Stadt Bad Oeynhausen und AG Natur setzen Edelkrebse in Borstenbach aus
250 kleine Umweltschützer

Bad Oeynhausen (WB). Gemeinsam mit der AG Natur hat die Stadt im Borstenbachtal bereits Einiges für den Natur- und Artenschutz getan. Zur Stärkung seines Ökosystems hat der Borstenbach am Mittwoch 250 neue Bewohner bekommen: Junge Edelkrebse sind dort ausgesetzt worden.

Donnerstag, 06.06.2019, 12:00 Uhr
Erwin Mattegiet und Werner Trittin von der AG Natur setzen mit Eckard Nolting von der Stadt Edelkrebse im Borstenbachtal aus. Die zwei Jahre alten Tiere sollen sich im Borstenbach vermehren und so zum Schutz des Ökosystems beitragen. Foto: Renée Trippler
Sollen zum Schutz der Natur und ihrer Art beitragen: 500 Euro hat die Stadt für die Edelkrebse vom Steinhuder Meer investiert.

Sollen zum Schutz der Natur und ihrer Art beitragen: 500 Euro hat die Stadt für die Edelkrebse vom Steinhuder Meer investiert. Foto: Renée Trippler

Darauf, dass es im Borstenbach in der Vergangenheit eine Flusskrebspopulation gegeben haben muss, lasse der ehemalige Name »Krebsbach« schließen, meint Eckard Nolting von der Stadt Bad Oeynhausen. Zusammen mit Mitgliedern der AG Natur und einem Naturfilmerpaar aus Steinhagen hat er am Mittwoch 250 junge Krebse in dem Bach ausgesetzt. Er glaubt, dass sie gute Chancen haben, sich zu vermehren: »Wir haben hier die beste Wasserqualität im ganzen Stadtgebiet.« Außerdem biete das Borstenbachtal viele Versteckmöglichkeiten für die Jungtiere. Auch dadurch erfülle der Standort viele Lebensraumkriterien der Tiere.

Fünf Renaturisierungsmaßnahmen im Borstenbachtal

»Als Stadt haben wir in den vergangenen Jahren fünf Renaturierungsmaßnahmen hier durchgeführt«, sagt Eckhard Nolting. So wurde unter anderem eine Fischteichanlage zurückgebaut. An deren ehemaligem Standort an dem kleinen Fluss wachsen jetzt Bäume und hohe Sträucher. Solche Renaturierungsmaßnahmen seien durch die Europäische Wasser-Rahmenrichtlinie vorgeschrieben, sagt Nolting. »Das heißt auch, dass der Zustand des Wassers regelmäßig erhoben und nach Brüssel gemeldet wird«, erläutert er. Eine im Frühjahr durchgeführte biologische Untersuchung habe ergeben, dass das Wasser im Borstenbach kaum durch Pestizide oder landwirtschaftliche Nährstoffe belastet sei. »Wir haben unser Ziel noch nicht ganz erreicht, aber das ist schon sehr gut«, sagt Nolting.

Edelkrebs ist eine heimische, bedrohte Flusskrebsart

Der Edelkrebs ist eine heimische Flusskrebsart. Sie sei vom Aussterben bedroht, sagt Eckhard Nolting. Gründe dafür seien Gewässerverunreinigung und die Krebspest, die amerikanische Krebsarten nach Deutschland eingeschleppt hätten. Die zwei Jahre alten Tiere, die sich jetzt im Borstenbach ansiedeln sollen, stammen aus einer speziellen Zuchtanlage am Steinhuder Meer. »Die Population, von der sie abstammen, kommt aus dem Wesereinflussgebiet«, sagt Nolting. »Es wurde gezielt diese Art mit dieser Abstammung ausgewählt«, sagt er. Deren Ursprung werde am Steinhuder Meer gezüchtet. »Die Zucht dort ist eine reine Artenschutzmaßnahme«, betont Erwin Mattegiet von der AG Natur.

Eine Ansiedlung der Krebse käme dem Bach zu gute, sagt Eckard Nolting: »Sie sind Allesfresser und eine Art Schutzpolizei für das Gewässer.«

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