Sanierer aus Bad Oeynhausen soll Confiseriehersteller retten
Leysieffer ist insolvent

Osnabrück/Bad Oeynhausen (WB). Der traditionsreiche Osnabrücker Pralinen- und Feingebäckhersteller Leysieffer hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Von der drohenden Zahlungsunfähigkeit sind laut »Neuer Osnabrücker Zeitung« 350 Mitarbeiter betroffen, davon etwa ein Drittel am Stammsitz.

Dienstag, 02.04.2019, 19:55 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 19:58 Uhr
Leysieffer betreibt bundesweit 22 Filialen – darunter dieses Geschäft am Kürfürstendamm in Berlin. Foto: imago

Deren Löhne sind bis Ende Mai über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Bei der Sanierung soll Rechtsanwalt Joachim Walterscheid aus Bad Oeynhausen helfen. Er gilt als versierter Experte und hatte 2017 auch die Hahne-Mühlenwerke in Löhne gerettet, die schließlich von der Großbäckerei Karlchens Backstube übernommen wurden.

»Tradition und die Herstellung von hochwertigen Qualitätsprodukten ist heute leider kein Erfolgsgarant mehr. Daher nutzt das Unternehmen die Chance einer nachhaltigen Sanierung«, erklärte Walterscheid mit Blick auf die Situation bei Leysieffer. Er unterstützt Jan Leysieffer, der seit Ende 2003 als Vertreter der vierten Generation Geschäftsführer ist und im Amt bleibt.

Das 1909 gegründete Unternehmen habe zuletzt Umsätze zwischen 16 und 19 Millionen Euro pro Jahr erzielt, sagte Walterscheid dem »Handelsblatt«. Es betreibt bundesweit an 22 Standorten Confiserien, Bistros und Cafés. Auch in Peking gibt es eine Filiale. Zudem werden Leysieffer-Spezialitäten in rund 1400 Läden und Süßwarenabteilungen verkauft. Walterscheid will die Aufgabe von Standorten nicht ausschließen, hält aber auch die Verlegung und Vergrößerung von Filialen für denkbar. Das Geschäft laufe ohne Einschränkungen weiter.

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