbohrung machte Susanne Brants nicht.

»Wenn die neue Leitung in vier Wochen in Betrieb geht, wird sie uns im Normalbetrieb täglich mit 960 Kubikmetern Trinkwasser aus dem Netz der Stadtwerke Porta Westfalica versorgen«, sagte Friedrich Marks. In Notsituationen seien – allerdings nur für kurze Zeiträume – bis zu 1200 Kubikmeter möglich.

Leitung bleibt ständig in Betrieb

Laut Susanne Brants bleibt die neue Rohrverbindung auch in Betrieb, wenn im Pumpwerk Rehme und dem Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen ansonsten genug Wasser zur Versorgung der Menschen in Bad Oeynhausen zur Verfügung steht. Die Geschäftsbereichsleiterin erklärte das mit hygienischen Aspekten: »Wasser im Rohrnetz sollte eine Standzeit von 72 Stunden nicht überschreiten.«

Dass die Städte Bad Oeynhausen und Löhne unlängst ordnungsbehördliche Verordnungen erlassen haben, um Wasservergeudung mit Geldbußen von bis zu 1000 Euro zu ahnden, sieht Friedrich Marks als wichtigen Schritt.

» Dass uns am Montagabend vor einer Woche plötzlich 2800 Kubikmeter Wasser im Netz des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen gefehlt haben, konnte keiner so vorhersagen. Als sich am Folgeabend ein gleich hoher Verbrauch abzeichnete, musste gegengesteuert werden«, betonte der Wassermeister.

Keine Leckagen in Rohren entdeckt

Um den Ursachen für den hohen Verbrauch auf die Spur zu kommen, überprüften die Stadtwerke Bad Oeynhausen ihr Netz laut Friedrich Marks auf Rohrbrüche. Leckagen konnten so ausgeschlossen werden. »Deshalb ist die Erklärung, dass der hohe Verbrauch durch das Sprengen im Garten und das Befüllen von Pools zustande kam, weiter plausibel.«

Obwohl die Trinkwassergewinnung im Pumpwerk Rehme derzeit in benötigtem Maße möglich sei, beobachte er auch bei den dortigen Brunnen Veränderungen. »Nicht zuletzt wegen des trockenen Sommers 2018 sind die Grundwasserpegel zu gering«, sagte Friedrich Marks.

In den Wintermonaten sei die sonst übliche Regeneration zum großen Teil ausgeblieben. Um belastbare Aussagen zu treffen, dürfe man aber nicht kurzzeitige Schwankungen betrachten, sondern müsse die Werte etwa über längere Zeiträume von sieben Jahren betrachten.

Entspannung erst durch Hochbehälter

Eine dauerhafte Entspannung der Trinkwassersituation im Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen versprechen sich Susanne Brants und Friedrich Marks vom Bau eines zweiten Hochbehälters in Bergkirchen. Dadurch soll sich die Speichermenge von 7000 Kubikmeter auf 17.000 Kubikmeter mehr als verdoppeln.

An einem normalen Tag werden dem WBV-Netz 13.500 bis 15.000 Kubikmeter Trinkwasser entnommen.

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