Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica legt Zahlen für das Jahr 2018 vor
Erster Geschäftsbericht nach der Fusion

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica (WB). Gleich in doppelter Hinsicht ist die Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica für das Geschäftsjahr 2018 am Mittwoch etwa Besonderes gewesen: Zum einen wurden erstmals die Zahlen des fusionierten Geldinstituts betrachtet. Zum anderen werden zwei der drei bisherigen Vorstandsmitglieder das Gremium im weiteren Jahresverlauf verlassen.

Donnerstag, 04.04.2019, 06:30 Uhr
Im Vorstand der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica stehen personelle Veränderungen an: Stefan Dwilies (links) wechselt bereits zum 1. Juli in den Vorstand der Sparkasse Bielefeld. Hans-Jürgen Nolting (rechts) geht zum 1. Oktober in den Ruhestand. Dieser Schritt steht auch Rainer Janke mit Vollendung des 65. Lebensjahres im August 2021 bevor.  Foto: Malte Samtenschnieder

»2018 war ein anspruchsvolles Jahr, das wir aber erfolgreich nutzen konnten.« Dieses Fazit stellte Rainer Janke, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse, seinen Ausführungen voran. Eine große Herausforderung sei der Vollzug der technischen Fusion der zuvor eigenständigen Stadtsparkassen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica zur Jahresmitte gewesen. Rainer Janke: »In dieser Phase mussten wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass wir die Kunden nicht aus dem Blick verlieren.« Insgesamt sei die Fusion verlaufen wie geplant. Die Gesamtkosten würden derzeit auf zwei Millionen Euro beziffert.

Anhaltende Niedrigzinspolitik

»Auf der Ertragsseite macht uns weiterhin die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank extrem zu schaffen«, sagte Rainer Janke. Immerhin 70 Prozent ihrer Erträge erwirtschafte die Sparkasse aus dem Zinsgeschäft. Als ambivalent charakterisierte Hans-Jürgen Nolting, Mitglied des Vorstandes, die Entwicklung im Kreditgeschäft. Zwar seien 2018 neue Darlehenszusagen in Höhe von 139.3 Millionen Euro erfolgt (+3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Gleichzeitig habe sich der Gesamtkreditbestand aber um 12,7 Millionen Euro auf 873 Millionen Euro reduziert. Hans-Jürgen Nolting: »Angesichts der niedrigen Zinsen gibt es hohe Tilgungsrückflüsse.«

Zuwächse verzeichnete die Sparkasse 2018 auch bei den Kundeneinlagen um 56,8 Millionen Euro auf 1059,3 Millionen Euro. »Bei 75 Prozent dieser Summe handelt es sich um Tagesgeld. Angesichts der niedrigen Zinsen wollen sich die Kunden nicht langfristig binden«, erläuterte Hans-Jürgen Nolting. Das Wertpapiergeschäft habe zum Jahresende einen Dämpfer erhalten. »Der Grund dafür ist der Einbruch des DAX im vierten Quartal um 14 Prozent.«

»Betongold« als Alternative

Dass sich nach wie vor viele Kunden mit dem Thema »private Altersvorsorge« schwer tun, wusste Stefan Dwilies, Mitglied des Vorstandes, zu berichten. Für viele sei »Betongold« eine interessante Alternative. »Angesichts des niedrigen Zinsniveaus ist in vielen Fällen eine Darlehensrate nämlich niedriger als eine Mietzahlung«, sagte Stefan Dwilies. Doch der Immobilienmarkt sei derzeit leer gefegt. Deshalb wolle die Sparkasse Tippgeber künftig durch Prämienzahlungen belohnen.

Nach der erfolgreichen Abwicklung der Fusion im Vorjahr steht der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica bis Sommer 2021 ein kompletter Vorstandswechsel bevor. Stefan Dwilies übernimmt zum 1. Juli eine Vorstandstätigkeit bei der Sparkasse Bielefeld. Hans-Jürgen Nolting geht zum 1. Oktober mit Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand.

»Dieser Schritt steht mir im August 2021 bevor«, sagte Rainer Janke. Bis dahin will er ein neues Vorstandsmitglied des in Zukunft zweiköpfigen Führungsgremiums einarbeiten. Der Verwaltungsrat der Sparkasse habe ein Verfahren zur Nachfolgersuche beschlossen. Eine Entscheidung solle möglichst bereits im Mai fallen, damit das neue Mitglied des Vorstandes der Sparkasse möglichst bereits im Herbst seine neue Verantwortung übernehmen könne.

Einige wichtige Kennzahlen

Laut Vorstand der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica ist das Geschäftsjahr 2018 unter dem Strich zufriedenstellend verlaufen. Bei einer Bilanzsumme von 1326,2 Millionen Euro (2017: 1288,3 Millionen Euro) verzeichnete die Sparkasse im Jahr 2018 Kredite in Höhe von 873 Millionen Euro (2017: 885,7 Millionen Euro) und Einlagen in Höhe von 1059,3 Millionen Euro (2017: 1102,5 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss beträgt 826.000 Euro (2017: 1,3 Millionen Euro).

Das Filialkonzept der fusionierten Sparkasse umfasst derzeit 20 Standorte in Bad Oeynhausen und Porta Westfalica. Außer der Zentrale gibt es neun Beratungszentren sowie fünf Service- und sechs SB-Filialen. Zum Jahresende beschäftigte die Sparkasse 263 Mitarbeiter. Das sind elf weniger als zum Jahresbeginn. 21 junge Menschen befanden sich zudem zum Jahresende in der Ausbildung. Zum Jahresende 2018 betreute die Sparkasse 42.227 Privatkunden (-0,4 Prozent gegenüber 2017) und 3270 Gewerbekunden (+1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Kundenzahl blieb somit fast stabil.

 

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