Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze bewertet Beschluss zum Hallenbad-Neubau in Bad Oeynhausen
»Geld spielt immer eine Rolle«

Bad Oeynhausen  (WB). »Ich kann mit dem Beschluss zum Hallenbad-Neubau im Siel gut leben. Es handelt sich um einen Kompromiss, der die Interessen aller Bevölkerungsschichten berücksichtigt.« Dieses Fazit hat Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze am Freitag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT gezogen.

Samstag, 04.05.2019, 06:30 Uhr
Laut aktuellen Planungen soll der Neubau des Hallenbades im Siel im Frühjahr 2020 beginnen. Die Bauzeit beträgt 20 Monate. Foto: Ingenieurbüro Geising und Böker

Der Verwaltungsrat der Stadtwerke hatte am Vorabend den Weg für das 15-Millionen-Projekt freigemacht. Gegenüber Eltern, deren Wunsch nach einem Kinderbecken im Innenbereich nicht erfüllt wurde, äußerte sich Andreas Schwarze am Freitag versöhnlich. »Wir werden den Betrieb des Multifunktionsbeckens so organisieren, dass Kinder mit ihren Eltern dort zu festen Zeiten freie Bahn zum Spielen haben«, sagte der Stadtwerkevorstand.

Der Eindruck, dass Geld bei den Planungen für das neue Hallenbad anscheinend keine Rolle mehr spiele, sei falsch. »Geld spielt immer eine Rolle«, betonte Andreas Schwarze. Warum die geplante Investitionssumme von anfangs etwa zehn Millionen Euro auf mittlerweile etwa 15 Millionen Euro angewachsen sei, erklärte der Stadtwerkevorstand zum einen mit Kostensteigerungen während der vergangenen zwei Jahre.

Zum anderen hätten sich verschiedene Optionen zur Ergänzung des ursprünglichen Badkonzeptes – etwa die Schaffung einer Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr – als sinnvoll erwiesen. Um die Mehrkosten möglichst transparent darzustellen, seien alle Einzelmaßnahmen separat betrachtet worden.

Freibad Lohe als Teil einer Ausweichlösung?

Die Aussage, dass es im laufenden Baubetrieb am Hallenbad nicht möglich sei, den Betrieb des benachbarten Sielbades in den Sommern 2020 und 2021 aufrecht zu erhalten, bestätigte Andreas Schwarze im Gespräch mit dieser Zeitung. »Wir werden demnächst mit dem Förderverein Freibad Lohe darüber reden, ob wir eine gemeinsame Lösung finden können, um die Bauphase zu überbrücken.«

Auch sei es denkbar, das Hallenbad Rehme zumindest Teile des Sommers offen zu halten. Mit Einsparungen durch die Schließung des Freibads im Siel in den Sommern 2020 und 2021 sei nicht zu rechnen. Andreas Schwarze: »Insbesondere die Personalkosten laufen ja trotzdem weiter.«

Dass die Baukosten für das neue Hallenbad nach der Erweiterung um ein Ein-Meter-Brett, einen Drei-Meter-Sprungturm und die damit verbundenen Anpassungen der Wassertiefe und der Hallenhöhe nicht ins Unermessliche wachsen, steht für den Stadtwerkevorstand fest. »Die Angabe der Planer, dass mit Mehrkosten von 360.000 Euro zu rechnen ist, ist genauso seriös wie alle anderen Kostenschätzungen auch.«

Änderungen gefährden Fördergelder nicht

Dass bereits bewilligte Fördergelder in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro angesichts der Modifikationen an den Ursprungsplänen hinfällig sein könnten, ist laut Andreas Schwarze nicht zu befürchten. »Durch das Ein-Meter-Brett, den Drei-Meter-Sprungturm und die Höhenanpassungen ändern sich die Prämissen für den gestellten Förderantrag nicht«, sagte der Stadtwerkevorstand. Es handele sich auch weiter um ein Sportbecken.

In der Rats- und der Verwaltungsratssitzung am Donnerstagabend hatte Andreas Schwarze davor gewarnt, die Förderzusage könne möglicherweise zurückgezogen werden, falls der von Grünen, UW, Linken und engagierten Eltern geforderte Kinderbereich ergänzt werde. Dieses Vorhaben sei nicht durch den bewilligten Förderantrag gedeckt.

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