Bad Oeynhausener Realschule sagt Schlabber-Look den Kampf an
Jogginghosen sind tabu

Bad Oeynhausen (WB). Wer an der Realschule Süd in Bad Oeynhausen wiederholt mit einer Jogginghose zum Unterricht kommt, muss damit rechnen, nach Hause geschickt zu werden.

Mittwoch, 03.04.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 15:48 Uhr
Seit fast einem Jahr sind Jogginghosen an der Realschule Süd in Bad Oeynhausen verboten. Nur für das Foto sind Schulleiterin Anja Sprengel (von links) sowie die Schüler Wala, Maximilian, Maria, Lorita und Mohamed noch einmal »rückfällig« geworden. Foto: Malte Samtenschnieder

Seit fast einem Jahr ist dort ein allzu lässiger Schlabber-Look unerwünscht. »Anfang 2018 fiel mir auf, dass immer mehr vor allem ältere männliche Schüler in unmöglich geschnittenen, hellgrauen Jogginghosen zum Unterricht kamen«, sagt Schulleiterin Anja Sprengel.

Grundsätzlich habe sie nichts gegen derartige Kleidungsstücke. »Es ist aber ein Unterschied, ob ich mich in einer Jogginghose zu Hause auf dem Sofa herumlümmele oder ob ich damit zur Schule gehe.«

Um zu erreichen, dass alle 500 Jugendlichen, die ihre Realschule besuchen, mehr Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legen, setzte Schulleiterin Anja Sprengel das Thema im Mai 2018 auf die Tagesordnung der Schulkonferenz.

Schulordnung mit Regeln zu angemessener Kleidung

Mit den Stimmen von Lehrern und Eltern, aber gegen das Votum der Schüler, wurde die Schul- und Hausordnung um einen Paragrafen zu angemessener Kleidung erweitert.

Mittlerweile hat Anja Sprengel auch das Gros der Schüler auf ihrer Seite. »Vor dem Verbot bin ich schon ein paar Mal pro Monat in der Jogginghose zur Schule gekommen«, räumt Mohamed ein.

Grundsätzlich sei ihm die Umstellung auf Jeans und andere Stoffhosen aber nicht schwer gefallen. »Es war mir schon immer wichtig, mich vernünftig anzuziehen«, sagt der 14-Jährige.

»Jeder sollte ordentlich zur Schule kommen«

Auch Wala findet es gut, dass ihre Schule auf angemessene Kleidung Wert legt. »Dass Mädchen keine Hotpants oder schulterfreien Tops anziehen dürfen, ist für mich in Ordnung. Jeder sollte ordentlich zur Schule kommen«, sagt die 15-Jährige.

Anja Sprengel ergänzt, dass auch Kappen und Mützen während der Unterrichtszeit unangebracht seien. Werde jemand erstmals in unangemessener Kleidung auf dem Schulgelände erwischt, erwarte ihn eine mündliche Ermahnung. »Beim dritten Mal wird er dann zum Umziehen nach Hause geschickt«, sagt Anja Sprengel.

Dass an ihrer Realschule auf angemessene Kleidung geachtet wird, ist für die Schulleiterin kein Selbstzweck. »Ich sehe das auch als einen Beitrag zur Vorbereitung auf das Berufsleben.« In gewisser Weise sei die Schule auch so etwas wie ein Arbeitsplatz. Und da könne man halt nicht immer anziehen, was man will.

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