16 Monate Bauzeit in Bad Oeynhausen: Anwohner befürchten Ausweitung bei Hochwasser und kaltem Winter
Flutmuldenbrücke: Eingriff an Lebensader

Bad Oeynhausen (WB). Viele Fragen haben 60 Bürger bei der Versammlung zum Thema Neubau der Flutmuldenbrücke gestellt. Zum Austausch hatte Straßen NRW Abend eingeladen.

Donnerstag, 09.05.2019, 07:30 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 12:06 Uhr
Die Flutmuldenbrücke an der Eidinghausener Straße muss erneuert werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten beginnen. Foto: Ingenieurbüro Wesselmann und Brune

Im großen Sitzungssaal des Rathauses gaben die Projektleiter Arnd Graeper und Fred Olm für die Regionalniederlassung OWL von Straßen NRW sowie Brückenbauingenieur Stefan Straukamp als Projektleiter des Ingenieurbüros Wesselmann und Brune (Münster) aktuelle Informationen.

Wie berichtet, hatte es bereits im Vorfeld Fragen und Kritik von Anwohnern und Geschäftsleuten der Eidinghausener Straße sowie im November 2018 bereits eine Versammlung gegeben. Und auch die Fragen der Besucher waren vielseitig: Bleibt die Zufahrt zu unseren Grundstücken erhalten? Wie werden wir während der Bauphase vor Dreck und Lärm geschützt? Wie nah werden die Widerlager an angrenzende Grundstücke gebaut? »Die Reaktionen zeigen, das Thema beschäftigt viele Bürger, und die Eidinghausener Straße ist so etwas wie eine Lebensader«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Thomas Lüer, und Jan Martin Müller, Bereichsleiter Infrastrukturmanagement der Stadt, nahm er am Austausch teil.

Fertigteile können vorproduziert werden

So könnte die neue Brücke über der Werreumflut aussehen. Zur jetzigen Planung müssen noch einige Fachbehörden ihre Zustimmung geben. Foto: Ingenieurbüro Wesselmann und Brune

Noch einmal verdeutlichte Stefan Straukamp, dass die 1955 errichtete Brücke an die Grenzen der Belastung geraten ist: »Mit Hilfskonstruktionen ist sie noch für ein Gewicht von 16 Tonnen zugelassen.« Zudem gebe es Schäden an Über- und Unterbau sowie an den Brückenkappen. All das entspreche nicht mehr heutigen Anforderungen zu Zustand und Tragfähigkeit.

Hauptkriterium für die Planer zur Umsetzung des Neubaus sei, dass ein gewisser Verkehr auch während des Abrisses und des Neubaus fließen kann. Der »Clou« sei Straukamp zufolge, dass die Brücke jeweils halbseitig zurückgebaut und neu aufgebaut wird. Einspurig könne der Verkehr so in der Bauphase von Norden nach Süden fließen, über einen alten oder später neuen Brückenteil. Dazu stellte er die Variante 2a vor: In Phase I soll die Flutmuldenbrücke längs getrennt, dann die östliche Seite zurückgebaut werden. Sobald hier der Wiederaufbau mit Fertigteilträgern abgeschlossen ist, soll in Phase II dasselbe auf der Westseite passieren. Die Fertigteilträger können im Vorfeld erstellt werden. Vorteil sei folglich, dass während der jeweiligen Bauphase der Verkehr über eine Spur über die Brücke rollen könne. Und auch der Rad- und Fußgängerverkehr soll möglich bleiben. Zudem soll im Bereich der Widerlager eine Rohrgründung erfolgen. Um die Bauarbeiten durchführen zu können, werden zuvor – jeweils auf der West- und Ostseite der Brücke –, Rampen in der Flutmulde aufgeschüttet. Die neue Brücke wird 3,50 Meter breiter.

Keine Vollsperrung notwendig

Großer Vorteil der Variante 2a sei, dass keine Vollsperrung notwendig sei. Zudem sei während des Baus der maximale Querschnitt beim Durchfluss – im Falle von Hochwasser – gegeben. Allerdings sei die gesamte Bauzeit – 16 Monate – länger, und die Kosten würden höher ausfallen als bei einem Abriss in einem Zug.

Aus der Zuhörerschaft wurde geäußert, dass durch kalte Winter und auch Hochwasser mit Baustopp die Bauzeit sich deutlich verlängern könnte. Das schlossen die Vertreter von Straßen NRW nicht aus. Ein Zuhörer forderte, Ampelschaltungen auf den Umleitungsstrecken während der Bauphase anzupassen. Die Umleitung hat auf der Westseite eine Länge von sieben Kilometern, auf der Ostseite von 2,5 Kilometern.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6598250?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen
Eine Krankenschwester bereitet eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna gegen Covid-19 vor.
Nachrichten-Ticker