Zahlreiche Besucher beim Sommerkonzert der Kantorei in der Auferstehungskirche
Festliche Klänge bei großer Hitze

Bad Oeynhausen (WB). Mehr als 100 Mitwirkende haben am Sonntagabend beim traditionellen Sommerkonzert der Altstadt-Kantorei die Zuhörer erneut mit einem anspruchsvollen musikalischen Programm beschenkt. Und das trotz der Wärme, die für die Sänger und Musiker eine große Herausforderung darstellte.

Dienstag, 02.07.2019, 13:47 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 13:50 Uhr
Sopranistin Friederike Webel (links) eröffnet zusammen mit Solistin Sarah Romberger die Komposition »Confitebor«. Begleitet werden sie vom Orchester »Opus 7«. Foto: Gabriele Peschke

Auch im sonst kühlen Kirchenschiff hatten die hochsommerlichen Temperaturen die Besucher erreicht: Mit Programmheften wedelten sie sich Frischluft zu und das kostenlose »Wasserbuffet« der Veranstalter wurde reichlich in Anspruch genommen. »Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, auch wenn ich dafür schwitzen muss«, sagte Zuhörerin Marianne Wolfert aus Löhne, die schon mehrere Konzerte der Altstadtkantorei genossen hat.

Auf dem Programm standen drei bedeutende Werke der Kirchenmusik, vom Spätbarock bis zur Wiener Klassik. Unter der Leitung von Tim Gärtner eröffnete die Kantorei an der Auferstehungskirche mit der zwölfsätzigen geistlichen Kantate »Freue dich, erlöste Schar« von Johann Sebastian Bach, 1738 in Leipzig komponiert für das Fest der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni. Die Dichtung preist ihn als »Herold«, der den König Christus und damit den neuen Bund der Gnade ankündigt. Begleitet wurden die Sänger dabei vom Orchester »Opus 7«. Mehr als eine halbe Stunde lang wechselten üppig-festliche Chorsätze mit zarten Rezitativen und klangvollen Arien. Von den vier Solisten eröffnete der Detmolder Gottfried Meyer mit einer warmtönigen Bass-Arie.

Brausender Applaus für die Aufführung

Im weiteren Verlauf überzeugte die 1995 geborene Sängerin Sarah Romberger mit einem reifen Alt-Solo, gefolgt von Friederike Webels klarem, ausdrucksstarkem Sopran. Der Tenor-Solist Florian Feth schloss mit einem eindringlichen Rezitativ, bevor der Chor in dem hymnischen letzten Satz »Freue dich, geheiligte Schar« die Kantate ausklingen ließ. Das Publikum belohnte die musikalische Leistung mit dankbarem Applaus.

In der anschließenden sogenannten »Kleinen Orgelmesse« von Joseph Haydn zeigte das Herforder Ensemble »Amicanta« sein Können. Nach Viacheslav Zaharov und Franz Spenn hatte Tim Gärtner im Februar die Leitung des Ensembles übernommen. Er präsentierte mit dem Chor eine schlichte, kurz gehaltene Komposition, begleitet lediglich von zwei Violinen, Orgel und Cello, dem sogenannten Wiener Kirchentrio. Die Messe, die zu den am häufigsten aufgeführten Kirchenwerken Haydns zählt, konnte die Zuhörer ebenfalls überzeugen: Ihr brausender Applaus folgte, kaum dass das letzte »Dona nobis pacem« aus dem Agnus Dei verklungen war.

Vertonung des 111. Psalms

Ein besonderer Höhepunkt stand ganz am Ende des Programms: die sehr selten aufgeführte Komposition »Confitebur« des jüngsten der insgesamt elf Bach-Söhne, Johann Christian Bach. Bei diesem Lobpreis handelt es sich um die Vertonung des 111. Psalms und des Gloria Patri (»Ehre sei dem Vater«). »Ich freue mich außerordentlich, dass dieses bisher unveröffentlichte Werk im Bestand der Hochschule für Kirchenmusik in Herford verfügbar ist. Das hat uns die Gelegenheit geboten, diese schöne Komposition öffentlich vorzustellen«, sagte Chorleiter Tim Gärtner. Mit dem Großchor aus Kantorei und Ensemble Amicanta hatte er mehrere Monate an dem eindrucksvollen Klangwerk geprobt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6743876?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Ahlers baut 80 Arbeitsplätze ab
Ahlers-Firmenzentrale in Herford
Nachrichten-Ticker