Hallenbad-Neubau in Bad Oeynhausen: Stadtwerke-Verwaltungsrat beschließt Ergänzungen im Sportbereich
Keine Mehrheit für Kinderplanschbecken

Bad Oeynhausen  (WB). In einer historischen Sitzung hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke Bad Oeynhausen am Donnerstagabend den Vorstand angewiesen, das geplante Vereins- und Sporthallenbad im Siel zu errichten. Dabei sollen auch einige zuletzt in der öffentlichen Diskussion geäußerte Veränderungswünsche mit einfließen.

Freitag, 03.05.2019, 06:00 Uhr
Mehr als zweieinhalb Stunden haben sich die Mitglieder des Rates der Stadt Bad Oeynhausen am Donnerstag mit den Plänen für ein neues Hallenbad im Siel beschäftigt. Heinrich Brinkhus vom Ingenieurbüro Geising und Böker aus Vechta sowie Jens-Wilhelm Brand von der Constrata-Ingenieur-Gesellschaft aus Bielefeld stellten die Details vor. Die Visualisierung zeigt einen Lageplan.

Demnach soll der ursprüngliche Entwurf um ein Ein-Meter-Brett und einen Drei-Meter-Turm inklusive erforderlicher Beckenvertiefung und Gebäudeerhöhung erweitert werden. Die Forderung von Grünen, Unabhängigen Wählern, Linken sowie engagierten Eltern nach der Überarbeitung der bisherigen Planung im Hinblick auf die Ergänzung um ein Becken zur Wassergewöhnung für Kinder lehnte das Gremium jedoch ab.

Der letztlich verabschiedete Beschlussvorschlag geht auf eine gemeinsame Initiative von CDU, SPD und BBO zurück. Diese sieht unter anderem auch vor, dass parallel zum Bau des neuen Hallenbades im Siel die Sanierung des vorhandenen benachbarten Freibades geprüft und dem Verwaltungsrat dazu noch 2019 eine Machbarkeitsstudie vorgelegt werden soll.

Vor der recht unspektakulären Beschlussfassung über den Hallenbad-Neubau im Verwaltungsrat der Stadtwerke hatte sich der Stadtrat in einer mehr als zweieinhalbstündigen Sitzung mit den Plänen beschäftigt. In deren Verlauf wurde bald klar, dass eine erste Schätzung der Kosten für den Hallenbadneubau von vor zwei Jahren – damals wurde mit etwa zehn Millionen Euro kalkuliert – inzwischen keinen Bestand mehr hat. Das machten Heinrich Brinkhus vom Ingenieurbüro Geising und Böker aus Vechta sowie Jens-Wilhelm Brand von der Constrata-Ingenieur-Gesellschaft aus Bielefeld während ihrer detaillierten Präsentation an verschiedenen Faktoren fest.

Mehrkosten aus verschiedenen Gründen

Zu Mehrkosten führe, dass das Niveau des künftigen Hallenbades aufgrund eines verbesserten Hochwasserschutzes um einen Meter höher gelegt werden müsse. Um dem Heilquellenschutz Rechnung zu tragen, könne das neue Gebäude nicht auf einer Pfahlkonstruktion errichtet werden. Stattdessen müsse Massebeton eingebracht werden, um dem Auftrieb des Gebäudes entgegenzuwirken. Darüber hinaus habe sich ergeben, dass der Bau eines Blockheizkraftwerkes sowohl zur autarken Strom- und Wärmeversorgung als auch aus steuerlichen Gründen durchaus Sinn mache.

Im Freibadbereich seien Kosten für den Abbruch des Hausmeister- und Kioskbereichs, für die Errichtung einer Rampen- und Treppenanlage am Eingang sowie die Errichtung eines neuen Kinderplanschbeckens im Außenbereich in die neue Kostenplanung eingeflossen. Jens-Wilhelm Brand: »Hinzu kommen im Außenbereich Aufwendungen für sechs Wohmobilisten Stellplätze.«

Außerdem werde eine neue Anbindung des künftigen Kombibades an die B61 geschaffen. Herzstück seien der Bau einer neuen Bushaltestelle inklusive Treppenzugang sowie ein überarbeitetes Parkkonzept. »Wir wollen die Anzahl der Pkw-Stellplätze nicht erhöhen. Wir wollen sie aber verbreitern und zusätzliche Fahrradstellplätze schaffen«, sagte Stadtwerkevorstand An­dreas Schwarze. Auch drei Ladesäulen für E-Autos seien geplant.

Mehr als 15 Millionen Euro veranschlagt

»Wenn wir neue Anforderungen und sinnvolle zusätzliche Optionen zusammenfassen, kommen wir derzeit auf Gesamtkosten von etwa 15 Millionen Euro«, sagte Jens-Wilhelm Brand. Es mache jedoch Sinn, noch Kostensteigerungen von fünf, oder sogar besser zehn Prozent mit einzurechnen.

Die Zusatzkosten, die sich durch die Modifikationen für das Sportschwimmen ergeben, bezifferte Heinrich Brinkhus in einer vorsichtigen Schätzung mit etwa 360.000 Euro. Für das letztlich nicht mehrheitsfähige Kinderplanschbecken im Innenbereich wäre eine weitere Million Euro zu veranschlagen gewesen.

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