Veit Liebert aus Bad Oeynhausen: Liebe zur Musik prägen Berufsalltag und Freizeit
Faszination Instrumentenbau

Bad Oeynhausen (WB). »Instrumente faszinieren mich einfach«, sagt Veit Liebert. Der 26-Jährige aus Oberbecksen hat vor fünf Jahren eine eher außergewöhnliche Berufswahl getroffen und sich zum Metallblasinstrumentenmacher ausbilden lassen.

Dienstag, 07.05.2019, 06:30 Uhr
Veit Liebert (26) aus Oberbecksen hat die Ausbildung zum Beruf des Metallblasinstrumentenmachers absolviert. In seiner Freizeit engagiert er sich für den Förderkreis der städtischen Musikschule, ist dort auch im Vorstand aktiv. Foto: Eva-Lotta Dehne

Unter Metallblasinstrumente fallen beispielsweise Waldhörner, Tubas oder auch Trompeten. Des Weiteren gebe es auch Holzblasinstrumente, beispielsweise die Oboe oder die Klarinette, erklärt Veit Liebert. Eine Weiterbildung für diese Art Instrumente wird er voraussichtlich in diesem Jahr abschließen.

Beschäftigt ist Veit Liebert bei der Firma Finke in Vlotho-Exter. Dort repariert er sowohl Blech- als auch Holzblasinstrumente und stellt selbst Blechblasinstrumente her. »Für ein Horn braucht man etwa zwei Wochen. Bei einer Trompete dauert der Bau zirka eine Woche«, sagt er.

90 Prozent der Kleinteile werden selbst gefertigt

Mit der Fertigung von 50 Instrumenten pro Jahr sei Finke kein großer Industriebetrieb. Man fertige aber etwa 90 Prozent der Kleinteile selbst, fügt Liebert hinzu. Beispielsweise würden die Schrauben selbst gedreht oder die Werkstücke teilweise per Hand gebogen und dann verlötet.

Für den theoretischen Teil seiner Ausbildung musste der Oberbecksener etwa zwei Mal im Jahr nach Ludwigsburg bei Stuttgart fahren. Dort habe er im Blockunterricht nicht nur Fächer wie Akustik oder Werkstoffkunde gehabt, sondern auch Technisches Zeichen gelernt und viel Wissen zur Musikgeschichte erworben.

»Deswegen mag ich auch den Beruf so gern. Er ist einfach sehr abwechslungsreich«, sagt Veit Liebert. »Vor allem, wenn man Spezialanfertigungen entwerfen und bauen muss.« Natürlich seien musikalisches Interesse und handwerkliches Geschick hierbei von Vorteil.

Seit seiner Kindheit spielt er natürlich auch selbst einige Instrumente, unter anderem die Klarinette und das Saxophon. »Man muss das Instrument bis zu einem gewissen Grad spielen können, wenn man es bauen oder reparieren will«, sagt er.

Stipendium an der Musikschule Bad Oeynhausen

Neben dem Beruf ist auch Lieberts Freizeit von Musik geprägt. Dank eines Stipendiums lerne er gerade an der Musikschule in Bad Oeynhausen die Oboe und das Fagott. Zudem ist er seit Anfang des Jahres zweiter Vorsitzender des Förderkreises der Musikschule.

»Ich finde es wichtig, ein Instrument zu lernen und vor allem auch gemeinsam zu musizieren«, sagt er. Auch deshalb wünsche er sich eine weiter verbesserte Förderung der Musikschule durch die Stadt. Liebert möchte im Rahmen seiner Tätigkeit im Vorstand des Förderkreises einige Dinge ändern. Schüler können sich derzeit Instrumente direkt von der Musikschule leihen.

Zudem verleiht auch der Förderkreis gegen Gebühr Instrumente, die er angeschafft hat, an Schüler. Die Leihgebühr dafür soll nach seiner Vorstellung zukünftig beim Förderkreis verbleiben und nicht, wie bislang, an die Stadt abgeführt werden. Veit Liebert: »Ich denke, dass das Geld so besser genutzt werden kann.«

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