Familien genießen unbeschwerten Nachmittag beim Sommerfest des Elternhauses
Emotionales Wiedersehen

Bad Oeynhausen (WB). Am 22. Juni 2004 ist Alexa Wöhrmann (19) im Alter von vier Jahren im Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) wegen eines angeborenen Herzfehlers operiert worden. Ihre Mutter Marion Wöhrmann hat währenddessen drei Wochen im Ronald-McDonald-Elternhaus gewohnt. Über ein besonderes Wiedersehen haben sich beide beim Sommerfest im Elternhaus gefreut.

Montag, 24.06.2019, 06:00 Uhr
Genießen das Fest (hinten, von links): Ludger Burmann, Stefanie Kruse, Kerstin Kramer, Alexa Wöhrmann, Jann (vorne, von links), Andrea und Johannes Keller (14 Monate), Yvonn, Sascha und Tim Schiemann (14 Monate) sowie Christin und Liam Scholand (15 Monate). Foto: Lydia Böhne

Sommerfest im Elternhaus Bad Oeynhausen

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Foto: Lydia Böhne
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Seit 2001 gibt es am Westkorso das Zuhause auf Zeit. Während ihre herzkranken Kinder in der Kinderklinik am HDZ behandelt werden, wohnen die Familien im Elternhaus, um nah bei ihren Kindern sein zu können. So ging es auch Marion Wöhrmann aus Bielefeld. »Ich war erst drei Tage alleine in einer Pension. Es war schrecklich, so ohne Gesellschaft und Zuspruch«, sagt sie. Das änderte sich mit dem Einzug ins Elternhaus. »Jeder hat den anderen aufgefangen. Ich kann nur jeder Familie gratulieren, die hier unterkommt«, sagt sie.

An ihre Operation erinnert Alexa ein Tattoo

An ihre Operation erinnert Alexa ein Tattoo. Es zeigt ihren Herzschlag, dann eine Nulllinie, die für die Zeit während der OP steht, als sie an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen war, und dann wieder ihren Herzschlag nach der OP. Auf der Nulllinie das Datum 22. Juni 2004. »Das ist auf den Tag genau 15 Jahre her«, sagt Alexa.

Kurz nach der Operation traf sie Kerstin Kramer bei einer Aktion des Elternhauses im Safaripark Schloß Holte-Stukenbrock. »Da stand dieses kleine Mädchen vor mir und zeigte mir stolz ihre riesige Narbe«, erinnert sich Kerstin Kramer. »Diesen beeindruckenden Moment werde ich nie vergessen. Alexa ist mir auch deshalb so in Erinnerung geblieben, weil meine Rolle in ›Verbotene Liebe‹ auch Alexa hieß«, berichtet die Schauspielerin. »Am Tag der Begegnung bin ich dann auch gefragt worden, ob ich Schirmherrin werden möchte«, fügt Kerstin Kramer hinzu. Eine kleine Freudenträne über ihr Wiedersehen nach so vielen Jahren können sich Kerstin Kramer sowie Marion und Alexa Wöhrmann deshalb am Samstag nicht verkneifen.

»Momente wie diese machen das Sommerfest aus«

»Momente wie diese machen das Sommerfest aus«, sagt Stefanie Kruse. Seit 2005 leitet sie das Haus, kennt die Familien und ihre Schicksale persönlich und freut sich über die Begegnungen. 174 Familien haben sich zum Fest, das unter dem Motto »Let’s rock« ausgerichtet wird, angemeldet.

Passend dazu begleitet die Bielefelder Band »Randale« das Fest musikalisch. Es gibt eine Tombola und viele Spielstationen. Unterstützt wird das Elternhaus dabei von Ehrenamtlichen und den Azubis von McDonalds Eckstein sowie zahlreichen Firmen. Wolfgang »Wolli« Krämer kommt seit acht Jahren mit seinem mobilen Eiswagen »Wolli’s Traumeis« aus Gladbeck, um den Familien 500 Liter Eis zu spendieren.

Besonderes Hilfsprojekt

Über soziale Medien hatte Sven Krechting aus Wetter an der Ruhr einen Spendenaufruf für das Elternhaus gestartet. Er selbst ist zweifach herztransplantiert, zuletzt 2017. Seine Verbindung zum Elternhaus kam allerdings anders zustande. »2010 habe ich hier gewohnt, während meine herzkranke Tochter im Herzzentrum behandelt wurde. Sie ist aber leider verstorben«, sagte er. Aus seiner Zeit im Elternhaus weiß Sven Krechting genau, was die Familien benötigen. »Deshalb habe ich mein Netzwerk mobilisiert«, fügte er hinzu. Gespendet wurden unter anderem Putzschwämme, Toaster, Wasserkocher oder Fahrradhelme. »Es sind ganz einfache Dinge, die trotzdem gebraucht werden. Wir freuen uns riesig«, sagte Stefanie Kruse.

Was benötigt wird, schreiben die Familien auf Zettel, die an den Wunschbaum im Foyer des Hauses gehängt werden. Von Alufolie bis hin zur Patenschaft für ein Apartment ist alles dabei. »Man kann einfach reinkommen, sich einen Zettel nehmen und dann den Wünsch erfüllen«, erläuterte Ehrenamtler Patrick Lourenco da Silva.

 

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