Philip Rubart und seine Kreidler Florett gehen am Sonntag auf Tour
Mit 2,9 PS durch Europa

Bad Oeynhausen (WB). Seine Kreidler Florett hat Philip Rubart (24), seit er 13 war. Jetzt erfüllt er sich mit seinem kultigen Moped von 1970 einen Traum: An diesem Wochenende brechen beide zu einer Europareise auf.

Samstag, 08.06.2019, 12:00 Uhr
Philip Rubart und sein Traum-Moped, die Kreidler Florett: »Es war Liebe auf den erste Blick.« Am Sonntag bricht der Groß- und Außenhandelskaufmann zu einer Europatour auf. Foto: Trippler

Seine Liebe zu Oldtimern habe er von seinem Vater geerbt, der ihn schon als Kind zu Märkten mitgenommen habe. »Mit sechs Jahren stand ich vor einer Kreidler Florett und wusste: So eine möchte ich auch haben«, sagt Rubart.

Mit 13 nahm ihn sein Vater mit zu einem Nachbarn, der eine Straße weiter wohnte. »Wir sind zu ihm in den Keller gegangen, und da stand sie«, erinnert sich Rubart. Der Nachbar hatte mehrere Kreidlers in verschiedenen Farben, eine in Einzelteilen und die Kreidler Florett. Die für die 70er Jahre typische Farbkombination habe ihn als Kind sofort fasziniert, sagt er: »Sie stach aus den anderen Oldtimern, die meist dunkel waren, heraus. Es war Liebe auf den ersten Blick.«

Taschengeld für die Kreidler gespart

Als sein Vater ihn fragte, ob er sie kaufen wollte, habe er nicht lange gezögert. 330 Euro zahlte er damals. »Ich war als Kind wie Dagobert Duck, ich habe mein ganzes Taschengeld gespart«, sagt er. »Meine Mutter war tierisch sauer, mein Vater stolz wie Oskar.« Heute sei die Kreidler dank des guten Originalzustands 2700 Euro wert. Auf dem Tank prangt ein Aufkleber, mit dem Kreidler für »das schnellste 50-Kubikzentimeter-Motorrad der Welt« wirbt. Mit einer Rennversion des 2,9-PS-Motors hatte der Hersteller Tempo 210 erreicht.

Seit Anfang des Jahres laufen die Vorbereitungen für die Reise. »Dass ich so etwas machen möchte, habe ich schon lange im Kopf«, sagt Philip Rubart. Der Groß- und Außenhandelskaufmann hat bisher bei einem Baustoffhändler in Bad Oeynhausen gearbeitet und vor etwa zwei Jahren seine Ausbildung beendet. Jetzt sei der perfekte Zeitpunkt, seinen Traum wahr zu machen: »Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn ich erst einmal fest an einen Ort gebunden bin, dann ist es nicht mehr so einfach.«

»Weil es ein Moped ist, kann nicht viel passieren.«

Rubart hat bereits in der Schulzeit an Austauschprogrammen teilgenommen. An seiner Tour reize ihn vor allem die Herausforderung, auf sich allein gestellt zu sein. Angst, dass etwas schiefgehen könnte, hat er nicht: »Weil es ein Moped ist, kann nicht viel passieren.« Die Kreidler sei ja nicht so anfällig wie größere Viertakt-Maschinen. »Das Schlimmste wäre ein Kolbenfresser oder ein Getriebeschaden. Dann stehe ich da. Sonst kann ich alles selbst reparieren.« Er habe im Vorfeld viel Geld in leichtes Equipment investiert, damit seine 2,9 PS starke Kreidler es auch transportieren kann. »Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich den einen oder anderen Berg im ersten Gang hochkriechen werde.«

Wenn es mir irgendwo gefällt, bleibe ich ein paar Tage.«

Was seine Reiseroute angeht, ist der 24-Jährige entspannt: »Der Weg ist das Ziel. Wenn es mir irgendwo gefällt, bleibe ich ein paar Tage.« Metropolen markieren grobe Wegpunkte seiner Reise. Er will zuerst quer durch Deutschland über den Harz nach Leipzig oder Dresden bis nach Prag fahren. Dann soll es weitergehen nach Bratislava, Budapest und Wien, wobei er zwischendurch aus Versicherungsgründen noch einmal die deutsche Grenze überqueren muss.

Dann soll es in Richtung Kroatien gehen: über Zagreb an die Küste. »Da mache ich dann einen Kassensturz. Je nachdem, wie die finanzielle und die Wetterlage ist, entscheide ich dann, ob ich weiter Richtung Süden fahre – zum Beispiel nach Montenegro – oder ob ich über Slowenien und Italien die Heimreise antrete.« Geplant habe er, bis Oktober unterwegs zu sein. Am Sonntag fährt er los.

Auf Instagram berichtet Philip von seinen Erlebnissen.

instagram.com/kreidlertrip

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